Telefonmann
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4.5 - Großartig
Wirklich jeder der "Indiana Jones" Filme hat einen ganz eigenen Charakter. "Jäger des verlorenen Schatzes" führte die Figur des Indiana Jones ein und stellte zugleich einen hervorragenden Abenteuerfilm dar. "Tempel des Todes" stand dem in nichts nach, war sogar noch rasanter und vor allem um einiges düsterer. In "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" ist von diesem düsteren nun nichts mehr übrig. Der dritte Teil ist der lockerste und lässt sich am besten als Abenteuerkomödie beschreiben. Zusätzlich war er auch ein perfekter Abschluss der Trilogie. Ob es den vierten Teil noch gebraucht hätte, werde ich erst morgen erfahren.
Die Story hat nichts mehr mit der aus dem Vorgänger gemein und erinnert eher an den ersten Teil, was sicherlich auch daran liegt, dass Jones es wieder mit Nazis zu tun hat. Eine wirklich gute Idee ist, dass man nun den Vater von Indy mit ins Geschehen bringt. Das bringt auch wieder viel Abwechslung mit sich. Die Geschichte war auf jeden Fall interessant und spannend, wie in jedem Teil.
Was ich toll finde ist, dass es hier endlich mal mehr Charakterisierung von Jones gibt. Zwar störte die recht oberflächliche Zeichnung in den vorherigen Filmen gar nicht und trug eher zum Mysterium Jones bei, doch im dritten Teil erfährt man nun mehr zu dieser Figur. So spielt auch gleich die Eröffnungssequenz in den jungen Jahren von Indy. Dort wird dieser von River Phoenix gut verkörpert. Hinterher spielt natürlich Harrison Ford seine Kultfigur wieder mit jeder menge Charme. Diesmal bekommt er allerdings Konkurrenz von Sean Connery, denn dieser spielt ebenfalls sehr sympathisch. Ansonsten gibt es noch ein Wiedersehen mit Denholm Elliott alias Marcus und John Rhys-Davies alias Sallah, welche ich beide noch aus "Jäger des verlorenen Schatzes" kannte. Alle Darsteller spielen wieder sehr gut.
Wie alle Teile der Reihe ist auch "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" ein waschechter Abenteuerfilm, doch wo sein Vorgänger noch verstärkt auf Horrorelemente setzte, gibt es diesmal viel mehr Kömdienelemente. Gerade das Vater-Sohn-Gespann sorgt für einige Lacher. Allerdings ist dies auch der sentimentalste Teil, was ebenfalls daran liegt, dass Indys Vater nun mit von der Partie ist. Die Action darf natürlich auch nicht fehlen. Zwar geht es nicht mehr so rasant zu wie in den Vorgängern und ingesamt lässt sich sagen, dass die Action hier am überschaulichsten ist, dennoch gibt es reichlich davon und auch Spannung kommt genügend auf.
Die Inszenierung ist erneut sehr gut gelungen. Die Atmosphäre ist diesmal wirklich recht locker und ernst wird es kaum noch so richtig. Erst im Finale gibt es dann noch mal ein paar Fantasy- und Horrorelemente, ansonsten ist "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" fast schon recht bodenständig. Der Unterhaltungsfaktor stimmt auf jeden Fall wieder und ich wurde super unterhalten. Von Langeweile fehlt jegliche Spur. Die Effekte sind erneut sehr gelungen und auch wieder von Hand gemacht, was immer noch erheblichen Charme hat. Ich empfand diesen Teil als den bisher harmlosesten und finde, dass man ihn schon fast ab 12 freigeben hätte können. Dies liegt aber auch sicherlich an der recht lockeren Atmosphäre. Und natürlich gibt es auch wieder den tollen Score zu hören.
Fazit: "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" gefällt mir nicht ganz so gut wie der für mich perfekte Vorgänger, aber ein toller Film ist hier trotzdem gelungen. Es gibt hier nicht mehr so viel Horror, dafür aber einen erneut gut aufgelegten Harrison Ford, der diesmal von Sean Connery ergänzt wird. Ich bin nun gespannt auf den vierten Teil, befürchte aber, man hätte es einfach bei dieser tollen Trilogie belassen sollen. Deshalb schließe ich nach den drei Teilen schonmal ab und sage: Eine Trilogie, die perfektes Unterhaltungskino bietet, auf ewig Kult sein wird und sich Klassiker nennen darf. Toll!
Hinzugefügt am 03.08.2010 um 20:00 Uhr
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