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    Standing still
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,5
    durchschnittlich
    Standing still
    Von Stefan Ludwig
    Heiraten ist eine gewichtige Entscheidung. Vermutlich hat jeder vorher Zweifel, ob er sich wirklich an seinen Partner binden will – auch wenn Scheidungen mittlerweile fast häufiger als Hochzeiten stattzufinden scheinen. Von dieser Qual der Wahl losgelöst sind Hochzeitsfeste immer ein Ort der Begegnung alter Freunde. In der Komödie „Standing Still“ von Regisseur Matthew Cole Weiss steht dieses Wiedersehen im Focus: Nicht alle alten Geschichten wollen die Beteiligten gerne wieder aufgewärmt wissen. Die Besetzungsliste und der Vorspann klingen nach einem Spielfilm im Stil von „Dawson’s Creek“ – und der Vergleich ist keineswegs verkehrt. Nur ist für eine Leinwandproduktion ein höherer Standard angemessen als für eine Teenie-Soap.

    Elise (Amy Adams) und Michael (Adam Garcia) laden zu ihrer Hochzeit nach Los Angeles ein. Scheinbar führen die beiden ein perfektes Leben: Ihr weitläufiges Haus ist mit einem Pool ausgestattet, die Heiratsglocken läuten bald. Ihr Freundeskreis ist zwar weit verstreut, aber die alten Bande hat das noch nicht zerstört. Jedoch versucht die lesbische Jennifer (Lauren German), ihre ehemalige Liebesbeziehung zu Elise wieder zu erwecken. Pockets (Jon Abrahams) landet im Gefängnis, Quentin (Colin Hanks) schläft mit einer 17-Jährigen. Als Simon (James van der Beek) aufschlägt, wird es feuchtfröhlich – der abgedrehte Schauspieler und sein Regisseur sind hauptsächlich zum Spaß auf der Welt…

    Die Geschichte besteht im Prinzip aus verschiedenen Episoden, die zum größten Teil durcheinander erzählt werden. Der Hauptteil der Story, die Hochzeitsvorbereitung, findet lediglich am Rande statt. Als Michaels Vater auftaucht, scheint die Hochzeit bald selbst in Gefahr. Das beliebte Motiv des Junggesellenabschieds wird übrigens hervorragend aufbereitet: Mit dem Flieger starten die Jungs nach Las Vegas durch und bald findet sich Michael in Unterhose neben zwei Tänzerinnen wieder.

    Diese in gerafften Bildern erzählte Episode ist allerdings bereits der inszenatorische Höhepunkt des Films. Die Perspektive wechselt dann zu den zurückgebliebenen Mädels, bei denen inzwischen eine Pizza samt Pizzaboy geliefert wurde. „Standing Still“ ist gewiss über die gesamte Spielzeit unterhaltsam – mehr kann er aber leider nicht bieten. Wenn die Story in die Tiefe zu rücken scheint, wechselt meist bald der Schauplatz. Für große Charakterstudien bleibt bei einer derartigen Erzählweise selbstverständlich kaum Zeit. Das möchte der Film jedoch auch gar nicht erreichen.

    Schauspielerisch überrascht James van der Beek damit, dass er eine völlig andere Rolle als die des in sich gekehrten Dawson (aus „Dawson’ Creek“) spielt. Er liefert keine Glanzleistung ab, kann aber überzeugen. Mena Suvari spielt die durchgeknallte, neurotische Schönheit Lana, die Pockets lange Zeit das Leben schwer gemacht hat. Als die beiden sich nach vielen Jahren aussprechen, zeigt der Film sein theoretisches Potenzial. „Standing Still“ ist natürlich ein Ensemble-Film – er ließe sich auch als ernsthaftere Version von American Pie bezeichnen. Durch die Bank meistern die restlichen Darsteller ihre Rollen, auch wenn niemand besonders hervorsticht.

    „Standing Still“ ist ein unterhaltsamer, lustiger Film, der gewiss für Kurzweile sorgen kann. Denn langweilig wird es bei all den unterschiedlichen Episoden nie. Schauspielerisch bietet er solides Mittelmaß. Das Drehbuch hätte sich vielleicht stärker auf einzelne Charaktere konzentrieren sollen, offenbar war dies aber gar nicht erwünscht. Die Musik fällt allerdings sehr positiv auf, im Hintergrund läuft häufig sehr, sehr gute Popmusik – meist eine Art College-Rock.
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