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Seine 1 Kritik ansehen
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2.5 - Na ja
So, nach U23D also der nächste Konzertfilm. Und das sogar von Martin Scorcese und einer Band die wirklich Musikgeschichte geschrieben hat und immer noch schreibt. Was soll da schon schiefgehen. Da sind ja wirklich Meister ihres Faches am Werk. Also, mit Vorfreude rein ins Kino...
An diesem Punkt muß ich meine Kritik zweiteilen, nämlich einmal für die Machart und einmal für die Musik/Band.
Zuerst die Machart: Ja, da ist ja alles schön und gut. Sehr erfahrene Kameramänner, die es wirklich schaffen einzigartige Bilder zu zeigen. Speziell in Sachen Mick Jagger ist das teilweise sensationell. ABER: Das kann doch nicht sein, dass die gesamte Bühne/Band in 122 Minuten nur ungefähr gefühlte 30 Sekunden zu sehen ist. Scorcese sagte doch noch extra, er will in einem kleinen Theater drehen, weil er im Stadion auf einer großen Bühne die Band nicht so gut zusammen einfangen kann (was ja auch Sinn macht), nur, warum zeigt er das dann nicht. Bei einem Konzertfilm will ich ab und an die ganze Band sehen und dann selbst entscheiden wen ich beobachte. Das wird dem Zuschauer hier komplett genommen. Mann hat keine Wahl. Die Schnitte sind teilweise so schnell, daß einzelne Einstellungen nur eine Sekunde zu sehen sind. Das ist ja ab und an ok, auf die Dauer des Konzertes aber eher stimmungstötend. So kommt irgendwie gar keine richtige Athmosphäre auf, man fühlt sich gar nicht richtig wie im Konzert. Bei U23D war das doch ganz anders, da kam richtige Stimmung auf. Verstehe einfach nicht, daß ein Meister wie Scorcese das nicht am Ende gesehen hat und gemerkt hat, daß die hektischen Schnitte einfach zu viel sind. Außerdem finde ich es sehr schade, daß wenn schon nicht die ganze Band gezeigt wird, die Aufteilung der Präsenz einfach nicht stimmt. Dass Jagger da auf Nummer 1 ist, steht ja gar nicht zur Debatte. Auch ist klar, daß Richards einen besonderen Part spielt. Bei Wood ist das auch ok, aber daß Charlie Watts so gut wie nie zu sehen ist, das kann doch wirklich nicht sein. Er ist als Mensch und Drummer das Rückrad der Band, er gibt den Rhythmus an und ist einfach nie länger als eine Sekunde zu sehen, in 122 Minuten vielleicht 30 Sekunden alleine im Bild beim Schlagzeugspielen. Das finde ich sehr schade, ungerecht und schon fast unprofessionell. Ach ja, gerade in der ersten Hälfte des Konzertes, sind die hüpfenden Brüste der Backgroundsängerin ungefähr 10 mal länger im Bild als der geniale Schlagzeuger Charlie Watts (das ist zwar auch ganz nett anzusehen, aber ich bin ja in einem Konzertfilm).
Nun zur Musik/Band:
In der Filmvorsequenz sieht man Jagger immer mit verschiedenen Playlists hantieren und öfter fallen die Titel "Paint it black" und "I'm Free". Auf die hätte ich mich gefreut, kamen aber leider nicht. Aber ok, die STones haben so viele Titel, da kan man es eben nicht jedem rechtmachen. Zu Jagger: Er hat es immer noch drauf. Einfach unglaublich wie er über die Bühne rennt, hüpft usw. Daß dabei öfter mal mehr gesprochen als gesungen wird, ist nicht weiter schlimm. Er hat immer noch die gleiche Aura und Präsenz und außer seinem Gesicht haben die Jahre ihm nichts anhaben können. Manchmal denkt man, auch durch das grelle Licht bedingt, man sieht den jungen Jagger vor sich. Zu Richards: irgendwie finde ich, der Zahn der Zeit hat ihm am meisten angetan. Sein Gitarrenspiel ist nicht mehr cool, sondern langsam. Und immer diese selbstverliebte Mimik wenn er wieder ein bekanntes Riff spielt und dann ganz begeistert ins Publikum schaut. Er sollte lieber mal schauen, daß sein Gitarrenspiel nicht so abgehackt klingt. Gerade bei "seinen" Hits wie z.B. Start me up, klingt das ganze einfach nicht mehr wie früher. Nicht falsch verstehen, Richards ist eigentlich einer meiner Helden, aber ich finde das war nix. Im großen und ganzen finde ich die musikalische Leistung mit Ausnahme von Charlie Watts eher schwach. Irgendwie war es mir nicht mal nach Fußwippen, es kam sogar Langeweile auf. Und das finde ich für einen Konzertfilm einer Rhythm and Blues Rock 'n' Roll Band dann doch eher traurig.
Achja, die Gastauftritte hätte ich auch nicht gebraucht, aber das ist jedem seine Sache.
So verstehe in nun also nicht, warum dieser Film durchweg gute bis sehr gute Kritiken hat und niemand auch nur ansatzweise meine Kritikpunkte erwähnt hat.
Wer aber Jagger in fantastischen Einstellungen sehen will, dem sei dieser Film empfohlen, ich empfehle ihn als Konzertfilm nur bedingt.
Hinzugefügt am 25.04.2008 um 16:29 Uhr
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