5 - Spitzenklasse
Hannibal Lecter:”First principles, Clarice. Simplicity. Read Marcus Aurelius. Of each particular thing ask: what is it in itself? What is its nature? What does he do, this man you seek”?
Clarice Starling:”He kills women”...
Hannibal Lecter:”No. That is incidental. What is the first and principal thing he does? What needs does he serve by killing”?
Clarice Starling:”Anger, um, social acceptance, and, huh, sexual frustrations, sir”...
Hannibal Lecter:”No! He covets. That is his nature. And how do we begin to covet, Clarice? Do we seek out things to covet? Make an effort to answer now”.
Clarice Starling:”No. We just”...
Hannibal Lecter:”No. We begin by coveting what we see every day. Don't you feel eyes moving over your body, Clarice? And don't your eyes seek out the things you want?”
Sich selber unsterblich zu machen auf der Leinwand ist wohl der klammheimlichste Wunschtraum eines jeden Darstellers. Damit diese Wünsche erfüllt werden, müssen allerdings eine Menge Faktoren zusammentreffen, nicht nur die Schauspielkunst muß stimmen und im hohem Maße außergewöhnlich sein, auch das Script muß überlebensgroße Figuren hervorbringen, welche beim Rezipienten nicht in Vergessenheit geraten werden und die Zeit überdauern. Dazu muß sich eine Erzählung gesellen, die ihren Ursprung aus den tiefsten Niederungen der Gesellschaft nicht verleugnen kann. Finchers “Sieben” ist ein Paradebeispiel für so eine Art von Film, indem all diese Faktoren zusammentreffen.
In erster Linie ist es immer ein leichtes, das “Schweigen der Lämmer” als reines Bromance-Duell zwischen Anthony Hopkins und Jodie Foster abzustempeln und darüber hinaus dem Werk jegliche Qualität abzusprechen...
Nicht von der Hand zu weisen ist, das in deren Zusammenspiel viel Spannung auszumachen ist. Hopkins gibt als “Hannibal Lecter” ein wahrlich furchterregendes, hochintelligentes, seelisch deformiertes, krankgewordenes, kultiviertes und sich in die Psyche einschleichendes kannibalistisches Monstrum, welches geschickt mit den Urängsten der Protagonistin und der Menschen spielt. Dessen Figur ist komplex bis zur Schmerzgrenze angelegt, selbst die im späteren Verlauf auftretende Zuneigung für Clarice Starling wird ihm zugesprochen...
Demme macht sich als Regisseur, genau wie schon Ridley Scott in “Alien”, die “Psychologie der Angst” als zentrales Element zu nutzen.
Denn wenn der eigene Verstand ängstigt, gibt es kein entrinnen mehr. Jodie Foster ist in ihrer Rolle dafür jederzeit das Verbindungsglied zum Zuschauer, welcher ihre gespielten, erlebten Ängste als die der eigenen in der Lage wahrzunehmen bzw. zu empfinden ist.
Im Gewissen Sinne verkörperte Jodie Foster auch das, was Veronica Cartwright in der Rolle der Lambert in “Alien” tat. Dieser psychologisch raffinierte Kniff funktioniert auch heute noch.
Der Unterschied in Fosters Rolle hingegen ist die Verkörperung einer im nachhinein doch starken Frau und Persönlichkeit. “So” also, unter Zuhilfenahme all dieser Elemente, werden große, spannungsgeladene Filme im klassischen Sinne gemacht. Im Zusammenspiel mit Hopkins offenbaren sich viele magische Momente, die eingesetzten Stilmittel tragen ihren Teil zum gelingen bei. Kameramann Tak Fujimoto zeichnet sich verantwortlich für ein paar der gelungensten, eingefangenen Bilder der Filmgeschichte. Auch heute verursacht / verursachen die unheimliche anmutende Atmosphäre und viele der eingesetzten Closeups (Nahaufnahmen), insbesondere wenn Anthony Hopkins eingefangen wird, wahre Gänsehaut beim Betrachter. Der persönliche Blick des Betrachters in die Augen Hopkins ist “der Blick” in die seelischen Abgründe des Menschen. Wie oben ist angesprochen ist “Das Schweigen der Lämmer” kein reines Bromance Duell, Demmes Werk ist eine kluge psychologische Studie, clevere Analyse bzw. Reflexion über menschliche und seelische Deformation bis hin zur Transformation, über den Ursprung des Verbrechens, über die Abhängigkeit zwischen Täter und Opfer und die sich entwickelnde Rollenverteilung. Es wird eher die Frage in den Vordergrund gerückt, welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind, wie Menschen dazu in der Lage sind, diesen Wandel durchzumachen, deren psychologischer Ursprung eindeutig im Kern der Gesellschaft zu finden ist. Demme wagt einen intelligenten und beklemmenden Blick hinter die uns unbekannten Abgründe und zieht den Vorhang hoch, was heute auch noch viele Rezipienten schockt, verstört und begeistert. Denn es werden viele Ursachen ersichtlich: die Ablehnung und Ausgrenzung der Menschen in der Gesellschaft gegenüber anderen, welche bestimmte Individuen immer wieder zum Nerdtum degradiert bzw. diese dadurch psychisch entblößt, sowie “Lecter” es mit “Starling” vollzieht, der eigene Egoismus und Neid, der persönliche Hass, welcher auf der persönlichen empfunden Ablehnung basiert, die persönliche Geltungs- bzw. Selbstsucht und der eigene Trieb, sich von diesen negativen Dingen bzw. Mehr unter http://blockbusterandmore.blog.de
Hinzugefügt am 21.03.2011 um 11:05 Uhr
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