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    Laws of Attraction
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,0
    lau
    Laws of Attraction
    Von Stefan Ludwig
    Pierce Brosnan ist James Bond. Seine sonstigen filmischen Aktivitäten wurden zumeist von einer wesentlich weniger großen Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen (Ausnahme: Der US-Hit „Die Thomas Crown Affäre“, „Dante´s Peak“, ansonsten ist er der Bond der jetzigen, jugendlichen Generation. Mögen ihn viele als für diese Rolle bestenfalls durchschnittlich geeignet einschätzen, so gab er sich nach dem Ausstieg aus seinem Vertrag unzufrieden. So hatte er nach eigenen Aussagen nicht die Chance, den Charakter James Bond auf die Weise darzustellen, wie die Bücher von es Ian Fleming vorzeichnen. „Laws Of Attraction“ von Peter Howitt ist die neueste Möglichkeit für Brosnan, sich nach dem zuletzt durchschnittlichen „After The Sunset“ von einem unnötigen Film in den nächsten zu schleppen, oder dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Doch aktuell bringt er außerhalb der Bond-Reihe keinen wirklich ansprechenden Film zustande.

    Audrey Woods (Julianne Moore) gehört zu der Riege der erfolgreichsten Anwälte New Yorks. Ihr mit Bestnote des Jahrgangs abgeschlossenes Studium führte zu einer steilen Karriere, die sie fortan eilig in teuren Kostümen durch Gerichtsgebäude schreiten lässt. Scheidung ist ihr Metier und ihr nächster Kontrahent ein in der Stadt unbekannter Anwalt mit dem Namen Daniel Rafferty (Pierce Brosnan). Der hat sich offenbar den Wahnsinn zu Methode gemacht – allenthalben die Verwirrung -, durch seine konfusen Auftritte erweckt er den Eindruck eines Fliegengewichts für die erfahrene Audrey Woods. Doch nach ihrem ersten Schlagabtausch im Gerichtssaal muss diese Annahme korrigiert werden, Rafferty gibt sich als verkanntes Genie. Seine ebenso genialen, sich Alkohol bedienenden Verführungskünste führen schnell zum Beginn einer unfreiwilligen Romanze. Inklusive nicht ganz freiwilliger Heirat...

    Die nicht völlig konventionelle Geschichte verstrickt sich leider in einen komplett konventionellen Handlungsverlauf, was dem Genre Fluch und Segen zugleich zu sein scheint. Fluch, weil es so nie weit über die Belanglosigkeit hinauskommt. Segen, weil es das Publikum nicht anders erwartet und nicht anders will. Recht so, sind Filme für die bloße Unterhaltung doch ebenfalls notwendig. Da sich die Story dem Klischee hingibt, ist Spannung ausgeschlossen, spannend ist nur: Wie machen sich Pierce Brosnan und Julianne Moore so? Denn großartige Regiekunst ist von Peter Howitt („Johnny English“ , „Startup“) nicht zu erwarten. So kommt der Film, der nach endlosen Startverschiebungen erst gut ein Jahr nach US-Start in den deutschen Kinos läuft, dann auch erwartungsgemäß ohne zu viel Stil aus und beschränkt sich optisch darauf, die Hauptdarsteller möglichst attraktiv ins Bild zu rücken.

    Mission: geglückt. Julianne Moore ist wie immer eine Augenweide und dabei sogar weit entfernt vom Standard-Schönheitsideal. Sie spielt eine Anwältin, die gerne eiskalt wäre, aber von Rafferty in fünf Sekunden völlig aus dem Konzept gebracht wird. Ihre blasse Haut und ihre bis auf die Oberarme reichenden Sommersprossen halten sie jedoch nicht davon ab, dabei in jeder Sekunde gut auszusehen. Was den Film überhaupt ausmacht, sind die Szenen zwischen ihr und Brosnan. Denn die „Chemie“ zwischen den beiden stimmt einfach – ist sein Charme hier doch die perfekte Ergänzung zu ihrer Unsicherheit im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Alle anderen Szenen halten den Film mit aller Gründlichkeit davon ab, sich vom unteren Mittelfeld entschieden zu entfernen. So sind die Szenen mit der Mutter von Audrey (Frances Fisher) und dem nebenbei behandelten Scheidungsfall zwischen einer Modedesignerin und einem Rockstar an den Grenzen der Selbstparodie. Unabsichtlich, versteht sich.

    Eingangs werden die Charaktere von Woods und Rafferty halbwegs ansprechend eingeführt und versprechen ein eventuell nettes Filmerlebnis. Wer sich jetzt über Klischees beklagt hinsichtlich der Frauen- und Männerrollen macht sich lächerlich, Anspruch sollte woanders gesucht werden. Nur weil eine Frau mal nicht so stark dargestellt wird, dass sie jeder Kampfemanze als Vorbild dienen kann, ist das nicht gleich als allgemeiner Angriff auf das gesamte weibliche Geschlecht anzusehen. Dann driftet der Film ab in eine belanglose Story über ein märchenhaftes Schloss in Irland. Die anfänglich direkt erkennbare Sympathie zwischen den beiden Hauptfiguren und ihr ständiges Hin und Her zwischen Abneigung, Krach und großer Liebe beginnt leicht an den Nerven zu zerren.

    So befindet sich der Qualitätsverlauf des Films, als Kurve gezeichnet, in etwa mit einer mittelschwer zu bewältigenden Skiabfahrtspiste in Einklang. Angefangen bei dem höchsten Punkt. Das Hauptdarstellerpaar ist im Zusammenspiel der größte Pluspunkt und leider auch der einzige. Drehbuch, die Mehrzahl der Dialoge, die Nebendarsteller (bis auf die witzige Performance von Parkey Posey als durchgeknallte Modedesignerin), alles ähnlich weich wie halbfertige Backofenpommes. Brosnan ist am Ende bei weitem nicht der große Schauspieler, darf sich aber mit Leichtigkeit in die Gefilde spielen, die Til Schweiger seit Jahren so gerne erreichen würde.
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