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    Der verbotene Schlüssel
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,0
    lau
    Der verbotene Schlüssel
    Von Claudia Holz

    Es gibt Filme, die werden von ihren eigens erschaffenen Geistern heimgesucht. So auch der Mystery-Thriller „Der verbotene Schlüssel“. Hoodoo ist nicht zu verwechseln mit Voodoo und deshalb Zauberei ohne Püppchen und Nadeln. Laut Wörterbuch bedeutet es unter anderem „etwas das Pech bringt“. Der Regisseur Iain Softley hätte beim Versuch, die bösen Mächte zu beschwören, lieber gleich einen Exorzisten mit bestellen sollen, denn die sumpfige Gothic-Atmosphäre und der dunkle Hoodoo-Zauber können das holzige Drehbuch nicht retten. Vielleicht ein weiterer Fall von „die Geister die ich rief“?

    Die desillusionierte Pflegekraft Caroline (Kate Hudson) nimmt eine Stelle bei einem älteren Schlaganfallpatienten an. Ben (John Hurt) und seine Frau Violet (Gena Rowlands) wohnen in einem Anwesen im Sumpfland von Louisiana, welches eine perfekte Kulisse für spukige Nächte bietet. Ein mysteriöses Dachbodenzimmer (wer hier mit dem Titel eins und eins zusammenzählen kann bekommt Pluspunkte) und der Kult der schwarzen Mächte, der im tiefsten Süden der USA weit verbreitet ist, tun ihr übriges und so beginnt Caroline Nachforschungen anzustellen, um einem dunklen Geheimnis auf die Spur zu kommen...

    Nach all den Horror-Remakes, die Hollywood aus Asien importiert, ist es erfrischend zu sehen, dass „Der verbotene Schlüssel“ ein US-Original des Genres ist. Dennoch: „Gothika“ war das bekanntlich auch und deshalb gibt es keinen Grund, vollkommen aus dem Häuschen zu sein. Obwohl der Film einen angenehm stetigen Rhythmus aufweist, der locker und flockig durch die Szenen führt, kommt die Atmosphäre nur aus der Abteilung „Schock und Buh“ und liefert keinen echten Tiefgang. Wahrscheinlich ist dies dem Drehbuch anzulasten, das versucht aus einer „Twilight Zone“-Episode einen abendfüllenden Spielfilm zu stricken.

    Merkwürdig nur, dass die Filmemacher selbst mehr Potential haben, als dieser Fehltritt hier glauben machen könnte. „K-Pax“ beweist, dass der Engländer Iain Softley ein Händchen für Geheimnisse hat und unschlagbar gut besetzen kann. Und Drehbuchautor Ehren Kruger hat sich immerhin „The Ring“ und „Arlington Road“ in seinen Vita-Gürtel geritzt. Kate Hudson („Almost Famous“, „Liebe auf Umwegen“) bemüht sich redlich, doch die losen Enden des Skriptes kann auch sie nicht sinnvoll zusammenknüpfen. Außerdem steht für sie nicht wirklich etwas auf dem Spiel. Es gibt weder einen männlichen Gegenpart, der sich opfern könnte, noch eine greifbare, Furcht einflößende Bedrohung und so muss Frau Hudson den Film komplett alleine stemmen - leider ohne großen Erfolg. Ehrlich gesagt sind die Nebenfiguren dermaßen unterbesetzt, dass die Erwähnung im Vorspann und auf den Plakaten fast schon pure Einbildung ist. John Hurt („Hellboy“, „Dogville“, „Contact“), der Arme, verbringt seine Spielzeit stumm an einen Rollstuhl gefesselt und Peter Sarsgaard („Garden State“, „Kinsey“) schaut nur hin und wieder mal als aalglatter Südstaatenanwalt vorbei.

    Und dennoch: Der Twist ist stark, die Magie der schwarzen Macht liefert wohlige Gänsehaut bis zum Schluss und die Aufmerksamkeit des Zuschauers wird durch winzige Hinweise und versteckte Puzzlestücke aufrecht erhalten. Wenn allerdings der Abspann läuft, wünscht man sich seine Zeit anderweitig vergeudet zu haben, als mit diesem oberflächlichen Terror, der die Intelligenz des mittlerweile sehr klugen und belesenen Genrepublikums nicht gerade herausfordert.

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