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3.5 - Gut
Psycho-Thriller von deutschen Regisseuren sind so rar gesät und wer könnte es ihnen verdenken? Mit dem "Schweigen der Lämmer" und "Seven" bietet das Genre nun mal Meisterwerke, die man nur sehr schwer wieder erreichen dürfte. Dennoch bietet Christian Alvarts "Antikörper" einen ausgewogenen Unterhaltungs- und Gruselwert , auch wenn der Film erst in den letzten 45 Minuten so richtig Fahrt aufnimmt.
Viele Monate lang hat der homosexuelle Serientäter Gabriel Engel (André Hennicke) die Ermittler an der Nase herumgeführt und seine traurige Liste umfasst mittlerweile 13 Jungen, bis ein SEK der Polizei unter Leitung des Kommisars Seiler (Heinz Hoenig) dem Spuk ein Ende bereitet. Engel gesteht die Morde an den Jungen, doch in dem Provinznest Herzbach geht weiterhin die Unsicherheit um. Wer hat die 12-jährige Lucia auf so bestialische Weise ermordet? Sie will nicht so recht in das Täterprofil Engels passen und so schwebt der ungeklärte Fall wie ein Damoklesschwert über dem Dorfpolizisten Michael Martens (Wotan Wilke Möhring), seiner Familie und dem ganzen Dorf. Martens macht sich nach Berlin auf, um Gewissheit von Engel zu erlangen und merkt nicht, wie er immer mehr in die diabolische Spirale von Gewalt, Sexualität und Intrigen hineingezogen wird und vom Serientäter manipuliert wird.
Trotz diesen durchaus spannenden Plots krankt der Film nach dem furiosen Beginn und hängt die erste Stunde etwas durch. Die Geschichte um den biederen Dorfpolizisten nimmt einfach zuviel Platz ein und zweifelsohne hätte eine stärkere Fokussierung auf die Figur André Hennickes dem Film mehr Rasanz und Faszination verliehen. Er spielt die Rolle des Serienkillers so gut, glaubhaft und gleichzeitig mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, wenn er Martens beim ersten Treffen fragt: "Wen haben Sie erwartet? Hannibal Lecter?" Als weiterer Verweis auf das Referenzwerks von Jonathan Demme kann die Rückblende gelten, in der - Sie ahnen es schon - Lämmer eine zentrale Rolle spielen^^
Nachdem der Film eher unmotiviert die marginale Seelenverwandtschaft zwischen Killer und Polizist beleuchtet, dieses Thema dann aber fallen lässt, mündet der Film in ein spannendes und furioses Finale. Martens ist den Manipulationen Engels ahnungslos in die Falle gegangen und ist kurz davor, eine Katastrophe heraufzubeschwören.
Fazit
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Erst spät, aber nicht zu spät bekommt der Film noch die Kurve und das Finale reisst den Film aus dem langatmigen Mittelmaß heraus, in dem der Film die erste Stunde herumdümpelt. André Hennicke gibt eine beeindruckende Vorstellung als Serienkiller und spielt ihn so vulgär, obszön und krank, dass er im Gegensatz zu Lecter eine eigene Persönlichkeit gewinnt und da auch der Rest des Cast zumindest solide spielt und deutsche Psycho-Thriller rar gesät sind, gibt es ein. Empfehlenswert!
Hinzugefügt am 13.11.2007 um 11:36 Uhr
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