Kritik:
Der Film spielt auf einer Bohrinsel,die nach einem Unfall vor dem Aus steht. Auf der Bohrinsel leben noch die übriggebliebenen Außenseiter.Zwei von ihnen enthüllen sich schließlich gegenseitig das Geheimnis, das sie ins Aus gekickt hat. Josef ist schuld am Selbstmord seines besten Freundes, den er vor dem selbstgewählten Flammentod nicht mehr hat retten können.Er liegt von Brandwunden gequält,und zudem durch Blindheit( zunächst)von der Außenwelt getrennt, fast bewegungsunfähig im Krankenbett, wo er von der Krankenschwester Hannah gepflegt wird, die ein Hörgerät trägt und sich ihre Verletzungen als Vergewaltigungsopfer im Balkankrieg zugezogen hat. Beide eint die Scham, Überlebende zu sein. Josef verdeckt seine Scham mit lockeren Sprüchen. Hannah ist nur noch ein lebender Geist, fast stumm, autistisch, unfähig selbst ein neues Essen zu probieren.
Zwei unglaublich gute Schauspieler (Sarah Polly und Tim Robbins )vermitteln in diesem ungewöhnlichen Film, wie die Annäherung gelingt, und wie sich der Rest von Lebenskraft, der beiden geblieben ist, zu einer Liebe entwickelt, die sie beide dem Leben zurückgibt. Ohne Pathos, ohne Kitsch, mit skurilen Beigaben ( eine Ente läuft aufgeregt und verloren schön auf der Plattform der Bohrinsel umher, umgeben vom beindruckend aus der Leinwand tosendem Meer - ein verlorenes Homopäärchen genießt die Abgeschiedenheit der Bohrinsel und macht Tanzvorführungen- ein sinnlicher Koch sucht zu jedem Gericht die stimmungsgemäße Musik- Hannah sitzt wie der Koch auf einer Kinderschaukel und sie schaukeln aneinander vorbei )und vor allem auch mit wunderbaren Musikeinlagen, die den traurigen Tiefen der menschlichen Abgründe die schöne Leichtigkeit der musikalisch transportierten Lebensfreude entgegensetzt...
Ein leiser Film, der die großen Themen der menschlichen Abgründe und der menschlichen Leidensfähigkeit an einem (noch?)aktuellen Thema,
nämlich den menschlichen Katastrophen der "Kollateralschäden" der Kriege (hier Balkankrieg)aufhängt. Angesichts der Eindringlichkeit der Bilder hätte es der Erklärungen der Situation der Folteropfer nicht wirklich bedurft. Julie Christie, die Inge Genefke spielt, der dieser Film gewidmet ist, hätte in einem dokumentarischen Zusatzteil auftreten sollen, die Magie des Films hat der Erklärteil eher geschwächt denn gestärkt.
Trotzdem ein großartiger Film mit unglaublich starken wunderbaren Schauspielern.