Suspiria
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      4.5 - Großartig

    Die erste Viertelstunde dieses Films gehört zum ergreifendsten, was mir jemals unter die Augen gekommen ist. Diese Bildgewalt, gepaart mit der genialen Musik von Argentos Hausband Goblin: All das beschert uns einen in hohem Maße erinnerungswürdigen Filmeinstieg, der gruselig und wunderschön zugleich ist. Dazu ist zu sagen, dass ich als ausgebuffter Horrorfilmfan (hört hört! :)) doch eigentlich gar nicht mehr in der Lage bin, mich ordentlich zu gruseln. Und mit zunehmender Erfahrung gibt es auch ganz allgemein immer weniger Filme, von denen man sagen kann, so etwas habe man vorher noch nie gesehen. Suspiria schafft es doch tatsächlich, ganz besonders in der ersten Viertelstunde in diesen beiden Beziehungen Marken zu setzen. Wenn ich an diese Szene denke, in der die Frau vorm Fenster steht, und man sieht da die ganze Zeit diesen Schatten und denkt sich: Ist das jetzt die Wäsche, die an der Leine im Wind flattert?! Mein lieber Schwan, das sind mal Urängste! Die Inszenierung ist tatsächlich beim deutschen Expressionismus ausgeborgt (ich kenne aus dieser Ecke nur "Caligari"). Aber natürlich ist sie in ein komplett anderes Umfeld gesetzt worden (und außerdem natürlich in Farbe). Argento beweist über den ganzen Film (also auch über die ersten 15 Minuten hinaus) sein großartiges ästhetisches Gespür. Dass die Handlung hanebüchen ist, ist natürlich schade. Da ist durch die einfachen Dialoge und die einfache Auflösung der Klimax doch noch Luft nach oben vorhanden. Aber gut, an diese Geradlinigkeit muss man sich eben anpassen. Wie mein Vorredner schon meinte: Zurücklehnen und genießen! Was mich aber wirklich aufgeregt hat, ist diese sinnlose ausufernde Gewalt. Im Kontext von Suspiria wirken diese Splatterszenen einfach deplatziert. Das liegt vor allem daran, dass Splatterszenen immer etwas in sich komisches haben - der eigentlich recht ernst daherkommende Horrorfilm "Tanz der Teufel" greift zum Beispiel in den Kampfszenen die "Three Stooges" auf, und "Braindead" spricht ja eh für sich. Ganz besonders die Szene mit dem aggressiven Hund finde ich in Suspiria völlig fehl am Platz, sie ist einfach albern und kein bisschen schockierend. Da schlabbert der Köter sein Schappi, und die ganze schaurige Atmosphäre, die Argento so genial erzeugt, ist für ein paar Momente vollkommen futsch. Schade drum. Zumal ich aufgrund dieser Brutalität den Film nicht an Freunde und Bekannte weiter empfehlen kann, die mit dieser Art der Gewaltdarstellung nicht klarkommen. Dabei hat Argento eigentlich ein größeres Publikum verdient.

    Hinzugefügt am 26.10.2009 um 02:42 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Als ich vor zehn Jahren zum ersten Mal eine Reihe von Argento-Filmen sehen "musste" (Profondo Rosso, Suspiria, Inferno, Phenomena, etc....), konnte ich zunächst überhaupt nichts mit ihnen anfangen. Die Geschichten erschienen mir zu dünn, die Handlung weitestgehend langweilig. Für einen richtigen Horrorfilm habe ich mich zu wenig gefürchtet, und für Splatter war mir das alles nicht blutig genug. Und trotzdem konnte ich es nicht lassen: Wieder und wieder musste ich Argentofilme schauen, nur, um wieder enttäuscht zu werden... Vielen wird es gehen wie mir: Argento ist weit weg von Konventionen, von dem üblichen Filmverständnis, weit weg von einem guten Geschichtenerzähler (Und das war auch schon entgegen der landläufigen Meinung bei "Spiel mir das Lied vom Tod" so) - Argento ist Argento. Argento ist anders. Und um Argento zu mögen, muss man sich auf ihn einlassen. Was mir zunächst nicht gelingen wollte, habe ich dank "Inferno" und "Phenomena" dann doch noch geschafft... Und wenn ich heute einen Argentofilm sehe, dann weiß ich: Erst Gehirn abschalten und dann einfach nur noch geniessen - den Film wie ein Traum verstehen, in die Bilder eintauchen und selber ein Teil von einem großen wunderschönen Gemälde werden. Vielleicht ist Argento wie "Sting"... man muss ihn mehrmals hören bzw. sehen, bis man ihn mag. Aber wenn man ihn mag, dann kann man nicht mehr anders, als ihn zu lieben. "Suspiria" ist für mich kurz gesagt ein ganz grosser "Knaller". Die Bilder sind von überirdischer Schönheit und Romantik. Man kann kaum von einem Horrorfilm reden, denn die Atmosphäre ist so dicht und von zartem Schauder, dass man sich nichts anderes wünscht, als selber in diesem verfluchten Haus zu sein und die Hexe Suspiriorum bzw. Helena Markos zu jagen. Über Logik oder Motivation der Charaktere darf man hier nicht nachdenken - damit tut man sich selbst keinen Gefallen. Aber wenn man dazu bereit ist, so zahlt "Suspiria" dieses Opfer zehnfach zurück und wird zu einem atemberaubenden, unvergesslichen Filmerlebnis. Und wenn es dann zu dem großen Show-Down kommt, auf den Argento beinahe unerträglich lang warten lässt, so bekommt man einen Horror geliefert, der so alptraumhaft und furchtbar ist, dass man sich auf die Zunge beissen muss, um nicht laut aufzuschreien. Das Mittel ist einfach - und doch so genial umgesetzt. Die Hexe deutet auf die Tür, hinter der sich angeblich die Hölle befindet, die Türe öffnet sich und man möchte gar nicht erst wissen, was dahinter ist, aus Furcht, man könne das Grauen nicht ertragen. Und was dann aus der Türe kommt, übertrifft sogar alle Erwartungen an das Schreckliche. Und doch muss man immer wieder zurückspulen und es sich wieder und wieder anschauen. Denn so schlimm es ist, was da kommt - es ist wunderschön. Das ist Argento. Argento ist anders.

    Hinzugefügt am 06.02.2007 um 01:37 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    ...was für ein Film !!! . Argento Fans wissen das der Schocker zur " Mütter Trilogie " gehört. In Deutschland ständig konfrontiert mit der Zensur ... war der Film teilweise nur verstümmelt auf Video erhältlich , durch das einführen des Mediums DVD gibt es SUSPIRIA in der Zwischenzeit als Uncut Auflage , im benachbarten Ausland ... nicht so schlimm den auch deutsche Tonspuren sind verfügbar .... ein harter Brocken .. aber mit Sinn und Verstand ..!! FAZIT : Unbedingt ansehen !!!!!!!!!

    Hinzugefügt am 24.12.2006 um 23:56 Uhr
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