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5 - Spitzenklasse
Anderland bietet einen Ausblick in eine pseudo-perfekte Welt: Alle haben einen einträglichen Job, smarte Freunde und auch sonst was man im wohlstandsverwöhnten Leben so braucht. Bloß wo kein Leiden ist auch keine Freude, perfekte Ordnung bedeutet auch perfekte Langeweile, das Leben wird spannungslos und gefühlsleer.
In Anderland gibt es nur Menschen mittleren Alters, Kinder und Alte fehlen. Freundschaften wirken beliebig und oberflächlich. Dinge verlieren ihre Bedeutung und Geschmack.
Dieser Film ist keine leichte Kost, sondern ein tiefenphilosophisches Epos, was in Kategorien von George Orwell (1984) oder William Golding (Lord of the Flies) Vergleichbares findet. Mit dem Unterschied, dass die letzteren Zukunftsszenarien beschrieben, Anderland jedoch spürbare Gegenwartssatiere ist, unglaublich präsent und bissig. Man weiss irgendwie nicht, wie man in diese Welt gekommen ist, die das Leben mit Belanglosigkeit erfüllt. Und scheinbar gibt es auch keinen Ausweg, jedenfalls nicht mit herkömmlichen Handelsweisen.
Da ist das Licht hinter den beiden Kellerfenstern, dass sowohl den Filmhelden als auch den Zuschauer magisch anzieht. In diesem Keller ist eine Mauerritze verborgen, die einen dürftigen Blick in einen Raum mit duftendem Kuchen, einem runzelhäutigen Greis und dem Lachen von Kindern bietet.
Dieser Hoffnungsschimmer sorgt für grenzenlose Spannung und verdeutlicht den Seelenswunsch nach einem sozial bewegtem Leben.
Anderland ist ein Film, der den Zuschauer in seiner Utopie gefangen nimmt und Wertigkeiten reflektieren lässt. Ganz grosses Kino!
Hinzugefügt am 21.10.2007 um 15:46 Uhr
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