amok2811
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4.5 - Großartig
Baz Luhrmann wollte mit "Australia" ein epochales Melodram inszenieren, das den Klassikern aus den 30er und 40er Jahren nahe steht. So hat Luhrmann den Film gekonnt bis aufs kleinste Detail geplant.
In den Hauptrollen wurden die Größen Nicole Kidman und Hugh Jackman verpflichtet, die wirklich gut zusammenpassen und eine starke und glaubwürdige Leistung abliefern. Beiden Charakteren wird zwar nicht der unbedingte Tiefgang verliehen, doch die Entwicklung Kidmans von der nervenden Adeligen zur taffen Farmerin gelingt genauso gut wie die maskuline, rauhbeinige Darstellung des "Drover". Auch der weitere Cast weiß zu überzeugen, vor allem die Rolle des Nullah ist besonders positiv hervorzuheben. Stark gespielt!
Um aber ein 159-minütiges Melodram zu schaffen, das das Potenzial zum Klassiker haben soll, reicht nicht nur ein guter Cast. Dafür muss auch ein entsprechendes Setting mit gelungenen Kameraeinstellungen her. Und das gelingt hier auf überzeugende Weise und stellt für mich den größten Pluspunkt des Films dar. Wunderschöne Panoramaaufnahmen in satten Farben werden geboten, die oft mehr sind als nur kurze Momentaufnahmen. Meisterliche Optik!
Bleibt zu guter letzt die Story, die natürlich der wichtigste Punkt in einem jeden Film ist. Für ein Melodram ist sie für mich gut gelungen. Man hat versucht viele (auch sozialkritische) Aspekte einzubringen und das alles noch vor dem Hintergrund des 2.Weltkrieges. Humor, Tragik und natürlich Gefühle dürfen da nicht fehlen. Insgesamt ist die Handlung stimmig und nachvollziehbar. Die mystischen Einschübe bzgl. Nullah und seines Aborigini-Großvaters sind vll nicht jeder Manns Sache. Hätte man weniger stark einbringen können.
Die Darstellung der "Gefühlsmomente" ist für mich begleitend mit der Filmmusik jedoch an einigen Stellen zu theatralisch und übertrieben geraten, was dann schnell in die Ecke "Kitsch" abgleiten kann. Für mich war es aber insgesamt noch ok. Die gesamte Handlung ist leider vorhersehbar, Wendungen und Überraschungen sucht man vergeblich.
Was mich noch etwas verwundert hat, ist, dass im Film gezeigt wurde, dass die vor Darwin befindliche "Missionsinsel" sogar von Japanern eingenommen wurde. Ich denk mal, dass dies der erzählerischen Freiheit zugetragen werden kann. Soweit ich weiß wurde Darwin bombardiert Ende Februar 1942(was ja auch eindrucksvoll im Film umgesetzt wurde), doch das mit der Insel ist wohl erfunden.
Mein Fazit ist, dass "Australia" großes Gefühlskino mit einer Prise Humor und Action liefert, visuell wunderschöne Landschaftsaufnahmen beinhaltet, gut geschauspielert, aber an einigen Stellen etwas zu "schnulzig" ist. Der Versuch ein Epos zu schaffen ist vll nicht 100% gelungen, doch ein Film im Stile der alten Klassiker ist wiederzuerkennen. In Zeiten von vielen actiongeladenen 90-Minuten-Filmen mal was anderes und deshalb trotz paar Schwächen 9/10 Punkte.
Hinzugefügt am 21.06.2009 um 15:58 Uhr
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