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Sahara - Abenteuer in der Wüste
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Sahara - Abenteuer in der Wüste
Von Deike Stagge
Afrika wird als Schauplatz für Hollywoodfilme in diesem Jahr im großen Stil entdeckt. In „Hotel Ruanda“ wurde ein gänzlich afrikanisches Drama beleuchtet, „Die Dolmetscherin“ erzählt von den Konsequenzen einer brutalen afrikanischen Diktatur, die bis in die UN reichen. Mit „Sahara“ schlägt erstmals auch ein klassischer Abenteuerfilm 2005 seine Zelte auf dem schwarzen Kontinent auf, nicht ohne allerdings einen Blick auf die humanitäre Situation vor Ort und die Profitgier europäischer Unternehmer zu werfen.

Abenteurer Dirk Pitt (Matthew McConaughey) und Dr. Eva Rojas (Penelope Cruz) haben überhaupt nichts gemeinsam. Er ist ein speziell ausgebildeter Soldat und sucht mit der NUMA, der amerikanischen Behörde für Meer- und Unterwasserforschung, nach versunkenen Schätzen; die schöne Eva arbeitet als engagierte Ärztin für die Welt-Gesundheitsorganisation in Afrika. Als Eva der Ausbreitung einer mysteriösen Seuche auf den Grund gehen will, wird sie plötzlich von einem Tuareg-Krieger angegriffen. Hier kreuzt sich ihr Weg mit dem des Draufgängers Dirk, der zufällig Zeuge des Hinterhalts wird und die junge Ärztin vor dem Angreifer rettet.

Eva verbringt einige Zeit mit dem Schatzsucher Dirk, seinem besten Freund Al (Steve Zahn) und Admiral Sandecker (William H. Macy), dem Boss der beiden. Der Admiral vermittelt Eva auch an den französischen Unternehmer Yves Massarde (Lambert Wilson), der ihr als einflussreicher Geschäftsmann helfen soll, bei den Afrikanern Unterstützung für Evas Untersuchung des tödlichen Krankheitserregers zu wecken. Während Dirk sich auf die Suche nach seinem persönlichem Steckenpferd begibt, einem wahrscheinlich in Afrika verschollenen amerikanischem Schiff aus der Zeit des Bürgerkriegs, stößt Eva bei ihren Ermittlungen in Mali auf eine heiße Spur des Virus. Doch ihre Verfolger haben sie weiterhin im Visier. Als Dirk herausfindet, dass die Seuche noch weit gefährlicher ist als, bisher angenommen, unterbricht er kurz entschlossen seine Suche, um Eva bei ihrer Rettungsmission zu helfen.

Private Schatzsuche trifft humanitäre Mission. Unter diesem Stichwort lässt sich „Sahara“ treffend zusammenfassen. Die Konstellation der Charaktere ist der des Vorjahreserfolgs „Das Vermächtnis der Tempelritter“ nicht unähnlich. Allerdings setzt „Sahara“ nicht wie sein Vorbild auf eine wissensbezogene Schnitzeljagd zum Glück, sondern nutzt die ansprechende afrikanische Kulisse Afrikas, um alle Register in Sachen „actiongeladene Stunts zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ zu ziehen. In dieser Hinsicht hat sich Regisseur Breck Eisner einiges einfallen lassen. Die Actionsequenzen und ihre Spezialeffekte dürften ihre Wirkung beim Publikum nicht verfehlen. Explodierende Speedboote, gut choreographierte Schlägereien und unzählige Schusswechsel lassen das Herz jedes Actionfans höher schlagen. Dem kommt die Nebenhandlung um die mysteriöse Seuche recht blass daher. Geradezu zwanghaft scheint das auf dem Roman von Clive Cussler basierende Drehbuch nach einer Möglichkeit zu suchen, humanitäre Aspekte der Vereinten Nationen einfließen zu lassen, um der lockeren Schatzsuche einen ernsthaften Hintergrund zu geben. Leider müssen sich beide Handlungsstränge dann über mehrere haarsträubende Zufälle zu einer gemeinsamen Lösung verbinden, um die Charaktere wieder zusammenzuführen. Dadurch verliert der Film nicht nur an Tempo, sondern bedauerlicherweise vor allem an Glaubwürdigkeit.

Der noch relativ junge Regisseur Breck Eisner dürfte in Deutschland kaum bekannt sein, da er bisher nur die Episoden der Mini-Serien „The Invisible Man“ und „Taken“ in den Vereinigten Staaten umgesetzt hat und seine beiden Spielfilme keinen internationalen Durchbruch schafften. Trotzdem gelang es Eisner, für sein Projekt internationale Größen wie Matthew McConaughey („Wie werde ich ihn los - In 10 Tagen?“, „Herrschaft des Feuers“) und Penelope Cruz („Gothika“, „Vanilla Sky“) zu gewinnen. Letztere blieb ihrem bewährten Schema treu und stürzte sich gleich in eine Affäre mit ihrem männlichen Gegenpart, mit dem sie auch 2006 in „The Loop“ wieder vor der Kamera stehen wird. Beide Darsteller geben eine gute Figur in ihren Rollen ab, ohne allerdings wirklich zu glänzen. Für diesen Part ist wieder einmal Lambert Wilson („Matrix Reloaded“, „Catwoman“, „Timeline“) zuständig, der in der aalglatte Performance als skrupelloser Geschäftsmann anscheinend seine Paraderolle gefunden hat.

Action, Spaß, sympathische Helden sowie coole Sprüche bietet „Sahara“ am laufenden Band und ist daher für einen entspannten Kinoabend schon ein guter Tipp. Vielleicht wäre es dem Film allerdings besser bekommen, den etwas aufgezwängt wirkenden humanitären Aspekt weniger herauszustellen. In dieser Hinsicht muss das Publikum schon beide Augen zudrücken können, um den Sehspaß nicht zu gefährden.
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