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Home > Kino > Film-Archiv > Drama > Der Baader Meinhof Komplex > Userkritiken
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1 - 10 von 55 Treffern
Kritik: der "baader meinhof komplex" ist DIE komödie des jahres! wenn ein engagierter andreas baader doofen ulricke die zitat; "scheiss bourgeoisen fragestellungen ..." austreibt, dann haut er auf´n tisch und droht wie bushido "wir machen das und wemma dabei draufgeh´n!" schnüff, da bleibt echt kein auge trocken! den rest des fims ballern sich heiße studentenbräute den weg zum roten deutschland frei zum arbeiter und bauernstaat west. das der größte teil der buchvorlage von stefan aust an den haaren herbei gezogen ist ist dabei eigentlich völlig wurscht. lieber "the raspberry reich" von bruce labruce gucken!!!
Mitglied seit 310 Tagen | 6 Userkritiken
Ihre Kritik: An und für sich ein sehr guter Film, aber man benötigt ein fundiertes geschichtliches Know-How um der Story auch nur ansatzweise zu folgen. Auch wenn ARD-Dokumentationsfilme (ebenfalls von Stefan Aust) mehr Backgroundinfos bieten, sorgt dieser Film dank der gut gespielten Rollen für ein kurzweiliges Ereignis. Der Fokus liegt hier natürlich mehr auf den brutalen "Aktionen" der RAF, minder auf dem geschichtlichen Hintergrund. Wer sich mit dem Thema RAF mal intensiv beschäftigt hat, für den ist dieser Film durchaus empfehlenswert - alle anderen werden wahrscheinlich nicht sehr viel Freude daran haben.
Mitglied seit 1.197 Tagen | 4 Userkritiken
Kritik: sehr gute action-doku
Mitglied seit 744 Tagen | 5 Userkritiken
Kritik: Filmisch m.E super gemacht. Keine Langeweile trotz Überlänge. Die Entwicklung und die Spezifika der einzelnen - recht unterschiedlichen - Charaktere werden eindringlich und glaubhaft dargestellt. Beeindruckende schauspielerische Leistungen. Inwieweit der Film mit den historischen Fakten in Einklang steht kann ich leider nicht beurteilen. Dieses Kaptitel der deutschen Nachkriegsgeschichte wurde in meinem Geschichtsunterricht ausgespart. Eigenes Quellenstudium habe ich (noch) nicht betrieben. Was gezeigt wird ist alles in allem eine eindringliche Mahnung das Gebot der Verhältnismässigkeit, die Grenzen der Zurechnung von persönlicher Verantwortlichkeit und das Gebot des absoluten Lebensschutzes einzuhalten und nicht selbstherrlich zu eigenen Zwecken umzudefinieren. Schade, dass man nicht mehr erfährt über das Leben der Opfer und das unendliche Leid der Familien der Opfer.
Mitglied seit 868 Tagen | 332 Userkritiken
Kritik: Ich habe den Film im Kino gesehen und muss sagen das er schon sehr lang ist. Die Spannung bleibt aber durchgehend oben. Die Schauspieler agieren stark. Was man allerdings bemängeln muss ist, dass die Terroristen wie Helden dargestellt werden und nicht als die Monster die sie waren. Allerdings solle man sich diesen Teil der deutschen Geschichte ansehen.
Kritik: Einfach nur spannnend und vor allem unvorstellbar , was damals passiert ist informativ und erschreckend : unbedingt anschauen
Mitglied seit 1.059 Tagen | 146 Userkritiken
Kritik: Vorneweg: Ich habe mir die um knapp 15-20 Minuten längere TV-Version angeguckt. Da mir diese schon an einigen Stellen inhaltlich zu lückenhaft erschien, kann ich allen, die sich auch für die Hintergründe interessieren, empfehlen diese Version(die auch auf DVD demnächst erhältlich sein wird)anzuschauen und auf die Kinofassung zu verzichten. Nun zur Kritik: "Der Baader-Meinhof-Komplex" setzt 1967 mit der brutalen Zerschlagung der Studentendemo während des Schahbesuchs und der Erschießung von Benno Ohnesorg an. Ich denke aber, dass man viel früher ansetzen müsste. Es geht ja primär um die RAF und ihren Gründerkern. Man sollte daher versuchen zu zeigen wie sich z.B. Baader und Ensslin langsam radikalisiert haben. 1967 waren beide eig schon radikal und waren gewillt Gewalt anzuwenden. Sie gehörten zu jener Zeit schon zum harten Kern an. Mich würde vielmehr interessieren wie sie sich in den Jahren zuvor verändert haben. Ensslin stammte beispielsweise aus einer Pfarrersfamilie. Da musste es schon viel früher arge Konflikte geben. Ein weiterer Punkt im Film, der für mich zu oberflächlich behandelt wurde, ist der Beitritt von Meinhof in die RAF. Allein mit dem Sprung aus dem Fenster (als symbolischer Akt für die nun getroffene Entscheidung) bei der Befreiung Baaders ist es nicht getan. Was im Kopf Meinhofs in den Monaten zuvor vorging, wird kaum behandelt. Sie musste ja einen längeren entscheidungsprozess durchleben. Im Film wird nur gezeigt, wie sie bei den Demos dabei ist und dann später Ensslin interviewt. Ein richtiger Sinneswandel wird für den Zuschauer nicht ganz ersichtlich. Die Motivation der RAF und ihrer Mitglieder zu Beginn wird zu hohl behandelt. Gemeint sind damit Aussagen wie "...der imperialistische Krieg gegen Drittweltländer und die Ausbeutung des Proletariats". Da gibts noch mehr von im Film. Diese Parolen wirken zu gekünstelt und sind eher so, wie man sich Harcore-Kommunisten klischeehaft vorstellt. Ich glaub ihre Ideologie war doch schon etwas rhetorisch überzeugender, sonst wäre es zu der Terrorgruppe gar nicht gekommen (ist aber nur eine Vermutung, kenn die Fakten hierzu nicht genau). Im Film folgen weitere lose aneinandergereihte Szenen, die zwar in der historischen Chronologie passen und richtig sind, aber wo auch oft die komplexen Hintergründe fehlen. Wie genau konnte die Polizei Baader die Falle stellen? Oder wie konnten die wenigen Leute um Baader herum Kontakt zu den Palästinensern aufnehmen und dort an einem Terrortraining teilnehmen? Das sind nur zwei kleine Beispiele, wo der Hintergrund und die Zusammenhänge hätten näher beleuchtet werden können. Der Mittelteil des Films dreht sich um die Terroranschläge und hat, ungewöhlich für einen deutschen Film, einiges an Action zu bieten. Zu sehen sind auch einige doch recht blutige Szenen, die ich in der Form bei einer FSK-Freigabe ab 12 nicht erwartet hätte. Dem Film tut es aber gut, wie finde. Sicher wird an einigen Stellen auffallend viel geballert, aber sind es nach dem Film gerade diese Szenen, die im Kopf hängen bleiben. Nachdem immer mehr Mitglieder des Gründerkerns gefasst werden, bildet sich die so genannte 2te Generation der RAF aus. Auch hier wird nicht ganz die Frage geklärt, wie es dazu genau kommt. Die Befreiung bzw. Freipressung von Baader, Meinhof und Co sowie deren Leben hinter Gitern steht im Mittelpunkt des letzten Filmteils. Hier wird der Film etwas langatmig und auch langweilig. Der Film endet mit der Ermordung Schleyers. Dazu muss ich sagen, dass die Zeit der Geiselnahme unerwähnt bleibt. Schade, eine nähere Beschäftigung mit dem Schicksal der Opfer wäre wünschenswert gewesen. Zudem hätte man den Film zumindest durch eine Texteinblendung am Ende abschliueßen können (es gab ja auch noch eine 3te Generation der RAF). Ich habe bis hierhin einige Sachen angerissen, die man aus meiner Sicht hätte besser machen können. Insgesamt gesehen war der Film aber ganz gut(vor allem für eine deutsche Produktion mit, im Vergleich zu Hollywood, mageren 20 Mio. Euro-Budget). Viele bekannte Gesichter der deutschen Schauspielerzunft waren zu sehen, die ihre Arbeit ordentlich und meist glaubwürdig gemacht haben. Die Actionszenen und Terroranschläge waren samt Folgen sehr gut inszeniert. Ein Lob verdient der Mut die RAF-Thematik auf die Leinwand zu bringen, wofür es höchste Zeit war. Doch steckt mehr Potenzial in der RAF-Gschichte. Spätere Produktionen könnten sich auf kleinere Zeiträume oder spezielle Inhalte konzentrieren. "Der Baader-Meinhof-Komplex" deckt einen zu großen Zeitraum ab und reißt so zu viele Inhalte an, einge eben nur im Ansatz. Insgesamt gibts trotz vieler Einwände von meiner Seite eine 7/10 für die über weite Strecken spannende und optisch gut inszenierte Chronik des Terrors. P.S.: Warum musste im Film so extrem viel geraucht werden? Waren das alles Kettenraucher? Oder wollte jemand Schleichwerbung machen? Das nur mal so am Rande...
Kritik: Ich muss an dieser Stelle zuerst einmal klarstellen, dass ich das Buch (noch) nicht gelesen habe und meine Meinung foglich keine Meinung zu einer Buchverfilmung darstellt, auch mein Wissen über die RAF hielt sich, zumindest was die genaue Geschichte und die einzelnen Personen angeht, in Grenzen. Somit betrachte ich diesen Film ganz nüchtern als einen Film, nicht mehr uns nicht weniger. Und ich finde, es ist ein guter und auch wichtiger Film. Der Anfang ist wirklich perfekt, die brutale Zerschlagung der Demonstration trifft mit voller Wucht, mit weit aufgerissenen Augen sitzt man da und kann sich zuerst gar nicht vorstellen, dass so etwas in der BRD möglich gewesen ist. Die Vorzeige-Friedlichkeit des Staates bekommt hier einen Riss, der Wille zum Protest bekommt fruchtbaren Boden, auf dem er gedeihen kann. Und es folgen auch Proteste, zuerst in Form von Demonstrationen, später auch verbunden mit Anschlägen, Sprengungen etc. Parallel dazu werden die damaligen politischen Ereignisse gezeigt, besonders der Vietnamkrieg mit seinem Terror und seinem Schrecken. Doch auch die Sympathiefiguren von einst wenden sich immer mehr dem Terror zu. Zu Beginn ein leidenschaftlicher Kampf gegen die Unehrlichkeit und Heuchlerei des Staates, gegen den brutalen Krieg, zum Ende hin selbst zu einem brutalen, fast schon sinnlosem Krieg geworden. Doch wirklich so sinnlos? Die Leidenschaft der Menschen ist bewundernswert, ihre Ziele scheinen wirklich gut. Es ist ein Widerstand gegen einen unnfairen Staat, der gegen diesen mit brutalen Mitteln vorgeht. Ein Widerstand, der sich irgendwannmal selbst auf dieses niedrige, gewalttätige Niveau begibt, aber dennoch weiterhin von vielen unterstützt wird. Es ist ein Kampf mit den falschen Mitteln, aber es ist ein Kampf, dessen Ziele mitten aus der Seele vieler Menschen sprechen. Lange Zeit fiebert man mehr mit den Terroristen mit als mit dem Staat, denn es sind nicht die "Bösen" in einer heilen Welt. Es sind die Kämpfer gegen eine böse und schlechte Welt, die selbst zu dem Bösen werden, welches sie bekämpfen wollten. Eine sehr pauschalisierende und hoch gegriffene Formulierung, ja. Aber sie macht deutlich, dass der Staat selbst diesen Terrorismus verschuldet hat. Aus dem Nichts kommt bekanntlich nichts und auch die RAF entstand nicht einfach nur so. Wenn man die staatliche Gewalt erlebt, dann beginnt man auch, die Motivation dieser Menschen zu verstehen, und das hat nichts mit Sympathie für Terrorismus zu tun. Es ist die vom BKA-Chef im Film selbst angesprochene Nachvollziehung der Gedankengänge der RAF-Mitglieder. Ich möchte mal einen kleinen Transfer wagen. Man werfe einen Blick auf die heutige Zeit. Man denke an die muslimischen Terroristen. Hat man Verständis für diese? Nein, normalerweise nicht. Man werfe noch einen Blick auf die RAF. Verständnis? Ja, gewissermaßen schon...oh shit. Na sowas aber auch. Versuchen wir einen Blick von außerhalb. Aus der Sichtweise des Menschen, der sieht, wie Menschen von den RAF-Mitgleidern erschossen werden. Verständnis? Nein, nein, nein. Das kann doch nicht sein. Kehren wir die Situation doch einmal um. Was denken die Terroristen selbst? Was denken die RAF-Leute? Sie wollen das Wohl des Volkes, ganz klar. Sie wehren sich. Was denken wohl die heutigen Terroristen? Töten diese etwa zum Spaß? Ich bin mir sehr sicher, nein. Wehren sie sich auch gegen etwas? Ja, tun sie. Mit den falschen Mitteln, ohne Rücksicht, ohne Zögern. Aber wenn es Terroristen gibt, dann heißt es nicht, dass alles gut ist. Das heißt dann, dass es irgendwo ein Problem gibt. Dass irgendwo irgendwie ein Staat, oder auch mehrere, den Boden schaffen für gewaltsame Proteste. Für Anschläge und Entführungen. Du hast mit Baader und Meinhof und mit sonst noch wem mitgefiebert? Nicht mit dem Staat, sondern mit diesen Leuten? Würdest du denn auch mit den heutigen Terroristen mitfiebern, wenn du ihre Sichtweise kennen würdest? Na? Gut, sehr viel hineininterpretiert in einen simplen Geschichtsfilm, was? Man sagt, er bietet nicht genug Reflektion. Seit wann ist es der Film, der sich selbst reflektieren soll? Die Zuschauer sollen selbst denken, sich selbst eine Meinung bilden. Das Fundament dazu bietet der Film auch jeden Fall. Wenn man sich darauf einlässt, dann gibt er einem Stoff zum Nachdenken. Dass das mehr an dem Thema selbst liegt, als an einer besonderen Inszenierung oder Neuinterpretation der Ereignisse, dass die Faszination des Films mehr eine Faszination der Geschichte der RAF selbst ist, ist schon klar. Aber gerade durch die unparteiische Darstellung und die meist genaue geschichtliche Darstellung zeigt der Film nach seinen Möglichkeiten einfach das, was passiert ist. Hier ein Stückchen, da ein Fetzen. Hier ein Dialog, da eine Explosion. Gegen Ende werden auch die Figuren leider der ausführlichen Charakterisierung, wie sie die ersten Mitglieder der RAF noch erfahren haben, beraubt, was ein wenig den Tiefgang nimmt. Es fehlt sicherlich vieles in diesem Film, er ist bei Weitem nicht perfekt. Aber er ist dennoch wichtig, gerade durch seine Präsenz. Er zieht die Aufmerksamkeit auf sich und zeigt uns einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte. Nicht komplett und ohne den erhobenen Zeigefinger. Mehr darstellend als reflektierend, aber dadurch auch eher zu einer eigenen Reflektion anregend. Ein wirklich guter Film ist soviel wert, wie der Zuschauer in ihn hineindenken kann. Und ich kann viel in diesem Film entdecken, ob geschichtlich betrachtet oder auf die Aktualität bezogen. Er ist gut inszeniert, toll gespielt, actionreich und schonungslos. Er ist erschreckend und faszinierend. Dass er nicht das ganze Buch auf die Leinwand überträgt, ist auch zu verschmerzen, denn man wird auch eher dazu engeregt, das Buch anschließend zu lesen und sich noch tiefer in die Geschichte hineinzubegeben. Aber er regt einen wirklich zum Nachdenken an. Zwischen den Schüssen und dem Blut ist etwas verborgen. Zwischen dem Abscheu den Taten und der Sympathie den Zielen gegenüber steckt etwas. Hinter der Sinnlosigkeit steckt doch noch ein Sinn, irgendwo. Und dieser hat nichts mit Bombenlegen und Töten zu tun, auch wenn das zuerst so scheinen mag.
Kritik: Der Film ist gut. Gute Schauspieler, Spannung und Regie. Es gibt nur zwei schwächen. Die Überlänge die sich teilweise zieht und das die terroristen teilweise wie Helden darrgestellt werden. Ansonsten ein sehr guter deutscher Film.
Kritik: Endlich bin ich dazu gekommen, mir den Baader-Meinhof Komplex (BMK) auf DVD anzuschauen. Was man dort zu sehen bekommen hat, ist eine zutiefst beeindruckende, brillant inszenierte Geschichtsstunde für Fortgeschrittene. Die vielfach ausgesprochene Kritik, man könne ein Jahrzehnt des RAF-Terrors nicht in einem fast zweieinhalbstündigen Film abhandeln, ist gleichermaßen zutreffend wie überflüssig. Dieses Jahrzehnt in all seinen Facetten, Hintergründen und Ereignissen auszuleuchten, wäre nicht einmal durch einen fünfstündigen Film möglich gewesen. Das war von vorneherein klar und dem scheinen sich Eichinger und Edel bewusst gewesen zu sein, weil sie bei der filmischen Umsetzung die einzig richtige Konsequenz gezogen haben: Die Ereignisse dieses Jahrzehnts, beginnend mit den Protesten gegen den Schah bis zur Ermordung Schleyers, chronologisch abzuhandeln und sie (vorwiegend) aus einer Perspektive zu erzählen. Wie zuvor gesagt, bedarf es auch eines elementaren geschichtlichen Vorwissens. Wer sich nicht mit der weltpolitischen Lage Ende der 60er beschäftigt hat, wer nicht weiß, welche Regierungen es in den Jahren 67-77 gab, wer sich nicht mit der Studentenbewegung und deren Motiven befasst hat und wem die Biografien von Dutschke, Herold und den RAF-Terroristen nicht ansatzweise geläufig sind, der sollte sich den Film nicht anschauen. Vorwissen ist eine Voraussetzung, um den Film zu verstehen, aber auch um ihn erleben zu können. Von Anfang an legt der BMK ein sehr hohes Tempo vor. Edel geht schon mal vom Gas herunter, wenn es um die Einführung der wichtigsten Personen des Films geht. Dies betrifft insbesondere die intelligente, engagierte Journalisten Meinhof, Mutter zweier Kinder, die sich zunehmend zur selbstgerechten, gnadenlosen Terroristin entwickelt. Baader und Ensslin werden von Anfang an als radikale Persönlichkeiten mit Hang zum Narzissmus vorgestellt. Den übrigen Terroristen der ersten Generation, Raspe und Meins, wird weniger Platz eingeräumt – zumindest bis zum Hungerstreik, in dessen Folge Holger Meins in der Haftanstalt verstirbt. Die größte schauspielerische Leistung vollbringt ganz klar Martina Gedeck. Wenn es nicht der Geschichte entspräche, kann man es kaum fassen, dass die intellektuelle Journalisten und liebende Mutter zweier Kinder sich derart in den Bann der Psychopathen Baader und Ensslin ziehen lässt, dass sie sogar bereit ist, ihr eigen Fleisch und Blut einem Waisenhaus für palästinensische Kinder zu übergeben, weil Sie sich auf den bewaffneten Kampf gegen den verhassten Staat fixieren möchte. Um einen derart ungeheuren Wandel glaubhaft zu machen, bedarf es großen schauspielerischen Talents, das Gedeck in jeder Szene offenbart. Bleibtreu und Wokalek können hier zwar nicht mithalten, spielen dennoch großartig. Hinzu kommt die verblüffende Ähnlichkeit der durch Wokalek verkörperten Ensslin mit der realen Persönlichkeit. Eine derartige Übereinstimmung trifft auch auf Rudi Dutschke zu. Nun ist die Frage, ob es dem Film gut tut, die Ereignisse aus Sicht der Terroristen zu erzählen. Einfache Antwort: Ja. Die Angst vor einer ungewollten Glorifizierung ist unbegründet. Wenn Anfangs Polizisten gnadenlos auf friedliche Studenten eindreschen, Ohnesorg erschossen wird, dann ist der Zuschauer angesichts der Szene in Rage und entwickelt Verständnis für die Radikalisierung. Sympathien mögen jedoch nie aufkommen, weil Edel die Aktionen der Terroristen ebenso kompromisslos darstellt uns sehr schnell klarmacht, dass diese Personen jeden Maßstab verloren haben. Gerade die Selbstgerechtigkeit der Terroristen, ihre oft spontane Entschließung zu verbrecherischen Taten nimmt ihnen den Guerilla-Mythos, der ihnen oft heute noch anhaftet. Der Film endet mit dem Tod in Stammheim, dem Entstehen der zweiten Generation und der Hinrichtung Schleyers. Kein Wort zur dritten Generation, schließlich geht es bei BMK um die Terroristen der ersten Generation. Da wird die Nachfolgegeneration auch nur solange gezeigt, wie ihre Geschichte parallel mit der Geschichte der ersten Generation läuft. Sehr konsequent, wobei Nadja Uhl als Brigitte Monhaupt den Film sicherlich noch eine halbe Stunde weiter getragen hätte, ohne dass dieser langweilig wird. Langweilig, das wird der Film nie. Kritisch muss ich anmerken, dass ich nicht immer verstehen konnte, weshalb gewisse Ereignisse stärker ausgedehnt wurden als andere. Relativ lang wird von der Zeit im Ausbildungscamp erzählt, die Schleyer-Enführung gerät recht kurz und vieles, wie z.B. der schwarze September oder die Entführung der Landshut wird halbdokumentarisch mit echtem Filmmaterial abgerissen. Man muss aber zugestehen, dass es nicht möglich gewesen wäre, alles gleich intensiv zu erzählen, weshalb man dies dem Film nicht als Schwäche in die Rechnung stellen sollte. Sein größtes Verdienst ist jedoch, dass er zur Auseinandersetzung mit der jungen Geschichte der BRD führt bzw. Interesse hieran weckt bzw. vergrößert. Und das ist die wichtigste Eigenschaft für einen Politfilm.
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