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Schräger als Fiktion
Originaltitel: Stranger Than Fiction
Komödie
USA 2006
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Pressespiegel
Laufzeit: 113 Minuten
Kinostart: 08.02.2007
Verleih: Sony

Kritik

Nach Christopher Nolans düsterem Magierspektakel Prestige geht es bei einem weiteren Höhepunkt des noch jungen Filmjahres 2007 ebenfalls fantastisch, wenn auch etwas freundlicher zu. „Schräger als Fiktion“ heißt die abgedrehte Komödie, in der Marc Foster seine Position als einer der vielversprechendsten Regisseure der Gegenwart zementiert, Autor Zach Helm seinen Einstieg feiert und Komiker Will Ferrell zeigt, dass er sich auch in anspruchsvollen Rollen behaupten kann.

Wie es einer Romanfigur geht, deren Autorin ihr an den Kragen will, bekommt Harold Crick (Will Ferrell) am eigenen Leibe zu spüren. In ruhigen Bahnen verlief sein bis an die Grenzen der Monotonie minutiös durchgeplantes Leben. Keinen Arbeitstag hat der regeltreue Steuerbeamte bisher verpasst. Der perfekte Arbeiter. Bis dieses einwandfrei funktionierende Zahnrad auf einmal aufhört zu funktionieren. Denn plötzlich hört Harold eine Stimme in seinem Kopf und alles wird anders. Was Harold Crick anfangs nicht ahnt: Sein Leben ist die Geschichte, an der die Erfolgsautorin Karen Eifel (Emma Thompson) seit zehn Jahren arbeitet. Diese steht kurz vor der Fertigstellung ihres Meisterwerks. Eifel wiederum hat keine Ahnung, dass es in der wirklichen Welt eine echte Person mit Namen ihres Hauptcharakters gibt, der genau das widerfährt, was sie in ihrem Buch schreibt, und dass diese Person die Stimme der Erzählerin – ihre Stimme – hören kann. Natürlich spitzt sich für Harold die Lage noch mal zu, als er auf diesem Weg davon erfährt, dass Karen Eifel beschlossen hat, ihr Buch auf eine für ihn ganz unschöne Weise enden zu lassen: mit seinem Tod. Zumal dieser für den Steuerbeamten in einem gänzlich unpassenden Moment kommt, ist er doch gerade dabei, sich in die schöne Steuersünderin Ana Pascal (Maggie Gyllenhaal) zu verlieben...
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„Es ist keine Schizophrenie... Es ist nur eine Stimme in meinem Kopf. Ich meine damit, dass mir diese Stimme in keiner Weise vorschreibt, was ich zu tun hätte. Sie erzählt mir nur, was ich bereits getan habe, und zwar höchst genau und mit besserem Vokabular.“ (Harold Crick)

Man kann gar nicht anders, als sich schon beim ersten Blick auf die Story an die Geschichten des legendären Charlie Kaufman erinnert zu fühlen. Dessen Being John Malkovich, Adaption, Human Nature, Geständnisse - Confessions Of A Dangerous Mind und Vergiss mein nicht begeisterten Fans der verschrobenen Stoffe auf der ganzen Welt. Einen „Kaufman light“, nennt Ian Freer „Schräger als Fiktion“ im „Empire“. Ideentechnisch nicht fern liegt dem Film auch Peter Weirs Die Truman Show, in dem der Held erkennen muss, dass die Wirklichkeit so ganz anders und sein Leben von Außen gesteuert ist (Auch das Filmbild, auf dem man Harold Crick vor weißen Wolken auf einer Couch sitzen sieht, erinnert rein optisch an die Szene als Truman Burbank den Horizont erreicht).

Wer angesichts der vielen Vergleiche jetzt beunruhigt ist und fürchtet, „Schräger als Ficiton“ wäre irgendeine Form von Aufguss genannter Klassiker, kann aber beruhigt werden. „Schräger als Fiktion“ (dessen Titel zugegebener Maßen etwas sperrig daherkommt), ist ein durch und durch eigenständiges Werk. Die viel versprechende Idee und das Drehbuch stammen aus der Feder des Newcomers Zach Helm. Die Regie übernahm der Schweizer Marc Forster (Monster´s Ball, Wenn Träume fliegen lernen), der hier nach seinem Verwirrspiel Stay abermals seine Fähigkeiten unter Beweis stellt und sein ohnehin schon weites filmisches Spektrum auch noch um eine Komödie erweitert. Auch der Cast lässt viel erwarten – und hält, was er verspricht. Was noch eine Parallele zur „Die Truman Show“ deutlich macht. Genau wie damals Regisseur Peter Weir das Risiko einging, seine Hauptrolle durch den damals als Grimassenschneider verschrieenen Jim Carry („Die Maske“) zu besetzen, wagte Marc Foster einiges, indem er sich für Will Ferrell (Der Anchorman, Ricky Bobby - König der Rennfahrer) stark machte. Bis dato hat der ehemalige „Saturday Night Live“-Comedian noch keine vergleichbare Rolle gestemmt. Doch genau wie bei Weir geht auch hier die Rechnung auf. Mehr als das. Will Ferrells Darstellung des erwachenden Automaten Harold Crick ist einer der Höhepunkte des Films: sparsam, melancholisch und trotzdem effektiv. Und – gelegentlich saukomisch. Auch wenn Ferrells schauspielerisches Können vielleicht nicht an das der anderen Darsteller heranreicht, gehen in diesem Fall sein Spiel und seine Figur hundertprozentig zusammen.

Der übrige Cast ist ebenfalls als großes Plus (mit einem kleinen Minus) zu werten: Oscarpreisträgerin Emma Thompson ( „Was vom Tage übrig blieb), Maggie Gyllenhaal (World Trade Center) und Dustin Hoffman (Das Parfum) sind neben Will Ferrell die andern Säulen, die den Film tragen. Auch sie spielen ihre Rollen mit viel Herzblut und schaffen neurotisch-schräge Charaktere, die allerdings leider a) nicht ganz so auf den Punkt gebraucht werden wie die Figur des Harold Crick und b) in einigen ihrer Marotten etwas zu konstruiert wirken. Hier hält die Qualität der Grundidee mit der tatsächlichen Ausführung nicht ganz Schritt. Auch wenn Dustin Hoffman mal wieder eine schöne Leistung hinlegt, wird sich mancher vielleicht etwas zu sehr an seine Rolle in I Heart Huckebees oder auch in Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich erinnert fühlen.

Doch alles in allem funktioniert „Schräger als Fiktion“ sehr gut. Helms tolle Idee, Fosters virtuose Inszenierung und die skurrilen Charaktere ergänzen sich kongenial zu einem wirklich starken Film, der genau zu richtigen Teilen Komödie, Tragödie, Liebesschnulze und absurdes Theater ist. Am Ende hätte sich Autor Helm gerne noch etwas mehr einfallen lassen dürfen. Angesichts der zahlreichen selbstreflexiven Momente im Film, bei denen Karen Eifels Buchende als ach-so-brillant gelobt wird, dürfte sich bei vielen Zuschauern eine Erwartungshaltung aufbauen, die dann nicht so ganz eingelöst wird. So hat sich Zach Helm nach oben etwas Luft gelassen. Bei seinem nächsten Film „Mr. Magorium's Wonder Emporium” übernimmt er auch die Regie. Dann kann er zeigen, wieviel noch drin ist.

Björn Helbig

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Gastkritiken

Will: bleib bei luke u snoop (old school)!
den film konnte leider auch kein dustin hoffman retten, der trotz des miesen films noch positiv überrascht - nur deswegen 3 sterne von mir!der...
toller Film !
Habe mich selten so gut bei einer Komödie amüsiert, es stimmt einfach alles: Skurrile Charaktere, scharfzüngige intelligente Dialoge, eine nette...
Frank the Tank ist einfach der beste
Gestren zum ersten mal gesehen.Man kann nicht viel sagen ausser: sie ihn dir an.Grandios unterhaltsamVolle Punktzahl von mir
Einfach klasse und erfrischend
Schon die ersten Szenen haben mich in in den Bann gezogen. Die visuelle Untermalung mit Zahlen und Linien gepaart mit den litarisch angehauchten...
ein absolut sehenswerter film mit einem interessanten und humorvollen plot. vielleicht ist die parallelhandlung der autorin phasenweise etwas zu...

Insgesamt 15 Gastkritiken vorhanden.

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