W. - Ein missverstandenes Leben
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    Tom Hagen
    Tom Hagen

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      2 - Nicht gut

    Ich muss sagen: der Film ist einfach nur sterbenslangweilig. Eigentlich an der Thematik nicht uninteressiert, hat mich sein Werdegang überhaupt nicht interessiert, weil er einfach langweilig inszeniert ist und einen überhaupt nicht mitreisst. hab währenddessen wirklich sehr oft auf die uhr geguckt. 4 punkte gibt es für die vereinzelten Diskussionen, in denen es beispielsweise um ölvorkommen und die weltherrschaft der USA geht.

    Hinzugefügt am 03.03.2009 um 17:25 Uhr
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      3.5 - Gut

    Eine Bush demontage und eine harte Verurteilung dieses Irren Deppens währe zu einfach und ebenfalls kritikwürdig gewesen. Mann muss sich nur die Bushismen anhören um zu wissen welcher Depp 8 Jahre lang die USA regiert hat. Die stärken des Films sind seine distanziertheit. Die schwächen eindeutig die suggestion eines armen Töppels mit Vaterkomplex. Eine solch gefährliche Niete wie George W.Bush wird hier fast verharmlost. Mann kann sich genüsslich zurücklehnen und die ganze Blamage dieses Mannes fast geniessen. Wenn man allerdings den Terror, die Gewalt, den Tod und die zerrüttung der Welt bedenkt die dieser Mann angerichtet hat kann man das nur wenn man sein Gehirn ausschaltet. Das muss man um den Film zu geniessen. Leider!

    Hinzugefügt am 25.01.2009 um 03:09 Uhr
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      4 - Sehr gut

    -Der Titel bezieht sich auf die ersten Worte die ich nach dem Filmende hörte, ausgesprochen von einem älteren Herren als eine Art Zusammenfassung des Gesehenen- Wie Shakespeare einst das Leben englischer Könige in seinen Stücken in Szene setzte, scheint Oliver Stone ebenfalls das Leben von Regenten zu seinem Hauptthema gemacht zu haben. „W.“ ist der Stones dritter Film über einen amerikanischen Präsidenten nach „Nixon“ und „JFK“. Weitere Filme über Anführer sind „Alexander“ und „Comandante“. Ob diese Besessenheit mit dem Thema Macht psychologische Hintergründe hat oder Stone sich einen Namen als Biograph machen will ist fraglich, sicher ist aber dass Stones Porträts oft radikal verschieden aufgefasst werden: „JFK“ wird von einigen als konfuse Verschwörungstheorie abgestempelt, andere nennen den Film einen Klassiker. Auch „Nixon“ und eigentlich die meisten anderen Filme von Stone teilen dasselbe Schicksal und machen Stone zu einem der kontroversesten Regisseure unserer Zeit. Auch „W.“ schließt sich den vorherigen Filmen von Stone an, in der Thematik ebenso wie in den unterschiedlichen Meinungen von Kritikern: einige, wie Roger Ebert, nennen den Film meisterhaft, andere bezeichnen ihn als verwirrend und langweilig. Fakt ist – Stones Film ist keine Biographie im herkömmlichen Sinne. Es ist auch in erster Linie kein Film über das Leben von George W. Bush. Es ist ein Porträt. Ein Porträt im wahrsten Sinne des Wortes. Stone zeichnet sein Bild von Bush Jr. (Josh Brolin). Er wechselt Geschickt zwischen Szenen aus Bushs Präsidentschaft und Szenen aus seinem Leben vor der politischen Laufbahn. Da gibt es Bush, den frisch gebackenen Präsidenten, der gemeinsam mit seinem Team einen angebrachten Namen für Irak, Nordkorea und Co. austüftelt, der seine Ansprachen in der naiven Redeweise eines texanischen Hillbillys führt. Und Bush den Säufer und Pokerspieler, der versucht sich mit kurzfristigen Jobs über Wasser zu halten, Daddys wachsames (und enttäuschtes Auge) stets auf ihn gerichtet. Teilweise visualisiert Stone das Bild das die meisten Zuschauer schon von Bush. hatten, ergänzt es aber auch geschickt mit symbolischen Szenen (Baseball-Feld), untermalt sie mit ironisch eingesetzter Musik (wie „What a wonderful World“) und lässt die Dialoge wunderbar sarkastisch wirken, da der Zuschauer sich immer des Ausgangs der jeweiligen Situation bewusst ist. Szene für Szene, Pinselstrich für Pinselstrich zeichnet sich im Bild des Zuschauers ein Bild über den 42. Präsidenten der USA. Anspruch auf hundertprozentige Realitätstreue erhebt Stone nicht, natürlich kann man die Diskussionen zwischen Vater und Sohn Bush nicht vollständig wahrheitsgemäß rekonstruieren. Das muss man aber auch gar nicht, Stone spiegelt die Essenz der Geschehnisse in diesen Dialogen wieder – er erzählt sich nicht unbedingt wie sie waren, sondern wie sie gewirkt haben. Auf Bush ebenso wie im Endeffekt auf den durchschnittlichen Nachrichtenschauer. Die familiären Streitigkeiten passen perfekt ins Gesamtbild, man stört sich nicht an ihrer offensichtlichen Fiktivität. Nach und nach vermschelzen die beiden Handlungsstränge ineinander und die eigentliche Farce der Geschehnisse wird immer deutlicher. Am Ende, als ein verzweifelter Bush versucht die Frage eines Reporters unvorbereitet zu beantworten versucht, weiß man nicht ob man lachen, den Kopf schütteln oder sogar Mitleid mit dem unfähigen Tölpel vom Lande haben soll, der über Nacht zum mächtigsten Mann der Welt wurde. Vielleicht hätte man hier die eine oder andere Szene anders gestalten sollen, wie die etwas übertrieben wirkende Traumsequenz oder die Verwendung der dramatischen Klaviermusik, die im Kontrast zum Sarkasmus des Films verwirrt, da man manchmal nicht weiß ob es der Regisseur nun ernst meint oder nicht. Jedoch stellt Stone Bush nicht an den Pranger, seine Wut, falls er sie hat, verbirgt er geschickt. Er zwingt dem Zuschauer nicht seine Meinung auf und er klagt den Präsidenten (fast) nicht offenkundig an. Objektiv ist sein Film keineswegs, jedoch statt wütend anzuklagen hebt Stone bloß kopfschüttelnd die Augenbrauen und zwinkert dem Zuschauer, verschmilzt lächelnd zu. Brolin spielt wahrhaft außergewöhnlich: authentisch, ohne zu Übertreiben verkörpert jede Seite des Präsidenten, treibt den Film voran und glättet sogar Schwächen des Films durch seine meisterhafte Schauspielerei aus. Die restlichen Schauspieler machen ihre Sache sehr gut, mit Ausnahme von Thandie Newton, deren Condoleeza Rice wie ein hölzerne Marionette mit ständig nach unten gerichteten Mundwinkeln wirkt, wozu noch eine puppenartige Gestik und eine grässlich verstellte Stimme kommt. Dies verdirbt fast schon jede Szene, in der Rice eine größere Rolle spielt und Newtons Gesichtsausdruck wirkt ungewollt lächerlich im Vergleich zur Authentizität von Rove, Rumsfeld und Cheney. Der emotionale Effekt des Films wird neben der starken Schauspielerleistung noch durch den dynamischen Schnitt verstärkt, der oft schwindelerregend wirkt, diese Wirkung aber niemals ausreizt. Insgesamt gelingt es Stone definitiv ein starkes Porträt zu inszenieren, das von der sehr guten Regie, Kameraarbeit und Musik. lebt. Wahrlich hervorragend sind aber vor allem Hauptdarsteller Josh Brolin und das von Stanley Weiser verfasste Drehbuch, welches intelligenten Sarkasmus detailreicher Faktentreue vorzieht und den Film dadurch wunderbar originell macht.

    Hinzugefügt am 13.12.2008 um 02:59 Uhr
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      4 - Sehr gut

    Ich hatte das Glueck "W." am Starttag in den USA zu sehen. Nach schlechten Kritiken war ich auf das schlimmste vorbereitet, doch schlussendlich war der Film nicht so schlecht wie prognostiert. Im Gegenteil, was Oliver Stone abliefert ist ein solider Film, der so wohl das Licht als auch den Schatten in George W. Bushs Leben zeigt. Der Film versteht sich nicht als reine Komoedie, dies waere bei 2hrs. spielzeit auch auf Dauer langweilig. Vielmehr ist es ein kritischer Blick hinter die Kulissen des Weissen Hauses, ohne jedoch die Wuerde, die das Amt des Praesidenten der USA nunmal mit sich bringt, vollkommen zu ruinieren. Der Film erzaehlt 2 Handlungsstraenge, zum einen der Weg des jungen Collegestudents W. mit etlichen Eskapaden und Ausschweifungen und dessen Kampf mit seinem Daddy Bush (welcher erst Congressabgeordneter, dann Vizepraesident und dann Praesident der USA wird) und die Geschehnisse zum Beginn des Irakkrieges bis hin zu Bushs Wiederwahl in 2004. Der Bogen wird jedoch nicht bis zur Gegenwart gespannt, obwohl diese ja auch jeden klar vor Augen ist. Und es ist doch Ironie, wenn W. im Film einen schrittweisen Abzug der US-Truppen fuer 2005 ankuendigt,und dies im heutigen Wahlkampf immernoch eines der Schluesselissues ist. Schauspielerisch ist der Film fast eine Offenbarung, denn mit einer einzigen Ausnahme (Ioann Grufford, welcher als Tony Blair eine der schlimmsten Fehlbesetzungen der letzten Jahre ist) liefern alle anderen Darsteller hervorragende Leistungen ab. Allen voran Josh Brolin, welcher Bushs Dilemna gegen den Schatten seines Vaters anzukaempfen und trotzdem selbst der Faedenzieher und er selbst zu sein brilliant rueberbringt. Auch die anderen Darsteller, u.a. James Cromwell als George Bush Senior, Richard Dreyfuss als Dick Cheney, Jeffrey Wright als Colin Powell Ellen Burstyn als Barbara Bush und Elizabeth Banks als Laura Bush bieten Glanzleistungen als Schauspieler. Besonders zu betonen ist hier noch Thandie Newton (Mission Impossible II, Crash) als Condoleezza Rice. Mit ihrer Darstellung hat sie den Nagel wirklich perfekt auf den Kopf getroffen und liefert neben Josh Brolin wirklich die beste Performance ab. Ob der Film in einer deutschen Synchronisation funktioniert, sei einfach in den Raum gestellt. Wer kann, sollte den Film wirklich in der englischen Originalversion sehen um das echte Bushfeeling zu bekommen, aber W. ist ein Film, der sich zum Ansehen echt lohnt. Man darf eben nur keinen Zerriss von Bush erwarten, auch wenn dies von einem Film vom enfant terrible Oliver Stone eigentlich vermutet werden konnte. Aber eben genau in dieser objektiven Betrachtung des Charakters liegt die Staerke des Filmes, der nie ins Alberne absinkt, aber fuer den kritischen Betrachter von Bush trotzdem seine zahlreichen Pointen aufweist. Quotes: George W. Bush to an Asian Journalist during a White House Press Conference : Mrs. China. Asian Journalist: Mr. President, what place do you think you will have in history? George W. Bush: History? In history we'll all be dead! ... Dick Cheney: [talking about torture methods] They utilize fear scenarios. George W. Bush: You mean like pulling out their toenails? Und selbst die beruehmte Bretzel hat ihren Weg in Oliver Stones "W." gefunden. Alles in allem ist "W." kein weiteres Meisterwerk von Oliver Stone wie "JFK - Tatort Dallas" oder "Nixon". Dafuer geht er zu respektvoll mit dem Thema um. Aber gerade dieser Funken Respekt gegenueber Bush macht den Charakter von W. fuer den Zuschauer nachvollziehbarer, als wenn er zu einer reinen Karikatur seinerselbst gemacht worden waere. "W.", ein Film ueber den man streiten kann, den man aber sehen sollte.

    Hinzugefügt am 19.10.2008 um 20:53 Uhr
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