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Shaun of the Dead
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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
4,0
stark
Shaun of the Dead
Von Claudia Holz
„Hatten Sie schon mal das Gefühl von Zombies umgeben zu sein?“ Dies ist nicht nur der Untertitel des hier besprochenen Films, sondern auch der Eindruck, der sich im Allgemeinen ergibt, denn selten wurde dem Horrorgenre so viel Gutes angetan, wie in diesem Jahr. Zuerst der Überraschungshit „Dawn Of The Dead“ (zumindest in den USA) von Debüt-Regisseur Zack Snyder, der ein knallhartes, modernes Horrorstück ablieferte und sich so grinsend einer Remake-Schmach entzog und jetzt der ähnlich klingende „Shaun Of The Dead“ von dem, hierzulande vollkommen unbekannten Comedy-Duo Simon Pegg und Edgar Wright, das in britischer Manier eine romantische Komödie gedreht hat – mit Zombies! Und wenn sogar Altmeister George A. Romero die Worte „sensationell“ dafür in den Mund nimmt, dann will das was heißen. Dieser Film macht einfach Spaß und ist allem Anschein zum Trotz nicht nur eine Persiflage, sondern in erster Linie eine clevere und erstaunlich innovative Hommage an das Genre. Alle Horrorfreaks sollten also die Daumen drücken, drei Mal auf Holz klopfen oder mindestens einem ihrer Götter huldigen, damit der Streifen auch bei uns endlich einen Starttermin bekommt.

Shaun (Simon Pegg) ist Mitte Dreißig, arbeitet in einem TV-Laden als Verkäufer und scheint kein richtiges Ziel im Leben zu haben. Doch obwohl er gerne in Pubs geht und Computer spielt, ist er der Durchschnittstyp von nebenan, den man sofort gerne hat. Liz (Kate Ashfield) ist allerdings tierisch genervt von ihrem Verliererfreund, denn Shaun verbringt die meiste Zeit mit seinen ebenfalls relativ uncoolen Mitbewohnern, anstatt mit ihr. Schon bald bemerkt Shaun, dass irgendetwas nicht stimmt, als nämlich ganz ohne Vorwarnung die Untoten beginnen, in Nord-London herum zu wandeln und Shaun feststellt, dass Liz ihm doch mehr bedeutet, als er zunächst dachte. Nun muss er einen Plan entwerfen, um mit seinem Freund Ed (Nick Frost), sowohl seine Mutter Barbara (Penelope Wilton) und seinen Stiefvater Philip (Bill Nighy) zu retten, als auch natürlich die Frau seines Herzens. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Mega-erfolgreich in England und dort auf der Stelle in den Kultstatus erhoben könnte sich „Shaun Of The Dead“ eigentlich mit dem Bully-Konzept vergleichen lassen und dennoch hat dieser Horror-Trash wahrscheinlich bessere Chancen, sich ins Ausland exportieren zu lassen, um auch dort erfolgreich zu sein. Das liegt vor allem daran, dass die Macher der englischen Serie „Spaced“ natürlich den Sprachbonus haben, aber auch daran, dass mit soviel Liebe und vor allem cineastischem Können ein Qualitätsprodukt abgeliefert wurde, das sowohl inhaltlich und emotional begeistert, als auch Kenner des Genres durchaus befriedigt.

Die TV-Serie selbst, in welcher Serien und Filme zum Thema Science-Fiction durch den Kakao gezogen werden, läuft in England sehr gut und ist der Anlass, dass Pegg und Wright den Zuschlag für ihren ersten Kinofilm bekommen haben. Doch wogegen die beiden im Fernsehen eher die bekannte Comedy-Nummer à la Anke Engelke und Bully Herbig abziehen, nehmen sie ihre Leinwandmission erfreulicherweise sehr ernst und bleiben dem Genre mehr als treu. „Shaun Of The Dead“ liefert natürlich auch Lacher in hoher Frequenz, aber nicht die Quantität ist es, die besticht, sondern die Vielseitigkeit, mit der sie wirken. Wenn zum Beispiel Shaun am ersten Tag der Zombies, vollkommen verschlafen auf die Straße tritt und so von all den Untoten, die durch die Straßen torkeln, gar nichts mitbekommt, obwohl er im Supermarkt um die Ecke auf einer Blutlache ausrutscht und keinen Verkäufer hinter der Theke vorfindet (alles in einer einzigen Einstellung gedreht!), dann ist das nicht nur eine blendende Drehbuchidee, sondern auch grandios und glaubhaft gespielt. „Wir kommen dich holen, Barbara!“, lässt des weiteren Ed verlauten, als er mit Shauns Mutter den Fluchtplan per Telefon bespricht und in einem Pub wird ein Zombie von unseren Protagonisten zum Rhythmus von Queens „Don‘t Stop Me Now“ niedergemacht.

„Shaun Of The Dead“ bedient sich zwar aus einer Reihe an Vorbildern, doch die Mehrzahl der Gags sind hausgemacht und durchweg auf hohem Niveau und erschaffen eine komplett eigene Horrorwelt, in der ganz normale Menschen gegen das Böse kämpfen. Doch am Schönsten ist, dass nicht an einer Menge Blut gespart wird, fein abgestimmt mit einer guten Prise Tragödie, wie sie in keinem Film des Genres fehlen darf und fertig ist das Zombie-Metzel-Mahl. An Schockeffekten mangelt es ebenfalls nicht, dank einer wirklich sehr schönen Kamera, die auch mal Informationen clever auslässt und somit, um so mehr Spannung aufbaut. Und obwohl die Zombies auch hier nur langsam herumschlurfen, sollten sie trotzdem nicht den Kopf verlieren. Alles klar?! Sozialkritik war ja schon immer die Stärke eines jeden Horrorfilms, aber gepaart mit der britischen Selbstverständlichkeit des knochentrockenen Humors läuft „Shaun Of The Dead“ zur Hochform auf. Bitte nicht verpassen!
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