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    Enter The Void
    Durchschnitts-Wertung
    3,8
    62 Wertungen - 6 Kritiken
    17% (1 Kritik)
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    33% (2 Kritiken)
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    6 User-Kritiken

    Ilad
    Ilad

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    5,0
    Veröffentlicht am 5. März 2011
    "Enter the Void" – ein Werk das Fragen offen lässt und grundsätzliche, (scheinbar) unversöhnliche Erkenntnistheorien durch direkte Erfahrungssimulation näherbringt Mit der Aussage im Hinterkopf, das Leben sei eine Körper- und Sinneserfahrung, noch dazu eine vom Säugetier Mensch, lassen sich einige Ansätze im Film gut nachvollziehen. Was zunächst als ein von "Altered States" (1980) oder "Naked Lunch" (1959) inspiriertes Werk aussieht, stellt sich relativ rasch als entweder die Simulation des Erlebens nach dem Tod – gemäß der Beschreibungen des Tibetischen Totenbuches – oder als das Rauscherleben einer in seiner Existenz verlorenen Person heraus. Zwar gesteht der Autor im Interview mit nymag.com, ihn habe "Lady in the Lake" motiviert, solchen Film zu machen, jedoch wäre es zu leicht zu behaupten, "Enter the Void" sei eine blasse Version des originellen Erste-Person-Perspektiven-Films aus dem Jahre 1947 (Interview: http://nymag.com/daily/entertainment/2010/09/gaspar_noe_on_why_enter_the_vo.html). Denn, ein Eyecandy ist Enter the Void zweifellos mehr als "Lady in the Lake", anders zu diesem aber wagt Noe den Wahnwitz, den Zeitpfeil des Erlebens nicht zu unterbrechen. In dem Schwarzweiß-Streifen gibt es szenische Wechsel, die Zeitsprünge implizieren, in welchen mit der ersten Person auch andere Dinge passieren als die die man als Zuschauer sieht. Die Zeitlinie selbst ähnelt dabei der von Hitchcock konzipierten in "Cocktail für eine Leiche" (1948), wo sich 80 Minuten lang eine einzelne Szene als der ganze Film dient. Zwar fehlt hier der Erste-Person-Effekt, jedoch ist das Zeitabfolge 1:1 identisch mit dem realen Geschenen – eben genau wie bei "Enter the Void". Damit ist ganz offensichtlich, dass es dem Autor um die Simulation des Erlebens ging, um das Betreten des Homunkulus im visuellen Okkzipitalkortex des Protagonisten, den Eintritt in die direkte Erfahrung einer in allem traurigen, vom Leben nicht verschonten Existenz in der kühlen, sozialdarwinistisch anmutenden Welt des Tokioter Rotlicht- und Drogen-Milieus. Was wohl viele Zuseher mitreißt, ist die visuelle Darbietung, das Feuerwerk der Erlebnisse des zunächst lebendigen, dann mittels DMT berauschten und schließlich entweder vor sich halluzinierend-träumenden oder aber sterbenden Oscar. Dass der Stream-of-Consciousness, Philosophen nennen es auch die Qualia, der rote Faden ist, der zu keiner Sekunde dieser 160 Minuten abreißen mag, zeigt allein der geradlinige Zeitpfeil, der dem Seher suggeriert wird. Jeder Augenblick, den die Kamera tätig ist, ist ein Augenblick des Erlebens, nicht aber des Darstellens irgendeines Inhaltes. Augenscheinlich wird der Bewusstseinsstrom, wenn Oscar allein ist und man seine Gedanken „hört“. Der emotionale Gehalt, die Intensität, mit welcher man die Todesszene der Eltern von Oscar und seiner Schwester Linda erlebt, spricht ebenso für sich. Auf schockierende, grausame Gewaltbilder verzichtet der Regisseur deshalb nicht, weil sie schlichtweg im subjektiven Erleben von Oscar als im metaphysischen Fegefeuer eingebettete Erinnerungen und Reflextionen empfunden werden. Das erscheint zwar manchmal als ein Bruch in der zeitlichen Kontinuität, jedoch passiert hier was Interessantes, etwas was dem Alltagserleben vieler Menschen entspricht: dem Sich erinnern und dem damit verbundenen Erscheinen von mentalen Bildinhalten nacheinander, interferierend mit der Wahrnehmung der eigenen Jetzt-Gegenwart. In diesem Zusammenhang sagt man gerne, man sehe etwas "vor dem geistigen Auge", nichtsdestotrotz tickt auch hier die Uhr weiter und man bekommt für kurze Zeit nur einen Teil der Gegenwart mit. Als Betrachter darf man sich den Modus aussuchen, unter welchem der Film geführt wird. Entweder ist der Film das Leben nach dem Tod oder der Hardcore-Halluzinogenrausch des naiven Kleindealers Oscar. Wenn wir Ersteres wählen, dann ist unklar, warum die Hauptfigur das irdische Dasein nach dem Tode nicht einfach verlässt, nachdem ihr klar ist, dass sie die Stufe erreicht hat, wo man nah am Eintauchen in die Ewigkeit ist. Oscar, das Irrlicht, kehrt immer wieder zurück, um nachzusehen, was nach seinem Ableben mit Linda und seinen Bekannten passiert. Er haftet danach noch immer an der materiellen Welt, obwohl er nicht mehr materiell ist. Nimmt man das als Standpunkt, zeigt der Materialist Noe hier aber zweifellos den Interpretationsraum für die Frage nach dem Tod. In der buddhistischen Tradition ist laut dem tibetischen Totenbuch, so wie es Alex Oscar zu Beginn des Films erklärt, der Verstorbene zunächst im Zwischen-Diesseits, in welcher er sein Leben als Reflexionen noch einmal erlebt. Dann kann er sich entscheiden, ob er in die Welt der Menschen zurückkehrt (Reinkarnation), um sein Karma zu verbessern, in das Reich der Götter eintritt oder ins Nirwana (um es nur kurz darzustellen). Unklar ist allerdings außerdem, warum die metaphysische Seele ausgerechnet eine Ego-Perspektive haben soll, die für meinen Geschmack sehr körperlich-weltlich wirkt. Als ein ph
    LaChisaki
    LaChisaki

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    1,5
    Veröffentlicht am 1. November 2010
    Porno in Überlänge. Ansatz fand ich ganz gut, wäre jedoch eher, meiner Meinung nach, etwas für einen Kurzfilm gewesen.
    Kino:
    Anonymer User
    2,5
    Veröffentlicht am 20. Oktober 2018
    Elegischer, aber zweifellos überlanger Film, dessen Eröffnungssequenz sowie einige andere Szenen zwar sehenswert sind, der aber - wenn man sich einmal an den visuellen und erzählerischen Stil gewöhnt hat - kaum mehr Überraschungen bereithält und filmischen Klischees auch nicht zurückhält.
    Lamya
    Lamya

    User folgen 23 Follower Lies die 801 Kritiken

    3,0
    Veröffentlicht am 12. Februar 2011
    Eins muss man dem Film lassen: Er ist einzigartig gemacht und man ist in dieser Welt von der ersten bis zur letzten Minute. Dennoch habe ich einiges mehr erwartet. Die erste Hälfte des Filmes ist wirklich klasse. Danach jedoch wird der Film in meinen Augen etwas langweilig. Einige Minuten weniger hätten dem Film sicher gut getan. Das hat den Film in meinen Augen etwas kaputt gemacht. Im ganzen aber dennoch ein guter Film, den man sich ansehen kann! 6/10
    Koyaanisqatsi
    Koyaanisqatsi

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    3,5
    Veröffentlicht am 16. Januar 2011
    WARNUNG: Dieser Film ist nichts für jeden. Die Bilder sind schockierend und explizit. Dazu kommt noch, dass die ganze Zeit eine schrecklich drückende Atmosphäre lastet und man geradezu vom Film gefangen genommen wird. Wenn man sich auf so etwas nicht einlassen möchte, sollte man unbedingt von diesem Film die Finger lassen. Achja und die FSK 18 ist hier mehr als nur angebracht. --- Die restliche Kritik enthält Spoiler und sollte nicht gelesen werden, sofern der Leser noch vorhat, sich den Film anzuschauen. --- Also eines muss man "Enter the Void" ja lassen: Er ist direkt, kompromislos, und von Anfang bis Ende konsequent. Und vermutlich ist er auch einmalig. Man wird wirklich 2,5 Stunden gefangen genommen in die Welt von Oskar, und muss miterleben, wie er zu harten Drogen kommt, bei einer Razia erschossen wird, und einen unendlich langen bösen Trip zwischen Tod und Wiedergeburt durchmacht. Und das alles in diesem grotesken, perversen, verseuchten, lichterlohen Sumpf, der sich Tokyo nennt. Auf diesem Trip spielt sich sein Leben noch einmal ab, vor allem seine Beziehung zu seiner Schwester. Sie sind durch einen Unfall, bei dem ihre Eltern ums Leben kamen, so fest miteinander verbunden, dass Oskar nicht ins Jenseits kommen kann, sondern in Tokyo hin und her zu schweben scheint und letzlich, wie es sein Freund aus dem tibetanischen Totenbuch beschrieben hat, wiedergeboren werden will. "Enter the Void" könnte man als unerträgliches Meisterwerk bezeichnen. Die Halluzinationen, die Kamerafahrten, die Schnitte (das fängt schon beim Titel an), die Lichter und Farben machen den Film zu einem visuellen Erlebnis, das man wohl nur einmal in seinem Leben haben wird. Aber wogegen der DMT Trip am Anfang noch schön anzusehen ist, geht es danach steil bergab. Und das lange, lange ... und wenn man denkt, dass nun gleich alles aufhören müsste, geht es noch weiter, lange, lange ... Und da wären wir schon bei meinen Kritikpunkten. Die Längen sind manchmal nicht mehr auszuhalten und geben auch stilistisch kaum noch etwas mehr. Und in der letzten Hälfte des Filmes wird doch echt nur noch rumgefickt. Und wenn man denkt, dass man nun genug davon gesehen hat, schwenkt die Kamera zum nächsten Raum, wo eine noch andere Stellung vorgeführt wird. Was soll das? Die Idee des Filmes ist großartig. Aber was dann dabei herausgekommen ist, geht dann selbst für meinen Geschmack zu weit .... Die Bewertung von 3,5 ist das Ergebnis meiner Zwiegespaltenheit.
    Eli Sunday
    Eli Sunday

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    4,0
    Veröffentlicht am 11. Mai 2013
    Wie jeder Film von Gaspar Noe, intensiv und extrem. Bin fasziniert von seiner Art Filme zu machen. Die Schauspieler sind gut, die Inszenierung ist brilliant. Warum nicht die vollen 5 ? Hat einfach nicht gereicht ... ; ) .. ein wenig anstrengend.....
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