Zweifellos ist es ein schwieriges Unterfangen, einer Person wie Martin Luther in einem Spielfilm gerecht zu werden – zumal es in solchen Fällen nie nur um Bedeutung der Person, sondern auch um die historischen gesellschaftlichen und politischen Umstände ihres Wirkens geht – bzw. gehen müsste. Aber gerade in diesem Punkt ist Eric Tills Versuch, den Reformator filmisch „zu fassen”, gnadenlos gescheitert. Man kann sich lange darüber aufregen, dass Joseph Fiennes nun so gar keine Ähnlichkeit mit dem kleinen, dicken Mann hat, der – übrigens nicht allein und nicht als einziger Reformator – einige Unruhe in das 16. Jahrhundert gebracht und die Allmacht der römisch-katholischen Kirche – ebenfalls nicht allein – gebrochen hat. Viel schwerwiegender sind die historischen Unkorrektheiten und nicht haltbaren Aussagen, die den Film kennzeichnen, und eine Darstellung der Person Luthers, die dem, was ma...
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