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Seine 1 Kritik ansehen
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0.5 - Null
Da der Name irgendwie interessant klang und die Kritiken, die ich zu diesem Film auftreiben konnte, recht spannend klangen, kam ich soeben in den Genuß, mir "An American Crime" anzusehen.
Ich habe 92 Minuten meines Lebens (gefühlte 3 Stunden) dafür verschwendet, mir einen Film anzugucken, der absolut keine Aussage hat.
Obwohl die wahren Geschehnisse einige Fragen, über das Verhalten der Menschen aufwerfen, was ja eigentlich der Reiz eines solchen Themas ist, wird in diesem Film nicht auf eine einzige dieser Fragen eingegangen. Der Film stellt anhand von irgendwelchen Gerichtsprotokollen die Geschehnisse nach. Da man diese aber eigentlich innerhalb von 10 Minuten in einem FokusTV-Sonderbericht erklären könnte, wird das Ganze unendlich in die Länge gezogen. So darf man sich am Anfang erstmal 20 Minuten von der anfänglichen Idylle überzeugen. Faszinierend...
Nach einer guten halben Stunde entscheidet dann die Ziehmutter aus heiterem Himmel, die beiden Mädchen im Keller auszupeitschen, weil ihre Eltern nicht rechtzeitig Geld geschickt haben. Danach ist wieder für 5 Minuten mehr oder weniger Frieden angesagt und eine vollkommen uninteressante Hintergrundgeschichte plätschert so vor sich hin. Dann entscheidet die Pflegemutter, dass ihre Tochter das besagte Mädchen verprügeln darf. Danach kommen wieder für 10 Minuten unwichtige Details über das Verhältnis von irgendwelchen Figuren zueinander, die eigentlich nur in Nebenrollen auftreten und die Hauptcharaktere reden dämliches Zeug, das in etwa so viel über ihre Psyche aussagt, wie die Sprechchöre besoffener Hooligans über Emanzipation. Als nächstes entscheidet die liebe Mama, dass das Opfer sich eine Flasche in die Vagina stecken soll und schmeisst sie danach die Treppe runter in den Keller. Konsequent gibt sie auch ab jetzt das Mädchen komplett zum Abschuss frei und jeder, der irgendwie in der Nähe wohnt, kommt bei Gelegenheit vorbei, um sie ein wenig zu foltern. Das alles ist gekonnt eingebunden, in die vollkommen uninteressante Hintergrundgeschichte.
Besonders gegen Ende werden dann auch noch an den unmöglichsten Stellen Ausschnitte aus dem nachgestellten Gerichtsprozess eingeblendet, die das Handeln der einzelnen Personen etwas näher beleuchten. Zusammengefasst hat sich keiner etwas dabei gedacht, schien denen ne gute Idee zu sein oder so...
Ein schöner Aspekt an dem Film ist, dass an vielen Stellen auf ausführliche, etwas erklärende Dialoge verzichtet wird. Das stört zwar ein wenig das Verständnis im Allgemeinen, aber es lässt einem dafür genug Zeit zur eigenen freihen Interpretation der möglichen Motive der Beteiligten.
Die Schauspieler sind alle mittelmäßig, auf jeden Fall um klassen besser als jeder andere Aspekt des Films.
Der Soundtrack ist dafür umso schlechter, die Musik stiftet allerhöchstens mal Verwirrung, anstatt die Atmosphäre zu untermauern und setzt in Schlüsselsituationen zur Schaffung von mehr Realismus auch gerne mal eine Pause ein.
Ich rate von diesem Film ab!
Übrigens finde ich den Vergleich mit "Hard Candy" sehr weit hergeholt, denn der ist spannend und schockt mit relativ simplen Mitteln, die gut eingesetzt sind. "An American Crime" ist das genaue Gegenteil, das Opfer hier wird vor der Kamera missbraucht, verstümmelt, gequält, gebranntmarkt und irgendwann dann auch ermordet, was zwar furchtbar klingt, aber im Universum der unendlichen Langeweile, das dieser Film aufbaut, schon eher für ein müdes Augenzwinkern ob dieser erfreulichen Abwechselung hervorruft.
Mein Tipp für Besitzer der VHS-Kaufversion:
Die Hülle der VHS entfernen und das Band herausnehmen. In einer Pfanne ca 20g Butter schmelzen. In die heiße Butter dann das Videoband geben und ordentlich umrühren. Die Herdplatte auf niedrige Hitze stellen und das Ganze unter Zugabe von Fenchel ca 17 Minuten mit geschlossenem Deckel dünsten. Dann die Pilze hinzugeben, mit etwas Pfeffer, Salz und je nach Geschmack saurer Sahne abschmecken.
Reicht für 3-4 Portionen.
Hinzugefügt am 05.04.2008 um 03:35 Uhr
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