tobe78
2 Follower |
Seine 70 Kritiken ansehen
|
0.5 - Null
Eine späte Kritik der vermeintlichen "Mutter aller Katastrophenfilme", oder wie man so zu sagen pflegt, Roland Emmerich ist wieder in seinem Element. Leider schafft es der Film nicht, über sinnentleertes, seelenloses Bombastentertainment ohne Anspruchsdenken und einem gewissen Hang zur Logik hinauszukommen.
Darüber hinaus offeriert der Film Dialoge, die einer Parodie, passend zum Genre, jederzeit gut tun würden. Jeder Dialog des Filmes würde einer abendlichen Dailysoap im amerikanischen Free-TV oder auch deutschen Unterhaltung Marke "GZSZ" gut tun bzw. dieser ohne Probleme gerecht werden. Es bleibt festzuhalten, das dem modernen Event-Kino nach deutlich mehr verlangt, um erfahrene, filmerprobte Kinogänger restlos zu überzeugen. Aber leider wurde eine weitere Chance mal wieder vergeben!
Die Dialoge des Films wirken von der gesamten Wortwahl, vom Satzbau und der Satzstruktur und der vermittelten Botschaft so hanebüchen konstruiert, dass der Kinozuschauer alleine hier schon kein Spaß mehr an der Teilnahme an "2012" empfinden kann und sich schon nach den ersten 20 Minuten zwecks Unterhaltung Widerstand breit macht.
Es bleibt wieder zu bemängeln, dass "2012" nahezu alle Fehler wiederholt, die schon die "grandiosen" Vorgänger "The Day After Tomorrow", "Independence Day" und "10.000 B.C." gemacht haben. "2012" reiht sich nahezu ein in diese Blockbustergemeinschaft, indem mal wieder unsäglicher Hurra Patriosmus dem Kinozuschauer offeriert wird, (Amerika als Retter der Welt, wie sollte es anders sein,) weiterhin politisch schwarze weiße Korrektheit an die Tagesordnung gebracht wird, familiär astreine Moral propagiert wird und mittendrin eine völlig von A-Z vorhersehbare Handlung platziert ist , indem auf die Persönlichkeit heruntergebrochen Gutmenschen zwecks Unterhaltung um ihr Leben fürchten müssen. Wäre die Unterhaltungsebene schon einigermaßen akzeptabel angelegt worden, wäre dieser Malus zu verkraften und mit einem Augenzwinkern zu übersehen. Aber leider begibt sich "2012" von einer Klischeefalle in die nächste und offenbart sich nur als reines technisches Entertainment, was die neuesten Katastrophenszenarien in Form von Spezialeffekten suggeriert. Aber selbst die Effekte sind nicht mal zum Maß aller Dinge hinzuzurechnen. Zur Story: Da gibt es mal wieder den intelligenten, herzensguten, liebenswerten Familienvater, dem die Frau wegläuft und ihn mit den Kindern zurücklässt, da gibts den neuen Lover der Frau, der nichts anderes zu tun als diese als ihr Eigentum zu betrachten, aber man düst gemeinsam los, um sich selbst zu retten, ja, ja dieses Szenarion fand auch schon im "Krieg der Welten" Verwendung, und zu guter letzt sind die Kinder einsam und zurückgelassen und der Vater versucht sich verzweifelt um diese zu kümmern. Elemente, die sich schon ziemlich oft wiederholt haben im Laufe der Filmgeschichte. Es wird halt nur noch sterile Charateristik zelebriert, es werden keineleri ambivalente Charakter eingeführt, man erfährt nichts über Beweggründe der Filmfiguren, es werden kaum noch ehrliche Emotionen offenbart, paar Dialoge werden zugestanden Marke: "du hast dich nur um andere Dinge gekümmert statt um uns, jetzt habe ich halt jemand anderen." Auf der menschlich dramatischen Ebene gilt "2012" zu Recht als Totalausfall. Niemand vermag in seiner Rolle emotional die Zuschauer auf die eigene Seite zu ziehen. Das alles vermag keinen richtigen Cineasten zu überzeugen.
Ein völliges Ärgernis: Woody Harrelson in seiner Rolle mit einem derartigem Schockauftritt als überdrehter Weissager des kommenden Katastrophenszenarios inklusive essbarer Gurke, welche nur ein übles klischeehaftes Abziehbildchen der Realtität widerspiegelt. Seine gespielte Weissagung erweist sich als Affinität zur Realität als übelster Schmarrn.
Es bleibt natürlich jedem selbst überlassen, an so etwas zu glauben, birgt dann aber nur im Kern Naivität und Trivialität. Die wahren Katastrophenszenarien, die sich tagtäglich ereignen, sehen anders aus. Und wer persönlich glaubt im Kern eigentlich an den Weltuntergang 2012? Die gesamte Art der Herangehensweise an die eigentlich interessante, jedoch als Wahrheit schwereinzustufende Thematik ist im Kern überspitzt naiv, überkorrekt und total überstilisiert erörtert worden. Dazu kommt das an weiterer Stelle durch den Protagonisten Woody Harrelson durch ein Szenario auf dem Vulkan sich der Film selber noch als reines Zugeständnis zur Effektshow outet.
Das ist an dieser Stelle echt schlimm, das muß man mal ganz klar so festhalten.
Was gibt es sonst noch Erwähnenswertes?
Auch der Nebencast des Filmes kann nicht überzeugen.... Weiter gehts unter http://blockbusterandmore.blog.de
Hinzugefügt am 16.03.2011 um 19:29 Uhr
Verstoß melden