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Home > Kino > Film-Archiv > Drama > Das Mädchen, das die Seiten umblättert
Kinostart:
3. Mai 2007
Regie: Denis Dercourt
Mit Catherine Frot, Déborah François, Pascal Greggory,
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Originaltitel: La Tourneuse de pages
Produktionsland:
Frankreich
.
Genre:
Drama
Laufzeit: 85 Minuten.
Produktionsjahr:
2006
Verleiher: Alamode Film
Inhalt: Taktlosigkeit zerstört Melanies Lebenstraum: Ihr Vorspiel bei der Aufnahmeprüfung fürs Musik-Konservatorium findet ein jähes Ende, als die Juryvorsitzende, eine bekannte Pianistin, sie mit ihrem unsensiblen Verhalten völlig aus dem Konzept bringt. Bitterlich enttäuscht gibt Melanie das Klavierspielen auf. Zehn Jahre später bietet sich der jungen Frau jedoch die Möglichkeit zur Revange: über Umwege gerät sie in den Haushalt der Pianistin. Zunächst als Babysitter engagiert, steigt sie rasch zu ihrer persönlichen Notenumblätterin auf. Sie gewinnt das Vertrauen der unsicheren Frau und macht sich immer unentbehrlicher. Genau die Position, die sie braucht um ihre ganz persönliche Rache voranzutreiben...
FILMSTARTS.de
(4)
Pressespiegel
(3,4)
User-Wertung(1525 Bewertungen)
(3,1)
Es wird kaum eine Kritik zu Denis Dercourts Psycho-Thriller „Das Mädchen, das die Seiten umblättert“ in der internationalen Presse zu finden geben, in der der Film nicht entweder mit den Werken von Alfred Hitchcock (Das Fenster zum Hof, Vertigo), von Claude Chabrol (Geheime Staatsaffären, Die Brautjungfer) oder von beiden verglichen wird. Und tatsächlich gibt es dieser stimmigen Einordnung nicht mehr allzu viel hinzuzufügen. Der hintergründige, psychologische Thriller des frühen Chabrol trifft hier auf die inszenatorische Finesse eines typischen Hitchcocks. Das Ergebnis ist folgerichtig grundfranzösisches Spannungskino at it´s best.
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Mitglied seit 1.524 Tagen | 30 Userkritiken
Kritik: Von vorne bis hinten kann sich dieser Psycho-Thrill mit aller Achtung (fernab vom Mainstream) sehen lassen. Das französische Kino hat in den letzten Jahren unheimlich an Qualität, Innovativität und an Popularität zugelegt (siehe beispielsweise: „Frontier(s)“, „Eden Log“, „Küss mich bitte“, „Der Sohn von Rambow“). Auch "Das Mädchen, das die Seiten umblättert" beweist diesen filmischen Aufschwung der Franzosen. Grandios wird hier Psychokino inszeniert. Die Kamera variiert hierbei mit mehreren Einstellungen. Auffällig ist jedenfalls, dass die Gesichter und deren Mimiken aber überwiegend häufig und nah gezeigt werden. Dabei ist die absolut umwerfende Déborah Francois ein herrlicher Augenschmaus. Schon allein wegen ihr und ihrer Leistung lohnt sich dieser Film. Dabei kommen die Mimiken und Visagen der Protagonisten manchmal gar ohne viele Dialoge oder Monologe aus. Monologe gibt es sowieso nicht und die schmal gehaltenen Dialoge sind trotzdem sinnvoll und hochkarätig. Trotzdem haben die Filmemacher hier eher versucht, die Bildsprache und manchmal auch die Wortlosigkeit sprechen und wirken zu lassen. Dieses Konzept geht voll und ganz auf... so muss sich der Zuschauer auch in einigen Szenen einfach seinen Teil denken (und wird auch durch die Bildsprache dazu inspiriert). Der Twist, das Melanie bei der zweiten Aufführung des Musiker-Trios als Umblätterin nicht mit von der Partie sein wird ist vorausahnbar, aber nicht gänzlich voraussehbar. Dadurch, dass die Eltern von Melanie Metzger sind, wird der Zuschauer erstmal auf die falsche Fährte geführt und denkt, dass eventuell irgendwann das psychopathische Großgemetzel los gehen wird. Obendrein wird dieser Glaube bei erfahrenen Filmkonsumenten gestärkt, da solche psychopathischen und soziopathischen Killerinnen und Amokläuferinnen momentan en vogue zu sein scheinen (siehe hierzu beispielsweise: "All the Boys love Mandy Lane", "Frontier(s)" oder "Killer Killer"). Doch wie schon in der filmstarts.de Kritik steht, ist der Psychoterror der Melanie viel subtiler (ohne sich in Detailreichtum diesbezüglich zu verlieren). Sie ist sehr intelligent (und dabei eher wortkarg), wunderschön, kühl berechnend (sie klügelt den Plan aus und zieht ihn durch) und gnadenlos (was die Szene mit dem Chello oder Kontrabass zeigt, den sie einfach auf den Fuß des Chellisten oder Kontrabassisten fallen lässt, als dieser sie sexuell angrub). Die Story ist schlüssig, unkompliziert, spannend und enthält keine logischen Fehler. Sogar die Rachegelüste sind voll nachzuvollziehen. Alle Schauspieler passen in ihre Rollen wunderbar rein (außer das man den beiden Hauptdarstellerinnen nicht so recht abnimmt, das sie lesbische/homosexuelle Tendenzen und Ambitionen haben - obwohl die Verliebtheit zwischen ihnen doch sehr glaubwürdig und veritabel verkörpert ist!) und füllen diese mit viel Brillanz aus. Während Déborah Francois es schafft, die Ausstrahlungen je nach Gebrauch zu ändern (in einer Szene ist sie lieb, wohlerzogen, anständig und strahlend – in der nächsten Szene hat sie eine düstere Ausstrahlung oder ein psychopathisches Lächeln resp. Gesichtsausdruck der Genervtheit, Abgezocktheit und Überlegenheit), spielt Catherine Frot die neurotische, traumatisierte, ängstliche, bestimmende und bedenkenvolle Pianistin glaubhaft. Während die junge Dame sehr sexy und aufreizend daher kommt ist die ältere Frau von einer Erotik beseelt, die ältere Frauen eben durch Lebenserfahrung und Alter ausbilden können. Diese Kombination der beiden Charaktere ist perfekt. Auch die Kombi von Julie Richalet als ganz junge 10 jährige Melanie und Déborah Francois als älter und reifer gewordene Melanie passt wie die Faust aufs Auge. Die Blicke und Mimiken der beiden sind ähnlich gelungen. Gerade in der Anfangsszene, wo die ganz junge Melanie beim Konservatorium vorgespielt hat und danach aufsteht und mit einem Psychoblick in die Kamera guckt, ähnelt doch stark ähnlichen und späteren Einstellungen mit der älter gewordenen Melanie. Die Charakterisierung der Protagonisten genügt und schreitet schrittweise voran. So ist die Handlung, Charakterisierung der Charaktere und das Filmgeschehen nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig (es gilt eher das Prinzip weniger ist mehr) und man fühlt sich prätentiös unterhalten nach dem Filmvergnügen. Außerdem passt die Story nicht so richtig zur Freudschen Theorie, in der so etwas wie Rachegelüste und deren Auslebung neben den klassischen psychologischen Abwehrmechanismen der Verdrängung, Sublimation, Verschiebung, Projektion usw. nicht vorkommen. Auch das macht den Film sympathisch. Hier wird der Grund für die Ursache der Rache gleich zu Anfang geklärt und leitet den Film zutreffend ein. Ohne großes Brimborium bleiben beim Zuschauer am Ende nur wenige Fragen übrig, die aber eigentlich nichts mit den Filmgeschehnissen zu tun haben: Was wird aus Melanie? Was wird aus der Mutter und dem Kind (mit seiner Sehnenentzündung)? Wie reagiert der schockierte Vater weiterhin? Ist Melanie wirklich lesbisch oder hat sie die Lesbizität nur gespielt? Werden sich die beiden Lesben wiedersehen? Am Ende nach dem sozusagen Showdown läuft Melanie entspannt, erleichtert und von einer Genugtuung befriedigt die Straße hinab und es ist fast schade, dass die Kamera sie in dieser Szene nur von der Seite her begleitet. Ich hätte sie jedenfalls gern nochmal von vorne gesehen. Das Oberschichtsverhalten und die Diskretion oder überhaupt das Verhalten der Menschen untereinander wird auch meisterhaft und sehr französisch dargestellt. Da wird einem auch klar, wieso und weshalb die Franzosen sich als große Kulturnation stilisieren und als solche in aller Welt auch gelten (neben den Engländern und den Deutschen aus Europa). Alles in allem ein lohnenswertes und sehenswertes Filmereignis, das Fans von Psychothrillern auf gar keinen Fall verpassen sollten.
Mitglied seit 1.228 Tagen | 171 Userkritiken
Kritik: Ein leiser Film, bei dem es um Musik geht. Doch die ist nur das Medium, das die eigentliche Geschichte transportiert. Der Regisseur Denis Dercourt ist ein Kenner und Könner klassischer Musik, die er eindrucksvoll einsetzt. Ein für Außenstehende fast unbedeutender Vorfall, der zu Beginn die Karriere des kleinen klavierspielenden Mädchens zerstört und am Ende in einem subtilen Racheplan endet, bildet den ganzen Spannungsbogen des Films. Und nach so viel Bach und Mozart ist es nur zeitgemäß passend, dass die eine Partnerin (Cathérine Frot) der unerfüllbaren Liebe in Ohnmacht fällt. Nicht nur für Freunde klassischer Musik ist der Film sehenswert, sondern wegen der über weite Strecken hinweg stummen Passagen, in denen nur vielsagende Blicke gewechselt werden(beeindruckend Neuentdeckung Déborah Francois) bis hin zur wortlos angebotenen Lösung, die dann doch manchem etwas zu konstruiert und seicht vorkommen mag.
Presseschnitt:
(3,4) bei 5 Pressewertungen.
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Rolle: Ariane Fouchécourt
Rolle: Mélanie Prouvost
Rolle: Jean Fouchécourt
Rolle: Virginie
Die FILMSTARTS-TV-Tipps (29. April bis 5. Mai)
Hinzugefügt von Filmstarts am 29. April 2011
Hinzugefügt von Filmstarts am 27. April 2011
Alle Bilder zu Das Mädchen, das die Seiten umblättert anzeigen
Hinzugefügt von Filmstarts am 1. Dezember 2006
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