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Seine 1 Kritik ansehen
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5 - Spitzenklasse
Will man einen Film schauen, indem die Psyche des Menschen erklärt wird, ist dieser Film der Beste den ich kenne. Weit hinter "der Mechanist", "Memento" oder "Fight Club" und letzterer ist schon ein Maß aller Dinge.
Die schlechte Beurteilung diverser Magazine des Films lassen sich ganz leicht erklären: es wurde von verständnislosen Menschen geschrieben! Genau jenen, wie Bens Lehrern, sie wollen was Gutes, aber verstehen nix und fahren ein logisches Grundmuster ab. Noch ein paar Phrasen reingehauen, die übliche Ignoranz und schon ist das Stardardmodell fertig, doch in diesem Film wird das Muster mal linksherum - von der anderen Seite, der Seite des Missverstandenen erzählt. Man wird nicht in die Psyche hineingesetzt, nein, man wird brutal hineingedrängt und dort gefesselt und diese Beschreibung einer gepeinigten und gestörten, psychisch kaputten Person wird besser dargestellt als ich es mir hätte vorstellen können.
Zur Beurteilung:
Die Charatere sind sehr gut gezeichnet und gespielt. Der offenbar authistische Ben kann wunderbar die nicht nur gestörte, sondern fast gänzlich fehlende Affektivität mit seiner Umwelt darstellen. Sein Versuch mit seiner Umwelt klarzukommen (z.B. durch die Videoaufnahmen) und sein Scheitern durch das ständige mobben, lassen ihn nur Zuflucht in einer anderen Welt finden, in der er sich tatsächlich zurechtfindet: Das Online-RPG. Spannung wird durch den Wechsel zwischen den hektischen, videospielartigen Schnitten und Kameraführungen zu den ruhigen, filmtypischen Schnitten aufgebaut. Ein Sehen, das sehr Anstrengend und Ungewöhnlich, aber auch Verstörend ist, weshalb der Charakter Ben seine Tiefe überhaupt erreicht. Die Wechsel sind allerdings recht fließend und unausgeglichen (entgegen zu typischen amerikanischen Filmen) was aber nicht schadet denn die Geschichte dreht sich ja um eine Person, die unausgeglichen ist.
Der Plot verbindet fließend viele aktuelle sozialkritische Probleme:
- Der Umgang mit Behiderten, familiär wie gesellschaftlich
- Die wachsende Brutalität von Jugendlichen in Schulen und teilweise Machtlosigkeit der Lehrer
- Die Gefahr, die von Videospielen, besonders Online-Rollenspiele ausgeht
- und natürlich die Zeitlose menschliche Handlungsweise, die von der Mutter zusammengefasst wird: "Es muss immer erst etwas passieren damit jemand was unternimmt"
...und genau an dem Punkt zeigt der Film das, was ihn zum Meisterwerk macht. Das wirklich geniale Ende und die Auflösung. Angenehmerweise werden alle emotionalen Risse wieder gekittet und man verlässt den Film erfrischt und nicht verstört.
Sehr empfehlenswert!
Hinzugefügt am 04.01.2009 um 18:04 Uhr
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