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Twin Peaks - Season 2.2
Originaltitel:
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Laufzeit: 495 Minuten
FSK: Ab 16
Verleih: Paramount

Kritik

Der deutsche „Twin Peaks“-Fan musste zum großen Teil lange auf das Serienfinale warten. Bei der Erstausstrahlung brachte RTL die Serie nicht komplett, sondern schob die letzten Folgen zum kleinen, nicht viele Zuschauer erreichenden Sender Tele 5 ab (nicht identisch mit dem gleichnamigen heutigen Sender). Auch bei einer ersten Wiederholung auf RTL 2 brachte man die letzten Folgen nicht mehr. 1995/1996 zeigte RTL 2 dann bei einer erneuten Wiederholung einem Großteil der deutschen Zuschauer zum ersten Mal die komplette Serie auf das heimische TV-Gerät, allerdings zu nachtschlafender Zeit und über einen recht langen Zeitraum gestreckt. Bei den DVD-Veröffentlichungen ging alles ähnlich zögerlich voran. Nachdem 2002 Twin Peaks - Season 1 erschien, war es lange Zeit ruhig, bis im Januar 2007, über vier Jahre später, Twin Peaks - Season 2.1, folgte und nun im April 2007, kommt endlich auch die zweite Hälfte der zweiten Staffel und viele Zuschauer werden wohl nun zum ersten Mal die komplette Serie erleben können. Diese werden dann auch sehen können, dass mit der Auflösung des Mordes an Laura Palmer die Luft noch lange nicht raus ist. Denn nach einem kurzen Durchhänger fängt sich die Serie hin zu einem grandiosen, infernalischen Finale.

Auch wenn der Mord an Laura Palmer aufgeklärt ist, gibt es noch viele Geheimnisse in Twin Peaks. Major Briggs (Don Davis) ist plötzlich auf mysteriöser Weise verschwunden und taucht dann genauso überraschend wieder auf. Sheriff Harry S. Truman (Michael Ontkean) muss einen herben persönlichen Verlust beklagen. Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) wird vorläufig vom Dienst suspendiert und sein alter Freund Dennis, mittlerweile Denise, Bryson (David Duchovny) von der Drogenfahndung muss Ermittlungen gegen ihn führen. Doch richtig überschlagen sich die Ereignisse erst als ein alter Bekannter Coopers auftaucht. Sein ehemaliger Partner und Erzfeind Windom Earle (Kenneth Welsh) macht Leo Johnson (Eric Da Re) zu seinem Handlanger und sagt Cooper den Kampf an. Schnell sind alle Frauen des Ortes in Gefahr, denn Windom Earle eröffnet ein teuflisches Schachspiel mit echten Opfern. Noch mysteriöser wird alles durch die „Schwarze Hütte“ und das geheime Militärprojekt „Blue Book“. Und natürlich wird die Gesellschaft von Twin Peaks daneben noch von Intrigen, Liebe- und Eifersüchteleien sowie privater Probleme anderer Art beherrscht. Und schließlich steht auch noch die Wahl zur neuen „Miss Twin Peaks“ bevor, also der Nachfolgerin von Laura Palmer auf diesem Posten.
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Die Zweiteilung der zweiten Staffel, welche in Deutschland wohl hauptsächlich aus Profitgründen erfolgt ist, hätte durchaus einen Sinn gemacht. Denn nach der 16. Episode gibt es so etwas wie einen Cut und neue Storylinien entwickeln sich stärker. Leider hat man aber die 17. und 18. Episode noch in die erste Hälfte gepackt. Wirkten sie dort etwas verloren, sollte man sie nun vor dem Start der zweiten Hälfte als Einführung auf jeden Fall noch einmal schauen. Selbst dann merkt man aber, dass „Twin Peaks“ kurzzeitig etwas die Luft ausgegangen ist. Die ganze Story um Coopers dienstliche Probleme, seine zwischenzeitliche Suspendierung und seine gemeinsam mit Agent(in) Bryson betriebene Rehabilitierung wirken für „Twin Peaks“-Niveau zu banal und dieser Storyfaden fesselt daher auch nicht richtig. Auch die Soap-Elemente der Serie haben zu diesem Zeitpunkt heftigst mit Problemen zu kämpfen. Die schon vorher erfolgte geistige Rückentwicklung von Nadine Hurley (Wendie Robie) mit gleichzeitiger Entwicklung von übermenschlichen körperlichen Kräften sorgt wenigstens noch für einige amüsante Szenen, aber zum Beispiel die Flucht von James (James Marshall) aus Twin Peaks mit allen Begleitereignissen, die ihm auf seiner Reise widerfahren, scheinen nur Lückenfüller zu sein.

Aber dann tritt plötzlich Windom Earle auf. Schlagartig ist die Serie wieder auf dem Niveau, welches sie in der ersten Staffel ausgezeichnet hat. Die Situation ist zwar eine völlig andere, aber mit einem Mal ist die Spannung wieder auf der höchsten Stufe, der Mysteryanteil und die surrealen Elemente wieder so perfekt dazu passend, um die Serie einzigartig zu machen, und der ganze Soap-Teil die endgültige Abrundung. Immer weiter werden dabei die Schrauben angezogen und die letzten beiden Episoden, von Tim Hunter und David Lynch selbst erstklassig inszeniert, liefern einen starken, eigentlich so nicht geplanten Abschluss der Serie. Auch wenn in der letzten Episode viel offen bleibt, stellt das Ende nämlich zufrieden und ist zudem noch ein fieser Abschiedsgruß von Lynch und Mitcreator Mark Frost. Ursprünglich hatten die beiden die Serie auf drei Staffeln angelegt und wollten die Identität des Mörders von Laura Palmer nie enthüllen. Auf Druck des Senders mussten sie ihre Pläne umwerfen, den Mörder schon im Verlauf der zweiten Staffel präsentieren und die restlichen Storystränge dann in einer halben Staffel unterbringen. Das ist ihnen aber erstklassig gelungen.

Inszenatorisch ist „Twin Peaks“ nach wie vor auf ganz hohem Niveau. David Lynch inszeniert zwar in der zweiten Hälfte nur noch die letzte Episode (und schaut nebenbei wieder für einige grandiose Szenen in der Rolle von Gordon Cole, Coopers Boss, als Schauspieler vorbei), doch es gibt renommierte Vertreter auf dem Regiestuhl. Neben dem deutschen Uli Edel („Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“), erfahrenen „Twin Peaks“-Recken wie Tim Hunter und Duwayne Dunham inszenierten zum Beispiel auch TV-Routinier Stephen Gyllenhaal (der Vater von Maggie und Jake), James Foley (Glengarry Glen Ross, Verführung einer Fremden) sowie die Schauspielerin und langjährige Woody-Allen-Muse Diane Keaton (Der Stadtneurotiker, Manhattan) eine Folge. Das sorgt dafür, dass die zweite Hälfte und damit das Serienfinale bei Weitem nicht so schlecht sind, wie sie teilweise gemacht werden. Ganz im Gegenteil, Frost und Lynch schließen nach einem kurzen Durchhänger ziemlich genau in der Mitte von Staffel zwei wieder an das hohe Niveau von zuvor an und erreichen in den allerletzten Episoden sogar mühelose wieder die Spitze.
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Twin Peaks - Die zweite Season, Teil zwei von zwei (3 DVDs) ab 28.95 Euro
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