Reisender27
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Seine 4 Kritiken ansehen
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4 - Sehr gut
ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE.
Mit diesem eigenwilligen Filmtitel legt Jonathan Levine auch gleich den Plot des Films sehr treffend fest. Mandy Lane (Amber Heard) ist eigentlich nichts weiter als ein schönes Mädchen auf der Highschool, die einfach jedem Junden den Kopf verdreht und ebenso einfach ins Verhängnis zu stürzen vermag. Der Auftackt des Films könnte demnach passender und bestürzender zugleich kaum sein. Mehr unwillens gelangt Mandy mit ihrem Außenseiterkumpel auf die Party von Dylan (Adam Powell) der viel Gefallen an der blonden Schönheit findet und sich sogar vom Dach in den Pool zu stürzen versucht, lediglich um ihr zu imponieren. In dieser Szene findet der Betrachter aber eigentlich gleich viel mehr - die Manipulation und Überzeugungskraft erfolgte nicht durch Mandy selbst, sondern durch ihren sonderbaren Begleiter, der selbst Opfer ihrer Anziehungskraft zu sein scheint und unter ihrem direkten Einfluss steht. So gesehen bleibt Mandy oberflächlich betrachtet unschuldig und ausschließlich ihr Begleiter erhält die Schelte: "You fu**, look what you've made him do!", als die Freunde über dem leblosen Körper von Dylan knien. Diese Unschuld des Mädchens Mandy, die die direkte Provokation oder Koketterie stets geschmeidig vermeidet und sich dennoch verführerisch wie die Venus von Botticelli zeigt ohne eben um ihre Schönheit zu wissen (so macht sie uns glauben), begründet das finstere Schaffen ihrer Verehrer, die selbst vor Mord nicht zurückschrecken, um ihr zu gefallen oder vielmehr "aufzufallen". "Some even died for her..." schwärmt Red (Aaron Himelstein), als der Wochenendtripp in das elterliche Landhaus geplant wird. Hier soll sich nun heraustellen, welche Anziehungs- und vor allem Zerstörungskraft Mandy auf die Jungs haben kann.
Das Drehbuch zeigt dabei leider keine sonderliche Leistung - die Handlung ist geradlinig, aber nicht wirklich vorhersehbar, ebenso wenig wie das streitbare, aber dennoch sehr gut in das Konzept des Films passende Ende. Die Meinung "das war ja klar" kann eigentlich nur deshalb empfunden werden, weil die Handlung keine Seitenstränge oder unnötigen Verstrickungen aufweist, die ablenken könnten. So gesehen hat der Film nicht nur rein optisch, sondern vor allem inhaltlich seine Wurzeln bei den HorrorSlashern der 70er oder auch 80er Jahre. Erinnert sei hier bspw. an FREITAG DER 13., der ebenso wenig zu überraschen schien und dennoch überraschend war.
Was neben der äußerst mitreißenden Darstellung der lilith'schen Femme fatale schlicht grandios überzeugen kann und diese auch erst sagenhaft entstehen läßt, ist die großartige Regiearbeit von Levine, aber auch die überzeugende Kameraführung von Darren Genet. Man hat das Gefühl der Film sei aus einem Guss. Es gibt einfach keine Kanten, Längen, Ungereimtheiten oder zwecklos eingebrachte Spezialeffekte als Politur - die Umsetzung des Drehbuchs ist schlicht und dennoch atmosphärisch so dicht, dass eben selbst die dünne Vorlage massiv erscheint. Erwähnt sei an dieser Stelle aber auch die wirklich gute Schauspielerarbeit der jungen und zumeist unbekannten Darsteller, die die Authentizität des fatalen Liebesneids glaubhaft schultern. Zusammengefasst schafft es Levine sogar das Thema sehr gefühlvoll und vor allem trittfest umzusetzen.
Fazit: Es ist in diesem Film wirklich nicht übertrieben von "ALL the boys love Mandy Lane" zu sprechen. Die Handlung bietet nicht viel Fleisch, ist aber so gut und dicht inszeniert, dass die Lilith-Darstellung ungeheuerlich beeindruckend gelingt und man sich selbst an so manche Schwärmerei aus der eigenen Schulzeit erinnert und über deren enttäuschend harmlose Ausgänge vor dem hier gezeigten Hintergrund erleichtert aufatmend wiederfindet und beruhigt vergessen kann.
Hinzugefügt am 20.06.2010 um 15:50 Uhr
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