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Agent Cody Banks 2: Mission London
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,0
lau
Agent Cody Banks 2: Mission London
Von Morton Gudmonsdottir
Bereits ein Jahr nach dem überraschenden US-Erfolg der Teenie-Action-Komödie „Agent Cody Banks“ kommt auch schon das unvermeidliche Sequel in die Kinos. Bei dem, was am Ende dabei herauskommt, liegt die Floskel „Schnellschuss“ auf der Hand. Schnell noch die Zielgruppe bedienen, solange Hauptdarsteller Frankie Muniz der Teenie-Agenten-Rolle noch nicht vollends entwachsen ist. „Agent Cody Banks 2“ ist rasant, leidlich witzig und vor allem albern. Wer das Jugendalter passiert hat, wird sich gelangweilt abwenden, das jüngere Publikum kann mit konsequenter Augen-zu-und-durch-Mentalität zumindest phasenweise seinen Spaß haben.

Der abtrünnige CIA-Agent, der Codys Ausbilder war, hat dem amerikanischen Geheimdienst ein neu entwickeltes Gerät gestohlen, mit dem man die Gedanken der Menschen beeinflussen kann. Da die Sicherheit der ganzen Welt auf dem Spiel steht, bleibt der CIA keine Wahl: Niemand kennt den übergelaufenen Spion besser als Cody Banks, sein ehemaliger Schüler. In streng geheimer Mission wird Cody nach London geschickt, um die gefährliche Maschine zurückzuholen. Im fremden Europa und in ständiger Gefahr entdeckt zu werden, tarnt sich Cody als Student einer Elite-Musikschule, der sich in England zum Klarinette-Virtuosen ausbilden lassen will. Auf der Suche nach dem verschwundenen Apparat muss er einerseits geheime Verstecke ausspionieren und die verrücktesten und gefährlichsten Abenteuer bestehen, andererseits muss er sich als braver, lernwilliger Klarinettenschüler beweisen, damit seine Mitschüler ihm nicht auf die Schliche kommen und seine Tarnung auffliegt. Glücklicherweise stellt ihm die CIA eine Klarinette zur Verfügung, die ganz von alleine spielt, denn Cody hat noch nie in seinem Leben ein Musikinstrument in der Hand gehabt. Dummerweise hat man sie nur für ein einziges Stück programmiert...

Zu seiner Unterstützung steht Cody ein vorwitziger, wegen erwiesener Unfähigkeit gefeuerter Ex-CIA-Agent namens Derek (Anthony Anderson) zur Seite, der verzweifelt versucht, seinen alten Job beim amerikanischen Geheimdienst zurück zu bekommen und derzeit als erfolgloser Privat-Agent in London neue Betätigungsfelder sucht. Sein ehemaliger Chef gibt ihm eine letzte Chance: Er soll sich als neuer Koch an Codys Internat ausgeben und ihm heimlich beistehen - dumm nur, dass er vom Kochen nicht die geringste Ahnung hat. Als die Suche nach dem Überläufer immer gefährlicher wird (und Cody natürlich immer mehr Spaß macht) bekommt das Duo überraschend Hilfe von Emily (Hannah Spearritt), einer coolen und hübschen Mitschülerin, die sich als Codys weibliche Entsprechung beim englischen Geheimdienst entpuppt. Gemeinsam unternehmen sie einen verrückten und gefährlichen Trip - über, unter und um London herum - um die gefährliche Gehirnwäsche-Maschine in Sicherheit zu bringen.

Die Idee, eine Junior-Variante von James Bond zu drehen, ist nicht einmal so übel. Schließlich funktionierte dies im ersten Teil recht ordentlich. Frankie Muniz aus der TV-Serie „Malcolm mittendrin“ war als Hauptfigur eine gute Wahl und führte die anspruchsfreie Action-Komödie in den USA zu einem soliden Hit (Einspiel: 46 Mio Dollar). Regisseur Kevin Allen („Twin Town“), der Harald Zwart ersetzt, bewies beim Aufguss allerdings ein weniger glückliches Händchen als sein Vorgänger, der am Drehbuch mitschrieb. Sein „Agent Cody Banks 2“ ist so oberflächlich albern, dass er sogar die Intelligenz seines jungen Publikums unterschätzt. Die Action ist größtenteils solide, aber alles andere als überragend. Die Gags sitzen in den seltensten Fällen und die Auswälzung altbekannter Klischees macht den Film auch nicht besser. Die Witzchen über die internationalen Stereotypen sind flach, die Handlung schleppt sich ohne zuviel Biss und Angriffsfläche voran.

Frankie Muniz hinterlässt als Hauptdarsteller noch den pfiffigsten Eindruck und macht einiges Unheil wieder wett. Anthony Anderson („Kangaroo Jack“) macht sich dagegen nicht einmal die Mühe, seine nervende Sidekick-Dauerrolle zu variieren und geht dem erwachsenen Betrachter dabei mächtig auf den Geist. Passabel zieht sich Ex-S-Club-7-Sweetie Hannah Spearitt aus der Affäre. Sie ersetzt die als Schauspielerin herzlich untalentierte Hilary Duff (in „Im Dutzend billiger“ zu „bewundern“) - immerhin ein Schritt nach vorn. Weiterhin sympathisch bleibt jedoch die Grundidee, eine Erwachsenen-Story kurzerhand auf die Teenie-Ebene zu projezieren. Und hier und da blitzt ein bisschen Parodie und Cleverness hervor, wenn Allen aus der jüngeren Filmgeschichte zitiert. Das war’s dann aber auch schon mit den positiven Eindrücken. Für die jüngeren Besucher ist „Agent Cody Banks 2“ trotz aller offensichtlicher Mängel ohne Probleme erträglich, die Älteren haben es schon wesentlich schwerer, die 101 Minuten ohne Anflug von Langeweile durchzustehen. Spielt aber auch keine große Rolle, sie sind schließlich der Zielgruppe entwachsen. Und das Glück, sich wie in „Findet Nemo“ oder „Shrek 2“ gleichermaßen mit den Kleinen freuen zu können, kann nicht in jedem Teenie-Film gelingen. An der Kinokasse hat sich der Schnellschuss allerdings nicht gelohnt. Teil 2 spielte in den USA gerade einmal die Hälfte des Originals ein. Und in Deutschland war schon der erste Teil ein Flop.
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