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2 - Nicht gut
Nun, was haben wir denn da: Die Ex ist sauer auf den Ex und haut ihm aus Rachegelüsten ordentlich einen auf den Sack. Da dieser Inhalt eigentlich kaum auf 90 Minuten dehnbar ist, wird aus der Ex ein Super-Girl mit übermenschlichen Kräften und aus dem Ex ein Volltrottel gemacht. Und schon haben wir eine abendfüllende „Komödie".
Der Witz bewegt sich fast ausschließlich auf der Ebene Sexual-, Fäkal- und Gewalthumor (das wirft beispielsweise die Frage auf, ob die Altersfreigabe wirklich altersgemäß ist und ich diesen Film meinem 6 jährigen Neffen würde vorführen wollen). Gleich 2x im Verlauf des Films wird der Zuschauer Zeuge einer wilden Vögelei (wohl als komödiantischer „Höhepunkt" gedacht), in der Er von Ihr durch die Wand gestoßen wird -„Koitus brachialus". Was insgesamt zu einer facettenreichen Vertauschung der Geschlechterrollen hätte werden können, wird auf die Ebene runtergebeamt, Cum Shot nach Ihren Spielregeln. Auch damit vergibt sich der Film meines Erachtens die Chance, als gelungene Superman-Parodie aufzuwarten. Nach Lust und Laune fliegen Autos durch die Gegend, splittert das Dachgebälk, klirren die Fensterscheiben, knattern die Motorsägen: Aktion als Rachefeldzug einer gekränkten Ex und nicht im Horizont des ewigen Kampfes des Guten gegen das Böse.
In den Irrungen und Wirrungen des Liebeslebens dieses ungleichen Paares scheint die Frage danach, wie der Regisseur da wohl wieder herauskommt, um ein akzeptables Ende auf die Leinwand zu zaubern, mitunter unlösbar. Es gelingt ihm auch nicht, das Finale ist genauso platt wie plötzlich. Ein Spiegelbild des ganzen Films. Hier wurde einfach eine nette Filmidee ruiniert.
Natürlich sind eine ganze Reihe von Szenen wirklich reizend, versprühen Charme und verführen zum Lachen. Doch taucht in mir immer wieder eine Grundsatzfrage auf.
Was macht eine Komödie zur Komödie? Entwickelt sich der Witz aus der Erzählung selbst, aus dem Ganzen des Films oder entsteht der Humor einer Szene durch eine Konstruktion, die sich nach der zuvor festgelegten Pointe richtet. Auf mich wirkt der Film mitunter wie eine Aneinanderreihung von mehr oder minder guten Sketchen, die in relativer Unabhängigkeit voneinander ihre Lacherfolge zu erzielen suchen. Eine Abfolge von konstruiertem Witz, der seine Kraft nicht aus einem Sinnzusammenhang des Films schöpft, sondern aus isoliert wirkender Sprücheklopferei, die ebensogut in jedem anderen Film ihren Platz hätte finden können. In dieser Betrachtungsweise ist der „Koitus brachialus" vielleicht einer der wenigen gelungenen und gut plazierten Gags.
Ich muß zugeben, daß ich mir mit größerem Vergnügen, mitunter die guten alten Billy-Wilder-Komödien anschaue. Aber vielleicht ist doch alles einfach nur Geschmackssache...
Hinzugefügt am 20.10.2006 um 20:20 Uhr
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