Das Piano
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    Jason Bourne
    Jason Bourne

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      4 - Sehr gut

    ''Das Piano'' erzählt in virtuos komponierten, düsteren Bildern von einer erotischen Dreiecksbeziehung in engstirnigen Verhältnissen. Eine Geschichte, die mit Melodien wie ein mitreißender Fluss untermalt ist und von Motiven wie Eifersucht und Liebe getrieben wird. Dabei trumpht Holly Hunter mit einer unvergesslichen Performance auf. In jedem ihrer Blicke spiegeln sich Mut, Fürsorglichkeit für ihre Tochter, Begeisterung für das Klavierspiel und Leidenschaft für ihre Liebe. Und dabei spielt sie alle anderen ebenfalls gut agierenden Darsteller wie Harvey Keitel oder Allen Paquin an die Wand. Nur mit ihrer Mimik reißt sie jede Szene komplett an sich. Ein grandioser Film: athmosphärisch stimmig und voller großer Gefühle.

    Hinzugefügt am 12.04.2011 um 21:49 Uhr
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      4 - Sehr gut

    Nun ist „Das Piano“ mal wieder im TV gezeigt worden. Trotz später Sendezeit hat mich die Geschichte/ haben mich die Bilder/ hat mich die Musik gefesselt bis die letzte Zeile des Abspanns verschwunden war. Die beiden Kommentare hier schreien danach, dass ein weiterer dazukommt. (Vorab: mein großes Kompliment an die junge Esther! Mein großes Unverständnis gilt der „Mona-Lisa-Passage“ des Q.Q. und seiner Beurteilung der Hauptdarstellerin). Ich habe den Film seinerzeit im Kino gesehen und war auf verschiedentliche Weise angetan gewesen. Als Liebesgeschichte konnte ich den Film nicht akzeptieren, das kann ich auch heute nicht. Auch wenn Fiktion und Realität viel Unwahrscheinliches hervorbringen, so kann ich als Zuschauer beim besten Willen nicht „Hurra!“ schreien, dass die sympathische stumme Ada zu dem unsympathischen nötigenden Baines findet. Dieser erscheint letztlich wie ein Prinz „ex machina“ aber wir Zuschauer konnten keiner echten Umwandlung aus der Bestie (eines stumpfsinnigen Alltagsgenossen) heraus beiwohnen. Hat man diesen Missklang mal akzeptiert und sich von falschen Erwartungen freigemacht, kann man sich ungestört an den Bildern laben und an dem faszinierenden vor allem mimischen Spiel von H.H. alias Ada. Vieles in dem Film ist schwarzweiß gemalt (die naiven Eingeborenen, die hochzivilisierten aber dennoch dümmlichen und unfreiwillig sehr komischen Frauen um Stewart, die Borniertheit und Verklemmtheit von Stewart selbst) und die zwischendurch aufkommende Brutalität lässt erschaudern. Ada aber erstrahlt in ihrem hartnäckigen Stolz. Während sie im Schlamm versinkt, spiegelt ihr Gesicht halb Verrücktheit, halb Entrückheit – von nichts Irdischem mehr erreichbar, nicht vom Schmerz des amputierten Fingers erst recht nicht von Stewart, der dies an dieser Stelle sogar einzusehen scheint. Das ist für mich der Höhepunkt des Filmes. Ein riesen Lob an die Leistung Holly Hunters. Sie macht den Film ohne ein Wort zur Sensation. Ich fand nichts übertrieben gekünsteltes in ihrem Spiel. Ich brauchte ursprünglich auch lange, um zu begreifen, dass sie die gleiche Schauspielerin ist wie Candy Marshall aus „A Gathering of Old Man“. Ähnlich unglaubliche Metamorphose habe ich davor und danach nur bei einem einzigen anderen Schauspieler konstatiert: Robert de Niro. So findet das Märchen nach einigen Schauerlichkeiten in sein Happyend hinein: Der Finger ist ersetzt sowie das auf den Meeresgrund verdammte alte Piano. Nymans tolle Musik erklingt wieder unter den magischen Fingern. Der Prinz ist weiter brav ein liebender und wird geliebt auch wenn man sich an den Anblick immer noch nicht gewöhnt hat. Die Stumme hat eine Gedankenstimme bekommen und nimmt sich sogar vor, auch im echten Leben sprechen zu lernen. Und wenn sie nicht gestorben sind … . Mit der Szene, in der Ada mit dem Piano ins Meer gezogen wird, hadere ich allerdings noch. Klar bietet sie noch einmal kurz vor Schluss große Dramatik - und beeindruckende Bilder - aber ich sehe nicht ein, warum Ada in diesem Moment an Selbstmord gedacht haben sollte. Schließlich hatte sie wohl bewusst ihren Fuß in die Seilwindungen gestellt und sich erst spät im Abwärtssog aus der Schlinge herausgewunden. Schlüssiger hätte ich es gefunden, wenn jemand anderes als Ada das Überbordwerfen des Pianos angeordnet hätte und ihr Tauchgang die Folge eines Missgeschicks gewesen wäre. Warum sollte Ada an Selbstmord denken, während sie sich gerade auf der Befreiungsfahrt aus der zuvor ausweglos erscheinenden Situation befindet und das liebste Lebendige bei sich hat: die Tochter (die übrigens auch hervorragend gespielt hat!) ?

    Hinzugefügt am 28.07.2008 um 00:17 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Als ich den Film mit zwölf zum ersten Mal sah (heute bin ich 14), kam meine Schwester (damals neun Jahre alt) und setzte sich dazu. Es war gerade eine wunderschöne Landschaftsaufnahme zu sehen. Meine Schwester sah mich an und sagte: "Der ist langweilig." Ich fand es traurig, dass sie so dachte, weil gerade diese Landschaftsaufnahmen mich so faszinierten. Doch am meisten zog mich Holly Hunter in den Bann. Man sah sie an und wusste, wie sich sich fühlen muss. Ihr Gesicht war ihre stumme Stimme (seltsam wie nah "stumme" und "Stimme" einander in Wortlaut und Schriftbild ähneln) Ich habe selbst den Wunsch einmal Bühnen-Schauspielerin zu werden und bin von Filmen immer nur schwer zu überzeugen, weil heute eben so viele Filme ohne Niveau gesendet werden, aber bei diesem Film hatte ich das angenehme Gefühl, hineingezogen zu werden, was bei mir sonst nur im Theater erzeugt wird. Ich finde diesen Film extrem faszinierend und für alle ab 12 mit einer Schwäche für schöne Landschaften extrem sehenswert!

    Hinzugefügt am 27.03.2006 um 16:03 Uhr
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      2 - Nicht gut

    Die Zeitschrift Mad klaerte vor einigen Jahren darueber auf, daß das beruehmte Laecheln der Mona Lisa auf einen von Moralwaechtern aus dem Bild retuschierten Joint zurueckzufuehren sei. Ich fuer meinen Teil habe ihr geheimnisvolles Laecheln immer eher als bloeden Blick betrachtet, womit wir dann bei Holly Hunter waeren und ihrer Darstellung der stummen alleinerziehenden Mutter und Pianospielerin in Jane Campions Film. Die Hauptfigur reist auf eine Insel, um sich dort mit einem wohlhabenden aber wenig sympathischen Mann ( Sam Neill ) zu verheiraten, offensichtlich, wie es sicher zu jener Zeit Gang und Gaebe war, zur reinen Zukunftssicherung. Das Piano ist ihre Stimme, ganz ohne Zweifel, und wenn sie dann am Ende des Films das Piano untergehen laeßt ohne das sie mitgeht ( sie befreit sich aus einem Seil, das sie droht mit hinunterzuziehen ) geschieht das als Akt der Befreiung, da bekommt das Piano nachtraeglich beinahe die Stellvertretung zugewiesen fuer das Quasi-Gefaengnis, indem sich die Frau befunden hat. So betrachtet ist auch alles okay, solange man nicht davon spricht, das sich des Gutsherrn maorischer Vorarbeiter ( Harvey Keitel ) in die gute Holly verguckt und sich Pianounterricht erteilen laeßt. Als er dann ploetzlich entkleidet hinter ihr steht waehrend sie am Piano sitzt, sind wir als Zuschauer eigentlich Betrachter eines Aktes sexueller Noetigung und auch wenn man sich dann sagt, klar koenne aus so etwas Liebe werden, wird das kaum jemand ernsthaft als Argument sehen, wenn ein Mann zudringlich wird. So bekommt der Film die fatale Note, das sich Holly zwischen ihrem Mann, der ihr in Wut den Finger abschneidet und mit Gewalt versucht sie an sich zu binden und ihrem potentiellen Vergewaltiger entscheiden darf, was zu jener Zeit vielleicht wirklich die Wahlmoeglichkeiten einer Frau waren, aber wenn die gute Jane C. das Ganze dann so aufloest, das Harvey und Holly gluecklich miteinander werden, ist es eigentlich nur noch katastrophal. Holly Hunter hat fuer den Film einen Oscar bekommen, was eigentlich ebenso idiotisch war wie Hoffmans Oscar fuer Rain Man, wobei ein der dritte Film der "Naked Gun"-Reihe ja darueber aufgeklaert hat, wie hoch dramatische Schicksale koerperlich-seelisch Versehrter die Chancen zur Praemierung steigern. "Das Piano" ist ein ausgesprochen kunstvoller Film, da wirkt wirklich jedes Bild wie gemeißelt, die Musik von Michael Nyman ist klasse und sicher erzaehlt den Film aus einer schwierigen Zeit, aber der Subtext unterminiert alle guten Einzelelemente ebenso wie die doch uebertriebene Inszenierung, in der schon zu Beginn staendig alles dramatisch ist, die Wogen der Gefuehle, Sie wissen schon... Holly Hunter konnte ich nach diesem Film erstmal jahrelang nicht sehen !

    Hinzugefügt am 22.10.2005 um 12:22 Uhr
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