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Mission 3D - Game Over
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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
1,5
enttäuschend
Mission 3D - Game Over
Von Stefan Ludwig
Mit der Kinder-Komödie „Mission 3-D“ schließt Robert Rodriguez („From Dusk Till Dawn” , „Irgendwann in Mexico”) seine „Spy Kids“-Reihe ab. Im Original lautet der Titel „Spy Kids 3-D: Game Over“. „Game Over“ heißt auch das Spiel, in das die Hauptperson Juni (Daryl Sabara) hineinversetzt wird. Vor allem, um waghalsige Abenteuer in einer der Matrix-ähnlichen Welt zu erleben. Denn die Story verkommt zur Nebensache, sie scheint mehr zufällig nebenbei zu passieren, als denn von den Hauptpersonen beeinflusst. Was die auf dem Kinoplakat angepriesene 3-D-Brille tatsächlich bringt, lässt sich in erster Linie als störend bezeichnen. Insgesamt mangelt es an ausgefeilter Technik, schweift der Blick einmal in den Hintergrund, sind Leere oder langweilige und lieblose Landschaften zu erkennen.

Eigentlich wollte Juni nie wieder für den Geheimdienst USS arbeiten. Doch nun soll er seine Schwester Carmen (Alexa Vega) retten. Sie ist in einer Computerwelt gefangen, die von Toymaker (Sylvester Stallone) kontrolliert wird. Toymaker will die Weltherrschaft an sich reißen, indem er alle Kinder mittels seinem Spiel „Game Over“ kontrolliert. Grund genug für Juni, sich von der USS in das Spiel einklinken zu lassen und sich dort ins vierte Level vorzukämpfen, in dem sich seine Schwester aufhalten soll. Fortan beweist er sich in Roboterkämpfen oder Rennen, durch die er nach und nach in die nächsten Ebenen des Spiels gelangt. Hilfe erhält er von drei anderen Kindern, die ihn aufgrund seines gelben Anzugs für „den Einen“ halten – also derjenige, der auf der Spielpackung in Umrissen zu erkennen ist. Sie glauben, er könne sie ins fünfte Level bringen. Das fünfte Level soll angeblich unschätzbaren Reichtum mit sich bringen und ist die Motivation für alle Kinder der realen Welt, ihr Glück in „Game Over“ zu versuchen. Doch ohne den „Einen“ war es bisher nicht möglich, diese Level zu erreichen - man verlor sofort.

Etwa die ersten fünfzehn Minuten ist der Film zweidimensional, danach wird der Zuschauer aufgefordert, seine 3-D-Brille aufzusetzen. Das passiert an der Stelle, als die Hauptperson in das Spiel hineinversetzt wird. Von nun an soll alles dreidimensional wirken und tatsächlich erscheinen Gegenstände plötzlich zum Greifen nahe oder man glaubt, es würden einem Trümmer ins Gesicht fliegen. Nette Effekte, aber eigentlich wirkt die Technik insgesamt nicht mehr zeitgemäß. Denn die Brille stört die Sicht zum Teil, die linke Seite ist relativ dunkel und es entsteht der Eindruck, mit dem linken Auge nicht richtig sehen zu können. Zudem ist anscheinend bei der Farbgebung nicht richtig Acht gegeben worden, durch die rote und blaue Seite der Brille ergibt sich ein zum großen Teil farbschwaches Bild. Einzig bei Personen kann die 3-D-Technik überzeugen, etwa der Glaube, Sylvester Stallone direkt vor sich stehen zu haben, wird mit der Brille recht gut hervorgerufen. Doch anstatt in diese scheinbar zurecht in Vergessenheit geratene Technik zu investieren, wäre besser mehr Mühe in die restliche Optik und in eine interessantere Story gesteckt worden.

Die nicht überzeugende Geschichte ist einer der großen Schwachpunkte des Films. Wo bei „Findet Nemo“ eine herzergreifende Vater-Sohn-Geschichte im Vordergrund stand, gelangt hier die Idee des seine Schwester rettenden Jungen zu stark in den Hintergrund. Viel mehr Augenmerk liegt bei den Abenteuern des Jungen und den Kindern, die ihm helfen. Außerdem ist da noch der Großvater von Juni, der immer wieder aus dem Nichts auftaucht und hilft. Im wirklichen Leben ist er gehbehindert und sitzt deshalb im Rollstuhl. Doch im Spiel bekommt er das Power-Up „Superbeine“.

Die Kinder spielen alle recht überzeugend, ihre Rollen sind klar definiert. Da gibt es den Intelligenten, den körperlich Starken und den Coolen. Überhaupt sind viele Klischees in den Rollen zu finden, Innovation bleibt dabei völlig auf der Strecke. Außerdem wird teilweise etwas krampfhaft versucht, „Werte“ zu vermitteln, so sei etwa der Großvater durch seine Gehbehinderung doppelt so intelligent. Zudem ist die Familie als sehr wichtig für das Leben dargestellt, was allerdings eher wirkt, als wäre es für die Eltern immer wieder eingestreut, um denen glaubhaft zu machen, „Mission 3-D“ besäße pädagogischen Wert. Denn eigentlich geht es primär um pure Unterhaltung, die besonders durch viel Action erzeugt wird. Dass dabei jeglicher Realismus auf der Strecke bleibt, ist noch zu verkraften. Aber teilweise entsteht der Eindruck, alles passiere wie von selbst, die Probleme lösen sich ohne große eigene Leistungen der Protagonisten.

Die Gastrollen von Antonio Banderas, Sylvester Stallone, George Clooney, Elijah Wood und Salma Hayek sind primär dazu dar, um einige Stars in den Film zu verpacken. Stallone spielt in gewohnt einfacher Manier, eine große Leistung ist jedoch in seiner Rolle auch nicht verlangt. Als Bösewicht Toymaker, der am Ende natürlich seine Überzeugung ändert und sogar eigenhändig die Menschheit rettet, hat er diverse Auftritte, in denen er meist seine drei verschiedenen menschlichen Seiten über sein Vorgehen befragt. Das kindgerechte Ende ist in so einem Film Pflicht, doch das Finale ist völlig daneben geraten. Uninteressant und wenig spektakulär werden noch ein paar Roboterkämpfe eingeschoben, in denen der Schaden der Roboter stets nur symbolisch durch herabfallende Schrauben und Muttern angezeigt ist.

Im Ganzen lässt sich der Abschluss der „Spy Kids“-Trilogie als ein Kinderfilm, der für Erwachsene nichts bietet, bezeichnen. Anders als etwa „Shrek“ oder „Findet Nemo“ sind keine Elemente eingebunden, welche die Eltern unterhalten könnten. Lediglich die versuchte Wertedarstellung als Rechtfertigung für diesen Action-Klamauk sollen die Eltern wohl davon abhalten, die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen. Manche Zeichentrickserien im Vormittagsprogramm können als Kinderunterhaltung mehr überzeugen. Bleibt fast zu wünschen, dass die in Amerika mit 110 Millionen Dollar Einspielergebnis (bei einem Budget von 40 Millionen) belohnte Produktion zumindest in Deutschland nicht allzu viele Familien ins Kino locken kann. Das war schließlich bei den ersten beiden Teilen auch schon so...
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