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4 - Sehr gut
Der Film Happy-go-Lucky beginnt einleitend mit einer gewissen Schwerelose und allgemein meint man Poppy, als unendlich glückliches und fröhliches Wesen aus der Sicht des Zuschauer zu sehen und oberflächlich könnte man meinen, dass nur sie einen in den Bann zieht. Wenn jemand meint in den Film eben nur das Motto "Wenn man fröhlich ist, dann ist das Leben schön" zu sehen, verliert der Film eigentlich seine tiefere Wirkung.
Sie als Charakter zeichnet mehr aus: Sie ist zwar kindlich und als "erwachsener" Betrachter erfährt man dieses kindliche vielleicht auch sehr schnell als nervig; aber genau das ist es, was sie als Charakter besonders macht. Das Nervige, was auch ihr Umkreis ihr gegenüber deutlich macht, wenn man die Anfangsszene nach dem Diskobesuch betrachtet. Sie legt es nicht darauf an im Mittelpunkt zu stehen oder gar bewundert zu werden, was der Fahrlehrer Scott ihr am Ende eigentlich fälschlicherweise vorwirft. Sie versucht auch nicht alle zwangsläufig in ihren Bann zu ziehen und sie lässt sich gegenteilig auch nicht dadurch einschüchtern.
Was ich damit sagen will ist, dass der Charakter Poppy äußerst gesund und realistisch daher kommt und zwar, weil man als Betrachter Momente erfährt, in denen man sie nicht "mag" und Moment, in denen man sie "mag". Man kann ihr Lachen irgendwann nicht mögen und man kann vielleicht auch nicht verstehen, warum sie den Himmel in diesem einen Moment wunderschön findet. Ebenfalls könnte man auch nicht verstehen, warum sie sich in Tim verliebt, der eigentlich keine durchschnittliche Schönheit ist. Die Begeisterung in der Schule, wie sie den Kindern etwas beibringt oder ihr Verhalten beim Tanzen könnte man im Gegensatz mögen; man muss es aber nicht. Genau diese Austauschbarkeit ermöglicht es sie als Mensch zu akzeptieren. Als einen Menschen, den man auf Grund gewisser Dinge mag aber auch nicht mögen darf. Dabei spielt es jedoch aber auch keine Rolle, dass man an der Person eventuell etwas nicht mag- sie nimmt es dir nicht übel.
Dennoch würde ich aber noch darüber hinausgehen und behaupten, dass diese Aussage auf alle Charaktere im Film, außer dem Taxifahrer und die Schwester mit ihrem Mann zutrifft. Die Menschen sind auf realistische Weise alle "glücklich", nur eben auf andere Art und Weisen. Was sie alle gemein haben ist die Akzeptanz gegenüber sich selbst und ihren Mitmenschen und das besondere daran ist, dass sie sich nicht verändern bzw verformen lassen. Ihr Wesen ist definiert auf ihre Weise (schön, hässlich, nervig, angenehm, nachdenklich, gedankenlos, lächelnd, grimmig, usw.) und damit besonders und damit finde ich den Film wirklich "stark".
Hinzugefügt am 18.09.2008 um 14:22 Uhr
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