Free Rainer
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    kipari
    kipari

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      1.5 - Schlecht

    Die Botschaft des Films mag ja noch so löblich sein, wenn allerdings von Anfang an der moralische Zeigefinger mitschwingt und keinerlei Nuancen zwischen Schwarz und Weiß zugelassen werden, dann geht der Schuss schon mal nach hinten los. Wenn sich „Free Rainer“ zumindest qualitativ deutlich vom „bösen“ Trash-Fernsehen, welches angeprangert wird, abheben würde, könnte man darüber hinweg sehen, doch was sich hier abspielt, ist höchstens in seinen besten Momenten als akzeptabel, weitgehend jedoch als grauenvoll und unfreiwillig komisch zu bezeichnen.Der ohnehin vorhersehbare Plot wird in großen Sprüngen vorangetrieben, und die unglaubwürdigen und klischeehaften Charaktere liefern durch die Bank plumpe und hölzerne Dialoge ab. SPOILER: Die Wandlung Rainers vom großkotzigen Produzenten zum TV-Moralapostel kann schlichtweg als lächerlich bezeichnet werden, jene von Pekah vom Racheengel zur engsten Verbündeten geschieht auf nicht minder wundersame Weise. Ihre Aufgabe scheint ohnehin darin zu bestehen, den ganzen Film hindurch süß auszusehen (es versteht sich von selbst, dass die beiden sich irgendwann auch auf andere Weise etwas näher kommen). Insider und Verschwörungstheoretiker Philip wechselt nicht minder schnell die Seite, im Team blüht der angebliche Soziophobiker förmlich auf. Die zusammengewürfelte Truppe von Arbeitslosen, standesgemäß von Alkoholiker, Knastbruder, Ausländer usw. vertreten, ist sogar dermaßen vom Kampf gegen das Trash-TV überzeugt, dass sie sogar unentgeldlich weitermacht, sobald die Kohle knapp wird. Erwartungsgemäß läuft nicht alles reibungslos ab, wobei Erfolge (stets gefeiert in nervigen Jubelszenen, Schlachtgesänge und Partylaune inklusive) und Misserfolge (bedröppelte Gesichter, kollektive Trauermiene) sich hübsch abwechseln, bis schließlich das abrupte Finale endlich Erlösung bringt.

    Hinzugefügt am 02.11.2011 um 11:38 Uhr
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    Begbie
    Begbie

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      2.5 - Na ja

    In Zeiten der x-ten Auflage von Big Brother und Überflutung durch Mittagsreportagen über sozial schwache Familien mit diversen Problemen fragt sich so mancher Fernsehzuschauer, wo dass alles hinführen soll. Verdummt das deutsche Volk vor den vorgesetzten „Fast Entertainment“-Sendungen der Mattscheiben? Genau dieses Problem prangert „Free Rainer – Dein Fernseher lügt“ an und sieht als Ursache allen Übels die Einschaltquoten. Was den Leuten vorgesetzt wird, wird auch konsumiert. Kann der Spieß aber auch umgedreht und qualitativ hochwertiges Programm von der Allgemeinbevölkerung angenommen werden? Was uns dieser Film am Anfang auftischt, ist schon fast eine Frechheit. Der Anfang beginnt mit rasanten Bildern und einem durch Quoten getriebenen, skrupellosen Moritz Bleibtreu. Das sich dieser nach einem Unfall so schnell bekehrt ist absolut unglaubwürdig, genauso wie die Wandlung von Elsa Sophie Gambard. Es wirkt doch alles sehr übertrieben und zugespitzt, ohne wirklichen Realitätsbezug, dadurch wirkt auch die Charakterzeichnung der Hauptdarsteller sehr lieblos und beliebig. Nachdem sich die 2 Hauptdarsteller gefunden haben und merken, dass sie ähnliche Interessen verfolgen kommt das, was dem Film eine sehr bittere Note verleiht. Das ganze Thema rund um die Quotenverschwörung ist total Fehl am Platz und überzeugt nie. Vor allem wenn man die Verhältnisse kennt und weiß, dass die Berechnung der Quoten in Deutschland noch mal um einiges genauer sind als z.B. in dem medienregierten USA, so ist fliegt dieses ganze Konstrukt schnell ineinander, trotz normaler Schwächen bei solch einer großen Erhebung. Auch die folgende Manipulation der Geräte und der damit zusammenhängende Aufbau einer kleinen Gruppe Widerstandskämpfer stößt wohl bei den meisten Zuschauern sauer auf. Wenn man alles bis dahin gesehene vergisst, kann man aber im letzten Drittel des Films eine interessante Utopie sehen, die man sich auch so wünschen würde. Das dies alles Wunschgedanke ist und die festgefahrenen Konsumverhalten schwer rückgängig zu machen sind sollte klar sein, trotzdem kann man der Idee nach der Quotenmanipulation doch einiges abgewinnen. Die Nachrichten in diversen Zeitschriften und Bilder von bücherlesenden Jugendlichen im Freien erfreut dann doch das Gemüt jedes nach Revolution in der derzeitigen Fernsehlandschaft strebenden Geistes. Wer die ersten 2/3 des Films erträgt und nicht trotz der unsinnigen Verschwörungstheorien und unscharfen Charakterzeichnungen abgeschalten hat, wird hier für das Durchhaltevermögen belohnt. Schade, dass der Film erst hier die Kurve kriegt, denn man hätte aus der Grundidee des Films sehr viel machen können. Fazit Bei „Free Rainer“ wurde sehr viel Potential verschenkt. Wer die grausamen ersten 2/3 des Films erträgt, wird doch noch mit einem beeindruckenden Ende belohnt, welches trotz aller Logik, die dagegen spricht, doch wünschenswert wäre. Einen ganzen Film trägt dieses Ende trotz dessen nicht und zu einer Revolution im TV-Programm führt es „leider“ auch nicht. 5/10

    Hinzugefügt am 06.09.2009 um 23:14 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Meiner Meinung nach ein verdammt guter Film der sehr gut zeigt was für ein Müll im Fernseh läuft. Ich dachte mir während dem Film so oft, wie schön es wäre, wenn das wirklich mal jemand machen würde. Klar.. alles etwas utopisch dargestellt, aber die Idee ist klasse und ich habe endlich mal gemerkt, dass ich nicht komplett alleine mit meiner Meinung über das bescheuerte Fernseh Programm bin. Finds schade, dass der Film hier relativ schlecht wegkam. Den sollten sich wirklich mal einige Leute anschauen!

    Hinzugefügt am 25.08.2009 um 17:01 Uhr
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    Ejercito
    Ejercito

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      4.5 - Großartig

    Rainer (Moritz Bleibtreu) - koksender TV-Produzent der High Society, launisch, egoistisch und erfolgreich - wird schlagartig aus seinem Verschwenderleben gerissen, als er Opfer eines absichtlich verursachten Unfalls wird. Nach dem Unfall hat er ein traumatisches Erlebnis aus welchem heraus er beschließt sein Leben umzustellen. Er reist mit Pegah (Elsa Schulz Gambard) seiner neuen Gehilfin aus seiner Heimat um Abstand zu gewinnen und beginnt seinen Feldzug gegen das Fernsehen. Hans Weingartner ("Die fetten Jahre sind vorbei") schafft mit "Free Rainer" einen weiteren kontroversen gesellschaftskritischen Film, der uns einmal mehr Einblick in "das System" gewährt. Die erste halbe Stunde des Films ist einleitend und zeigt wie sich der Werdegang des Protagonisten zusehends ändert. Anfangs reich, heuchlerisch und sich selbst hassend und später glücklich und sozial, vielleicht etwas plakativ und klischeebehaftet. Zu Beginn gibt es gleich kritische Anspielungen zu diversen Sendungen aus dem (realen) Fernsehen. Sonst ist der Film recht objektiv, er lässt die Charaktere geschickt untereinander Diskussionen führen. Alles wird aus mehreren gesellschaftlichen Schichten betrachtet und gewertet, ohne dass einer Meinung Recht gegeben wird. Wobei doch eindeutig die Botschaft uns erreicht: Das deutsche Fernsehen ist Volksverdummung (zumindest zu großen Teilen). Der Film ist sozusagen die Abrechnung mit dem ganzen System und somit schon fast Propaganda. Allerdings lassen sich Weingarters Anschuldigungen nicht von der Hand weisen und er inszeniert somit ein Drama, das mit Witz und Gelassenheit und trotzdem seiner gewissen Intensität sich mit unserer Politik und der Ungerechtigkeit der Welt auseinandersetzt. Wenn Rainer seinen Fernseher aus seiner Wohnung im zehnten Stock wirft und dieser auf dem Asphalt zerschellt, so hat das doch einigen symbolischen Gehalt. Es bricht einem das Herz wenn man nach dem Film "erwacht" und wieder in der Realität ist, so schön sind diese idealistischen und utopischen Darstellungen. Man könnte "Free Rainer" auch durchaus als Satire bezeichnen, dafür ist er jedoch zu radikal und ernst gemeint mit seinen Bestrebungen. Die Schauspieler sind sehr passend besetzt und wissen durch Glaubwürdigkeit zu überzeugen. Moritz Bleibreu ("Das Experiment", "Der Baader Meinhof Komplex", "Chiko") spielt wie gewohnt sehr überzeugend und vielseitig, aber auch Milan Peschel und Elsa Schulz Gambard wissen zu überzeugen. Optisch ist sehr angenehm ist, dass es sich nicht um eine Low-Budget Produktion handelt. Der Film stimmt einen nachdenklich und man fragt sich ob so etwas wirklich möglich wäre, und ob wir uns so schnell an anspruchsvolles Fernsehen gewöhnen würden. Genau hier kommt das rebellische Fünkchen in einem hoch. Und das ist es doch was dieser Film bewirken soll! Fazit: Wem "Die fetten Jahre sind vorbei" zugesagt hat und systemkritische Filme interessieren, dem wird auch dieser Film gefallen. Sieht man über die leicht klischeehaften Darstellungen hinweg und betrachtet diese als Mittel um um die einfachen Bürger darzustellen, so ist "Free Rainer" doch sehr empfehlenswert.

    Hinzugefügt am 26.12.2008 um 18:44 Uhr
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      4.5 - Großartig

    Lange habe ich keinen so treffenden und stark besetzten Film gesehen! Auf den Punkt trifft der Inhalt die Fernsehrealität, vor der man am besten flieht und erst nach Mitternacht wieder einschaltet, um etwas "Vernünftiges" zu sehen. Toll gemacht, sehr gut gespielt und zum nachdenken anregend - alles, was ein guter Film braucht! Die Frage bleibt nur: Was wird daraus?

    Hinzugefügt am 18.10.2008 um 17:03 Uhr
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      4.5 - Großartig

    Ein herrvorragender Stoff, sehenswert und zeitgemäß umgesetzt. Für alle, bei denen das Denken nicht schon verkümmert ist. Die Besetzung der Rollen ist wirklichkeitsnah und unterstüzt die Realitätsnähe dieser Satire. Moritz Bleibtreu spielt die Hauptrolle so souverän, dass man den Eindruck hat, ein Teil seines eigenen Ich´s würde auf der Leinwand zu sehen sein. In Wiklichkeit braucht der Medienmacher von heute diesen Film nicht zu fürchten, hat er doch seine Clientel jahrelang zum Konsum seines Produktes erzogen - und, so schnell denken Menschen nicht um (schade).

    Hinzugefügt am 12.09.2008 um 18:51 Uhr
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      4.5 - Großartig

    ich habe mir heute nach langer, langer wartezeit free rainer aus der videothek geholt. jeder, der sich mit medien und dem system auseinandersetz, sollte sich diesen streifen ansehen. absolut sehenswert, wie sich in diesem "märchen" das gemeine, gebeutelte prekariat gegen die macher auflehnt. sicherliche sind die in der kritik genannten schwächen im bezug auf charakterentwicklung usw. richtig. dennoch sollte ein film, der so eine edle botschaft hat mit einer weit höheren punktzahl bewertet werden. nicht zuletzt, da er bis zum ende spannend ist und man stets mit den charakteren mitfiebert. ich selber hatte während des films nur einen gedanken im kopf: was wäre das schön, wenn es soetwas geben würde!

    Hinzugefügt am 27.05.2008 um 17:55 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    tolle Aussage,keine Sekunde langweilig,von jedem etwas-das war der beste KInoabend dieses Jahr! Der Film ist ganz klar übertrieben,aber das macht echt Spass,oder hätte sich vielleicht jemand z.B. die Story von "Schtonk" lieber knochentrocken und superrealistisch reingezogen? Der Anfang des Films ist (auch actionmäßig) einfach der Oberhammer und genial gefilmt.Dann kommt nach dieser arroganten,zugekoksten Fernsehmacherwelt der Absturz und eine illustre Ansammlung von Loosern bildet eine Gruppe,in der sich jeder Zuschauer irgendwie wiederfindet und die sich herzzerreißend immer wieder aufrafft und ne sehr denkwürdige Sache auslöst.Keine Politik im Soziologendeutsch und mit Zeigefinger,sondern immer wieder aufgelockert mit Anarchie und kleinen sehr meschlichen Geschichten/Dramen. Ich fand den Film 10mal erfrischender und reifer als "Die fetten...". Die emotionalen Momente haben die INtensität wie bei Fatih Akin.Ich fands echt der Oberhammer,aber vielleicht muß man selber erstmal ein bißchen "durch" oder zumindest schon mal FLugblätter verteilt haben,um das alles zu verstehen. tschüß,Thomas

    Hinzugefügt am 06.12.2007 um 15:07 Uhr
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      3.5 - Gut

    Der Regisseur hat - zumindest bei uns - erreicht, was er wollte: Wir haben nach dem Film über das Thema diskutiert und ich persönlich habe mich während der Vorstellung bei dem Gedanken ertappt, meinen Fernseher ebenfalls aus dem Fenster zu werfen. Die Kritik, was die Flachheit der Charaktere angeht, kann ich nu' gar nicht teilen. Meiner Meinung nach haben alle Darsteller ihren Job mehr als gut gemacht. Der Regisseur soll gesagt haben "...wenn wir zum Flimstart nicht mindestens drei Klagen vorliegen haben, wäre ich enttäuscht...". Ich nehme diese Aussage nicht wörtlich, sondern eher als Wunsch, man möge sich des Themas mal bewußt werden und darüber diskutieren. Das hat er erreicht...was will man mehr?

    Hinzugefügt am 02.12.2007 um 12:31 Uhr
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      3.5 - Gut

    Dritte Kritik, dritte Meinung. (So in der Mitte von beidem) Ich empfand das nicht als Holzhammer. Eher als den Versuch, uns, den Kinobesucher, mal eben auf eine Gedankenreise mitzunehmen. "Was wäre eigentlich, wenn.....?". Das ist wie auf dem Rummel. Wer bereit ist, auszublenden, dass das natürlich nicht "das Leben" ist, kann Spaß haben. Natürlich ist das ein Märchen, eine "schöne Fiktion". Und wir können trefflich darüber streiten, ob sich "unser Niveau" tatsächlich so runter drücken oder andersherum (von dieser bunten Revoluzzertruppe betrieben) hochziehen lässt. Oder ob es nicht schon immer jene "Differenziertheit im Volke" gab und für immer geben wird. Ja, manches war zu breit "vorgedacht". Aber manches kam auch sehr schön beiläufig rüber (zum Beispiel, dass Rainer - indem er endlich wieder etwas sinnvolles tut - vom Koks wegkommt). Ja, da war dann manches überzogen, zu happy im Verlauf. Aber da ich mich der "Richtung" des Films gern anschließen mag, bin ich geneigt, weniger streng hinsichtlich dieser Schwächen des Films zu urteilen. Und wie erwähnt, da waren ja auch ganz superstarke Szenen. Unterhaltsam und amüsant war der Film allemal. Mit einem wie immer sehenswerten Bleibtreu. Und übrigens auch mit einem sehr erfrischendem Soundmix!

    Hinzugefügt am 21.11.2007 um 22:44 Uhr
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