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Seine 1 Kritik ansehen
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4.5 - Großartig
Es gibt Regisseure die können unterhalten, es gibt Regisseure, die können vermitteln und es gibt Regisseure, die können beides. Jose Padilha ist einer der Regisseure der letzten Art. Ihm ist es gelungen mit allen Hollywood Tricks ein sensibles Thema der Weltpolitik wieder für wenigstens einen kurzen Augenblick in die Öffentlichkeit zu rücken.
Der provokative Einsatz von Gewalt in diesem Film schreckt viele ab. Die Art, wie diese Gewalt dann auch noch oberflächlich nicht verurteilt wird lässt viele erschauern. Aber genau das ist das Geniale an diesem Film. Es wird nicht mit dem erhobenen Zeigefinger eine subjektive Moral gepredigt. Eine Moral die aufgrund eines europäischen oder westlichen Weltbildes entstanden ist. Nein, der Zuschauer muss sich seine eigene Meinung bilden. Jose Padilha liefert nur die Bilder dazu. Und die Anreize zum Nachdenken, in dem er eine Hauptfigur geschaffen hat die Opfer/Täter und Freund/Feind zugleich ist. Bei der die Grenzen zwischen gut und böse fließend sind, wo die europäische und westliche Moral an ihre Grenzen stößt, wo das Richtig und Falsch der Zuschauer auf eine harte Probe gestellt werden. Wo man sich hinterfragen muss ob man wirklich immer seine Meinung auch auf andere projizieren kann.
Und alles was dazu benötigt wird ist eine Brutalität wie man sie in Hollywood tagtäglich sieht. Eine Brutalität die nicht neu ist, aber die einen dennoch erschrecken lässt. Nicht allein aufgrund der Bilder. Nein, sie scheint so grausam weil man sich jederzeit bewusst ist, dass diese Brutalität aus dem wahren Leben stammt. Einem Leben wie es aktuell hier und heute stattfindet. Neben der "Sicherheit" die der normale Zuschauer genießt. Und genau diese Konfrontation mit der Wahrheit lässt dieses Werk heraus stechen. Heraus stechen aus den Möchtegern Aufklärungsfilmen Hollywoods, die, gefüllt mit Propaganda, meist weiter entfernt sind, als es die reinen Kilometer zwischen Produktion und Tatort in Wirklichkeit erahnen lassen.
Vielleicht ist es genau das was die Kritiken dieser Welt so unterschiedlich ausfallen lässt. Vielleicht entstand die schlechte Kritik der New York Post oder der New York Times nur weil man sich bewusst ist wie wahr doch das ganze ist und dass diese ganze Gewalt, die man in Hollywood zum Spaß erschafft, irgendwo auf der Welt Realität ist. Und das versucht man nun auszublenden. Denn um solche Erfahrungen zu verarbeiten braucht man eine gewisse Reife, eine Reife die mancher Kritiker nicht sammeln kann in der Dunkelheit seines Kinosaals.
Elite Squad ist ein Meisterwerk. Ein Film den man aber bedacht genießen sollte. Wo man den Kopf benutzen muss um sich eine "richtige" Meinung zu bilden. Ein Film der erst später nachwirkt, wenn man wiederholt versucht seine Moral auf die dortigen Umstände zu projizieren. Und ein Film der einen Ozean entfernt spielt aber der auch unser Leben mehr berührt als uns lieb ist.
Hinzugefügt am 22.08.2009 um 12:05 Uhr
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