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4 - Sehr gut
Weil die FAZ den Film mit 'grandioser Monsterfilm' betitelte hab ich ihn ausgeliehen und es war eine gute Wahl. Der Film ist aber nichts für Leute, die Action-Snuff einer gut erzählten Geschichte vorziehen.
Erstens macht der Film Spaß, weil er vieles mit alltäglicher Ironie durch den Kakau zieht. Ein paar Beispiele:
- Die von anderen erwähnte Trauerszene wird überzeichnet (Die Leute wälzen sich förmlich auf dem Boden). Das ist komisch und zugleich eine traurige Situation.
- Was würden Touristen wohl tun, wenn sie knapp unter der Wasserfläche ein Monster herannahen sehen? Sie werfen Essen ins Wasser und wollen es füttern.
- Was machen die Kinder, als der Opa eine weise Ansprache hält? Sie schlafen im Sitzen ein.
- Was sagt der fahrende Polizist, als die Familie sich auf dem Weg zur Bekämpfung des Monsters im Auto mit Molotof-Cocktails bewaffnet? 'Was machen Sie für eine Unordnung an meinem Arbeitsplatz?'
- Ein Polizist beruhigt den Freund eines gesuchten Familienmitgliedes, der dieses soeben verraten hat: ja, die Belohnung sei von der Steuer absetzbar.
- Was macht der Penner, als ein Familienmitglied im sein gesamtes Geld für einen Rucksack anbietet? Er zieht ihm eine Flasche über den Kopf: 'Für Geld kannst Du Dir auch nicht alles kaufen'
Zweitens macht der Film Spaß, weil er keine Stereotypen braucht und stattdessen liebevolle oder skurile Menschen mit Macken und Problemen darstellt. Auch das 'Monster' ist schlicht eine (allerdings nett anzuschauende) große Amphibie, die sich natürlicherweise um ihr Fressen kümmert. (Gut fand ich in dem Zusammenhang auch, daß ein paar unwichtige aber interessante Fragen in die Handlung eingewoben werden: Wie trinkt so ein Tier? Wie verdaut es? Ruht es?)
Drittens macht der Film ausgesprochen Spaß, weil er sich mit den Themen Familie, Leben/Tod auf einer symbolischen Ebene auseinander setzt. Das ist die größte Stärke und wohl auch das heimliche zentrale Thema des Films. Das Monster, stellvertretend für einen zerstörerischen Zeitgeist, der von außen an die Familie heranbrandet. Die Systeme, die das Problem erst verursachen, dann eingreifen wollen, durch ihre Inkompetenz und Korruption die Lage aber nur verschlimmern. Die Botschaft des Filmes ist: Die Familie hält zusammen. In einer Szene sitzt die Familie zusammen und isst, um neue Kräfte für die Jagd auf das Monster zu sammeln. Da erscheint der Geist der jüngsten Tochter, die sich in Wirklichkeit in der Kanalisation vor dem Ungeheuer versteckt, und jeder in der Familie nimmt etwas von seinem Essen und füttert die Tochter.
Am Schluß erlegt die Familie mit gemeinsamen Kräften das Monster, aber es hat Opfer gegeben, nämlich das älteste und das jüngste Mitglied der Familie (Dafür hat die Familie ein neues Kind bekommen). Der ganze Film wird durch diese Ebene sehr interessant und regt zum Interpretieren und Nachdenken an.
Hinzugefügt am 28.10.2009 um 21:54 Uhr
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