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4 - Sehr gut
Wer beabsichtigt, diesen Film anzuschauen, sollte eines mögen: HELDEN !
Ben Randall, ein überaus erfolgreicher Rettungsschwimmer der Elite-Truppe Coast Guard , begegnet als Ausbilder dem jungen ehrgeizigen Jake Fisher. Mit dem Aufeinandertreffen der beiden eröffnet sich ein zwischenmenschlicher Kriegsschauplatz, um den herum sich weitere Nebenkriegsschauplätze u.a. in Form von Paarbeziehungen gruppieren.
In der Begegnung mit dem aufstrebenden Jake wird der Lehrmeister Ben mit sich selbst konfrontiert. Die Ausbildung der jungen Rekruten erscheint als Abrechnung mit den Fragen und Werten des eigenen Lebens. Die Akteure - deren Handlungen zwar viele Fragen aufwerfen - sind bei allen Konflikten stets von der Aura eines Helden umgeben und tragen diese Würde stets wie ein Schild vor sich her. Klare Prinzipien lassen keine Fragen zu.
Auch dort, wo das Leben scheinbar zu entgleisen droht, schaffen es die Protagonisten immer wieder zurück aufs Gleis. Wir sind in Hollywood. Nur in wenigen Sequenzen vermag es der Film, sich von dem Ausbildungsdrill und der militärischen Unterwerfung von Menschen kritisch zu distanzieren. Dem Zuschauer wird immer und immer wieder vor Augen geführt, daß alles nur dem erhabenen Zweck dient, Menschenleben zu retten,
Dadurch gewinnt der Film aber auch meine Symphatie. Auch wenn man sich in unangenehmer Weise an das World-Trade-Center-Heroentum erinnert fühlt - der Held ist nicht jemand, der mit Tötungsabsicht „ins Gefecht zieht", sondern derjenige, der sich hingibt, um das Leben anderer zu retten. Es gibt hier keinen Feind (Kommunismus, Taliban, Terrorismus, Islam usw.), an dem es sich abzuarbeiten gilt. Es geht „einfach" nur um die Rettung eines Menschen in Not. Das wahre Heldentum besteht in der Selbstaufopferung und in der wachsenden Erkenntnis, daß Ruhm und Ehre bestenfalls ein Abfallprodukt ist - nie aber das Ziel selbst sein sollte.
Selbst wenn Erzählung und schauspielerische Darstellung insgesamt als großes Gefühlskino erlebt werden kann, muß der Filmbesucher meines Erachtens einige bittere Pillen schlucken. Nicht überzeugend wirken etwa die Realitätsnähe der Actionszenen und die filmische Umsetzung derselben (schöne Studiowellen), der reichlich aufgesetzt wirkende Mystery-Charakter zu Beginn und Ende des Films, die Einfachheit, mit der alle Handlungsstränge zu einem guten und sinnvollen Ende gebracht werden und nicht zuletzt der Eindruck, daß der Film bevor er wirklich endet schon 3 klassische Finals hinter sich hat. Pathos ohne Ende.
Wer keinen nervenaufreibendem Thriller, keine übermäßig subtile Psychologie, keine krachende Komödie sowie eine Vielzahl aufwendiger Actionszenen erwartet, der wird nicht enttäuscht. Derjenige erlebt über 2 Stunden lang Wohlfühlkino mit einem sehr gelungenen Mix aus Witz, Tränen, Drama, Abenteuer und Romantik - vorausgesetzt man mag das Pathos eines Heldenlebens.
Hinzugefügt am 10.10.2006 um 03:44 Uhr
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