Hamburg, den 17.10.2007
Hallo FILMSTARTS.de,
seit geraumer Zeit denke ich darüber nach, eine Art Tagebuch über mein tägliches Straucheln als Filmkritiker zu beginnen.
Doch wann ist der richtige Tag, um ein solches Projekt schließlich und tatsächlich in Angriff zu nehmen. Vielleicht kennen einige von Euch diese urbane Legende: Ein Professor macht in den ersten Vorlesungsstunden absichtlich auf langweilig, damit sich die Reihen der Studenten schnell lichten, um dann mit den wirklich Interessierten intensiveren Unterricht machen zu können.
Und aus dieser Perspektive ist heute einfach der richtige Tag. Ich habe heute nur einen einzigen Film gesehen - normal sind 2-5. Und über die Qualität dieses Films darf ich aufgrund einer Sperrklausel, die ich - mit meinem richtigen Namen (!) - unterschrieben habe, vor dem 23. Oktober noch nicht einmal etwas ausplaudern. Einen unspektakulären ersten Tag kann es also wohl kaum geben.
Von Löwen und Lämmern (Lions for Lambs) ist Robert Redfords erste Regiearbeit seit sieben Jahren (seit "Die Legende von Bagger Vance" ). Man sieht Tom Cruise als Senator, Meryl Streep als Journalistin und Robert Redford als Professor - drei Charaktere, die alle mehr oder weniger direkt mit einem militärischen Einsatz in Afghanistan zusammenhängen. Ich persönlich fand den Film ??? (TOP SECRET !!!).
So. Und hier sollte dieser erste Eintrag in mein Tagebuch eigentlich auch schon wieder - wunderbar unspektakulär ! - enden.
Doch dann... erhielt ich gerade von einem meiner FILMSTARTS.de-Kollegen eine E-Mail, die mein Kritikerleben für immer verändern wird: Dr. Uwe Boll hat mich in einem Interview als Reaktion auf meine hier veröffentlichte "Postal"-Kritik einen "Wichser" genannt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ich bei meiner Hochzeit ein noch größeres Glücksgefühl erfahren werde.
Hier der Link zum Interview:
http://www.exp.de/showspecial.php?aid=all&id=861&pagenr=2
Dumm nur, dass es nach dieser speziellen Ehre eigentlich nur noch bergab gehen kann. Na ja, dann ist dies eben das Tagebuch eines scheiternden Filmkritikers - ein klein wenig Melodramatik hat noch nie geschadet.
Bis zum nächsten Mal,
Euer Christoph Petersen