2 Follower | Seine 232 Kritiken ansehen |
Früher machte Tony Scott wirklich sehr gute Filme. Da wären z.B. "True Romance" und "Last Boy Scout", aber auch kommerziellere Filme wie "Top Gun" und "Der Staatsfeind Nr. 1". Diese Filme hatten auch bei Kritikern weitestgehend gute bis sehr gute Kritiken. In letzter Zeit bekommt Tony Scott aber nicht mehr so hervorragende Kritiken, was ich eigentlich nicht verstehen kann. Schon "Man on fire", welchen ich ebenfalls sehr gut finde, wurde eher negativ beurteilt, und nun auch "Domino". Was der Hauptgrund dafür ist, weiß ich eigentlich wirklich nicht, denn Tony Scott hat mit "Domino" einen kurzweiligen, unterhaltsamen Actionfilm gemacht, der zugegebenermaßen Schwächen hat, aber so schlecht wie die meisten Kritiken ihn besagen, ist er nun wirklich nicht. Da wäre zunächst mal die Story. Diese beruht auf einer wahren Geschichte, jedoch wird gleich am Anfang, nachdem die Textzeile "Nach einer wahren Geschichte" eingeblendet wurde, eine weitere eingeblendet, die wie folgt lautet "Fast wahren". Ich finde das sagt schon aus, dass Tony Scott sich nicht realitätsnah an die Story und an den wirklich existierenden Charakter Domino Harvey halten will. Das finde ich auch ehrlich gesagt gar nicht wichtig. Die Story ist ansonsten ganz gut, aber auch nicht der Hammer. Der größte Pluspunkt des Filmes sind wirklich die Darsteller. Keira Knightley spielt ihre Rolle superb. Sie verkörpert Domino äußerst sexy und schlagfertig. Auch Mickey Rourke hat mir sehr gut gefallen. Er hat einfach die nötige Coolness, mit der er seinem Charakter eine gute Präsenz verleiht. Der dritte im Trio ist Edgar Ramirez, den ich vorher nicht wirklich kannte, der aber ebenfalls eine gute Figur macht. Für Tony Scott typisch ist der Auftritt von Christopher Walken, der mir sowieso immer gefällt, wen oder was er auch spielt. Es gibt sehr viele Charaktere in diesem Film und niemand fällt negativ auf. Einer der Hauptgründe warum die Kritiker den Film so zerreißen, könnte neben der nicht realitätsgetreuen Story die Art des Filmes sein. Ich kann sogar verstehen, dass einige den Film als anstrengend empfinden. Ich allerdings, finde diese schnellen Schnitte und überhaupt die hektische Art des Filmes gut. An einigen Stellen übertreibt es Tony Scott vielleicht wirklich, aber alles in einem verleiht gerade diese Inszenierung dem Film eine gewisse Eigenständigkeit. Das war schon bei "Man on fire" der Fall und auch dort hat es mir gefallen. Was ich ebenfalls sehr positiv bewerten möchte ist der durchaus gelungene Score. Es gibt fast durchgehend Musik zu hören und diese passt immer zum Geschehen und hat mir wirklich gut gefallen. Fazit: Ganz klar ist "Domino" kein Meisterwerk geworden. An der einen oder anderen Stelle hapert es an der Dramaturgie, manchmal habe selbst ich mir gewünscht, dass etwas mehr Ruhe in den Film kommt, und an manchen Stellen hätte man wirklich auf etwas tiefgründigere Charaktere setzen sollen. Nichts desto trotz ist "Domino" ein guter Film, der trockenen Humor, eine gewöhnungsbedürftige aber gute Inszenierung, tolle Hauptdarsteller und einen super Score aufweist.
Hinzugefügt am 02.08.2010 um 18:23 Uhr Verstoß melden
Sichert




