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2 - Nicht gut
Die Zeitschrift Mad klaerte vor einigen Jahren darueber auf, daß das beruehmte Laecheln der Mona Lisa auf einen von Moralwaechtern aus dem Bild retuschierten Joint zurueckzufuehren sei.
Ich fuer meinen Teil habe ihr geheimnisvolles Laecheln immer eher als bloeden Blick betrachtet, womit wir dann bei Holly Hunter waeren und ihrer Darstellung der stummen alleinerziehenden Mutter und Pianospielerin in Jane Campions Film.
Die Hauptfigur reist auf eine Insel, um sich dort mit einem wohlhabenden aber wenig sympathischen Mann ( Sam Neill ) zu verheiraten, offensichtlich, wie es sicher zu jener Zeit Gang und Gaebe war, zur reinen Zukunftssicherung.
Das Piano ist ihre Stimme, ganz ohne Zweifel, und wenn sie dann am Ende des Films das Piano untergehen laeßt ohne das sie mitgeht ( sie befreit sich aus einem Seil, das sie droht mit hinunterzuziehen ) geschieht das als Akt der Befreiung, da bekommt das Piano nachtraeglich beinahe die Stellvertretung zugewiesen fuer das Quasi-Gefaengnis, indem sich die Frau befunden hat.
So betrachtet ist auch alles okay, solange man nicht davon spricht, das sich des Gutsherrn maorischer Vorarbeiter ( Harvey Keitel ) in die gute Holly verguckt und sich Pianounterricht erteilen laeßt.
Als er dann ploetzlich entkleidet hinter ihr steht waehrend sie am Piano sitzt, sind wir als Zuschauer eigentlich Betrachter eines Aktes sexueller Noetigung und auch wenn man sich dann sagt, klar koenne aus so etwas Liebe werden, wird das kaum jemand ernsthaft als Argument sehen, wenn ein Mann zudringlich wird.
So bekommt der Film die fatale Note, das sich Holly zwischen ihrem Mann, der ihr in Wut den Finger abschneidet und mit Gewalt versucht sie an sich zu binden und ihrem potentiellen Vergewaltiger entscheiden darf, was zu jener Zeit vielleicht wirklich die Wahlmoeglichkeiten einer Frau waren, aber wenn die gute Jane C. das Ganze dann so aufloest, das Harvey und Holly gluecklich miteinander werden, ist es eigentlich nur noch katastrophal.
Holly Hunter hat fuer den Film einen Oscar bekommen, was eigentlich ebenso idiotisch war wie Hoffmans Oscar fuer Rain Man, wobei ein der dritte Film der "Naked Gun"-Reihe ja darueber aufgeklaert hat, wie hoch dramatische Schicksale koerperlich-seelisch Versehrter die Chancen zur Praemierung steigern.
"Das Piano" ist ein ausgesprochen kunstvoller Film, da wirkt wirklich jedes Bild wie gemeißelt, die Musik von Michael Nyman ist klasse und sicher erzaehlt den Film aus einer schwierigen Zeit, aber der Subtext unterminiert alle guten Einzelelemente ebenso wie die doch uebertriebene Inszenierung, in der schon zu Beginn staendig alles dramatisch ist, die Wogen der Gefuehle, Sie wissen schon...
Holly Hunter konnte ich nach diesem Film erstmal jahrelang nicht sehen !
Hinzugefügt am 22.10.2005 um 12:22 Uhr
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