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    Die Stunde der Patrioten
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    4,0
    stark
    Die Stunde der Patrioten
    Von Matthias Börner
    20 Jahre ist es nun schon her, dass sich Harrison Ford als CIA-Agent Jack Ryan mit dem rachsüchtigen IRA-Kämpfer Sean Miller, alias Sean Bean, rumschlagen musste. Seitdem bot Tom Clancys Romanfigur Stoff für eine starke Fortsetzung ("Das Kartell") und ein gutes Prequel ("Der Anschlag"). Inzwischen ist unter der Regie von Kenneth Branagh ein Re-Boot der erfolgreichen Jack Ryan-Reihe in Arbeit (mit dem originellen Titel "Jack Ryan"), in dem Chris "Captain Kirk" Pine die Hauptrolle übernehmen wird. Bleibt nur zu hoffen, dass der neue Film genauso gut wird, wie "Die Stunde der Patrioten". Denn Phillip Noyces Film ist ein hervorragender Thriller, der eine packende, bis in die Nebenrollen perfekt besetzte Geschichte, in 112 Minuten voller Action und Hochspannung erzählt.

    Eigentlich sollte es eine ruhige Mischung aus Urlaub und Vorträgen werden, die den Analytiker Jack Ryan (Ford) mit seiner Frau Caroline (Anne Archer) und Tochter Sally (Thora Birch) nach London führt. Doch als der ehemalige CIA-Mitarbeiter Zeuge eines Terroranschlags der IRA wird, kann er nicht anders, als ins Geschehen einzugreifen. Er entwaffnet einen der Terroristen und tötet einen weiteren, während dem Rest der Angreifer die Flucht gelingt. Von den Medien als Held für die Rettung von Lord Holmes, einem Verwandten der Königin, gefeiert, fangen die Probleme für Ryan nun erst an. Denn der von ihm getötete Terrorist war der jüngere Bruder des IRA-Kämpfers Sean Miller (Sean Bean) und Anhänger einer extrem gewaltbereiten Fraktion der IRA. Während diese Fraktion weiterhin die Entführung Lord Holmes vorbereitet, plant Miller seinen ganz persönlichen Rachefeldzug gegen Ryan und seine Familie...

    "Die Stunde der Patrioten" kommt schnell auf den Punkt: Keine 10 Minuten sind vergangen, da sind die wichtigsten Protagonisten um Familie Ryan und ihre terroristischen IRA-Antagonisten vorgestellt und folgenreich miteinander verknüpft. Und auch nach der rasanten Eröffnung nimmt die Erzählgeschwindigkeit nur selten ab. Die Erzählung springt von einem Schauplatz zum nächsten, ohne dabei den Überblick zu verlieren oder angesichts der Action im narrativen Chaos zu versinken. Immer wieder sorgen zudem ruhige Szenen zwischen Jack und Caroline für emotionale Tiefe und fügen sich ebenso wie leisere, aber nicht weniger intensive Momente nahtlos in den Spannungsbogen ein. Einer der Höhepunkte des Films ist dann auch eine Szene, die nicht etwa knallige Action zeigt, sondern kaltes Töten mit modernster Technik: In gespenstischer Stille verfolgen da CIA-Agenten über Satellit die Auslöschung eines terroristischen Wüstencamps – brillant inszeniert und erschreckend nah an der Realität.

    Zur Qualität des Films trägt nicht zuletzt die Riege exzellenter Darsteller bei, die von einem Harrison Ford in Hochform angeführt wird und bis in die Nebenrollen mit Schauspielgrößen wie Richard Harris, James Earl Jones und Samuel L. Jackson aufwartet. Sean Bean versucht aus seinem eindimensionalen Bösewicht das Beste herauszuholen, fällt gegen den restlichen Cast allerdings etwas ab. Umso stärker schlägt sich Thora Birch, die für ihre Darstellung der Sally Ryan für einen Young Artist Award nominiert wurde und mit Sicherheit keinen Anakin Skywalker-Kopf verdient hat (siehe den FILMSTARTS-Check: Wie nervig sind die Action-Kids?).

    Nur gelegentlich machen sich kleinere Logikfehler bemerkbar, die das positive Gesamtbild aber nicht wirklich schmälern. Allerdings beschleicht einen zuweilen das Gefühl, einem sehr subtilen Werbefilm der CIA beizuwohnen. Während die durchweg sympathischen Mitarbeiter des Geheimdienstes (den klassischen Verräter mal ausgeklammert) mittels modernster Technik verschiedene Operationen planen und befehlen, wird die Drecksarbeit, wie die Auslöschung des Terrorcamps, den Kollegen vom britischen SAS überlassen. Das tut der spannungsgeladenen Unterhaltung keinen Abbruch, hinterlässt aber einen etwas faden Beigeschmack.

    Fazit: Phillip Noyce's "Die Stunde der Patrioten" gehört zu den stärksten Vertretern seines Genres. Dank einer packenden Handlung, reichlich Action und überzeugenden Darstellern sieht man über die wenigen Schwächen des Films gerne hinweg und wird mit knapp zwei Stunden spannendster Unterhaltung belohnt.
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