Last Days
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      4 - Sehr gut

    kurz vorweg: mir hat der film gut gefallen, aber alle kritikpunkte seiner "gegner" kann ich ebenso gut verstehen. ich halte es gus van sant zu gute, dass er seinem absolut kompromisslosen stil treu geblieben ist. genau wie bei "elephant" darf man hier keine biografisch getreue aufarbeitung erhoffen. hier wird spekuliert, skizziert, vermutet, abgebildet - aber nie gerichtet oder nach ursache/wirkung, warum & wieso gesucht. vielleicht sind sich deshalb "elephant" und "last days" meiner meinung so ähnlich: beide behandeln themen, die vielfach schon zerpflückt, zerredet und hundertfach zu erklären versucht worden sind. dem stellt gus van sant die (vermeintliche) einfachheit gegenüber. es ist was es ist - und das ist meist faszinierend, vielschichtig und erschreckend genug. böse könnte man sagen: hier greift jemand ein heißes eisen an und will sich nicht die finger verbrennen. anders geht es aber auch: hier hängt jemanden die sensationsgeilheit der medien, die analysier- und erklärungsgier der öffentlichkeit zum hals heraus. interessant ist der film auch deshalb, weil er unter den zahlreichen biographien - walk the line, ray, la vie en rose, ali und was weiß ich, was ich jetzt alles vergessen habe :) - als "anomalie" heraussticht. biographie ist sowieso das falsche wort; eher ist "last days" ein minimalistisches, (beinahe) wertfreies psychogramm (wenn es so etwas überhaupt gibt). was bleibt dann noch übrig, wenn sowieso fast nichts da ist? meiner meinung nach ein film, der versucht, ein gefühl zu erhaschen und einen einfachen menschen zu skizzieren, der vor alle dem angst hatte, was er heute ist. ... und zu wirken wie eine improvisation - so wie michael pitt - in beeindruckender manier - an der gitarre.

    Hinzugefügt am 16.09.2007 um 04:39 Uhr
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      3.5 - Gut

    Dieser Film lebt von seinen Bildern. "Grunge" im wahren Sinne des Wortes - Dreckflecken auf des Protagoisten T-Shirt, zerkratzte, abgenutzte Tische und Türen, schmuddelige Zimmerecken, eine verdreckte, schäbige Küche. Verwelkte Blumen in Töpfen, verwahrloste Räume, Gitarren, Verstärker und ein Schlagzeug. Dazu im Kontrast die herrlichen Naturaufnahmen, der Wald, die sonnenklaren Sommertage, an denen der Hauptakteur in wahllos zusammengewürfelten Kleidungsstücken durch sein Haus läuft, der Kopf gesenkt, das Gesicht ständig hinter den gammeligen Haaren verborgen, vor sich hinmurmelnd. Sehr schön alles. Was den Film so langweilig macht, ist in der Tat, das wenig passiert. Ich kann mir vorstellen, wie sehr der Darsteller in seiner Rolle aufgegangen ist. Ich kann auch sehr gut verstehen, wie eine Person in jener Lage sich gefühlt haben mag. Der Film ist wie ein Gedicht, wie ein Lied für Kurt Cobain. Doch was meiner Meinung zu kurz kommt, was diesen Film zu einem waren "Grunge"-Film machen würde, das ist die Musik. Ein Fanvideo im Internet, in dem das Lied, was Michael Pitt im Film spielt, mit Filmszenen zusammengeschnitten wurde, hat mich mehr berührt als der Film selbst, in welchem der Darsteller zwar glänzt und das ganze apathische Leiden wunderschön darstellt, in dem aber der passende Soundtrack fehlt. Alles in allem, trotzdem ein sehr gefühlvoller, introvertierter Film, der garantiert nicht zu fürchten braucht, von Mainstream und Merchendise-industrie zersetzt und zerstört zu werden...

    Hinzugefügt am 24.02.2007 um 15:47 Uhr
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      4 - Sehr gut

    Sehr kunstorientiert und ergreifend..Er lässt einige Fragen über die Genialität unser selbst offen.Das weisse Rauschen ist unverkennbar zu hören und zu sehen..Lethargisch nähern wir uns dem grossen Monopol..Dem Selbsthass.Ein Insider-Meilenstein!

    Hinzugefügt am 22.02.2007 um 13:26 Uhr
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      3 - Nicht schlecht

    Gus Van Sant´s Film ist nichts, falls man etwas über Kurt Kobains Leben erfahren möchte. Wenn es aber darum geht in seine Seele zu blicken und dessen vermutlichen letzten Tage, ist dieser Film wohl genau richtig. Die Kamera verfolgt den Protagonisten bei seiner täglichen Flucht vor dem Leben. Man sieht nichts von Drogenmissbrauch oder Kurt Cobains physischer Krankheit, genausowening erfährt man etwas zu seiner Beziehung mit Courtney Love. Einzig ein Besuch bei seiner Tochter, lässt ihn seine Lethargie für einen Moment vergessen. Das hält allerdings nicht lange an. Meisstens beobachten wir den Hauptdarsteller bei seinem Nichtstun und vor sich hin stammeln, die Kamera bleibt häufig für längere Zeit fixiert. Grandios sind die musikalischen Improvisationen. Anfangs denkt man, was ist das denn? Doch wenn die Kamera eine Weile drauf bleibt, versteht man die Genialität dieses Musikers. Die Todeszene ist wohl das Beste am Film. Man sieht wie befreiend es für Ihn ist, auch wenn es keinerlei realen Tatsachenbezug zu Kurt Kobains Tod gibt. Der Film hat seine Längen, dennoch bleibt man gespannt dabei, und versucht zu beobachten und zu verstehen. Und am Ende versteht man! Ein sehr ruhiger, melancholischer, auch manchmal etwas ironischer Film mit kleinen Längen.

    Hinzugefügt am 19.01.2007 um 05:43 Uhr
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