Hamburg, den 18.10.2007
Hallo FILMSTARTS.de,
eigentlich hatte ich damit gerechnet, heute erst sehr, sehr spät ins Bett zu kommen. Mein Videorekorder ist hinüber, für einen DVD- oder Festplattenrekorder bin ich zu altmodisch, und so hätte ich mir „Boston Legal“ eigentlich wohl oder übel in der nächtlichen Wiederholung ansehen müssen. Doch dann haben wir gegen Tschechien 3:0 verloren. Und dieses Trauerspiel musste man sich ja nun wahrlich nicht bis zum bitteren Ende ansehen, so dass ich pünktlich um 22.00 Uhr auf Vox umschalten konnte. Dank den Schnarchnasen Poldi & Co. habe ich meinen Schönheitsschlaf also doch noch bekommen.
Gestern habe ich Euch stolz berichtet, dass ich von Dr. Uwe Boll in einem Interview „Wichser“ genannt wurde. Immer wieder wurde mir in letzter Zeit vorgeworfen, ich würde die ganzen Uwe-Boll-Filme nur verreißen, weil ich etwas gegen den Kerl hätte. Bis Gestern stimmte das allerdings nur eingeschränkt, in erster Linie fand ich die Filme allesamt einfach nur scheiße. Als ich dann aber heute morgen die Hamburger Morgenpost aufschlug, in der mein „Postal“-Verriss eine ganze Seite bekommen hat, fühlte ich doch kurz so etwas wie persönliche Genugtuung.
Nach dem Lesen der Zeitung, aber noch vor dem Frühstück habe ich mir dann folgenden Film reingezogen – auch wenn ich im Nachhinein empfehlen würde, sich den verstörenden Streifen nicht unbedingt auf leeren Magen anzusehen.
Ex Drummer ist ein radikales, verstörendes Gewalt-Drama aus Belgien, das zu Recht den Publikumspreis des diesjährigen FantasyFilmFestes einheimsen konnte. Ob der Film aber in dieser extremen Form durch die FSK und damit ins Kino kommt, ist durchaus fraglich.
Den Nachmittag habe ich mit dem Schreiben der zugehörigen Kritik verbracht, die Ihr hier lesen könnt:
http://www.filmstarts.de/produkt/74315,Ex-Drummer.html
Und dann stand die Entscheidung für den Abend an. Das Programm der Lesbisch Schwulen Filmtage hat mich heute nicht wirklich angesprochen, dafür werde ich dann Samstag und Sonntag, wenn die Franzosen (Téchiné! Téchiné! Téchiné!) laufen, sicherlich noch ordentlich zuschlagen.
Also war zumindest klar, dass es auf eine weitere DVD hinauslaufen würde. Und da ich schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken einer Paris-Hilton-Retro spiele, wollte ich heute endlich tiefer in das filmische Werken und Wirken der hotelerbenden Hundeliebhaberin einsteigen:
Wie heißt es doch so schön in Alina Bachers FILMSTARTS.de-Kritik:
„Wer Paris Hilton in roter Unterwäsche und mit einem Rohr im Kopf sehen will, der wird House Of Wax vergöttern.“ Ich wollte Paris definitiv und ganz genau in dieser Pose sehen, nebenbei fand ich auch die Wachshausszenen einfach phänomenal inszeniert, deshalb fand ich den visuell brillanten Genrestreifen sehr unterhaltsam.
Da eine Kritik zu diesem Film aber nun mal schon vorliegt, musste ich mich mit einem anderen vergnügen. Übrig blieben daher: „Nine Lives“, „The Hillz“, „Bottoms Up“, „Pledge This!“ und natürlich „One Night in Paris“ - auf das Verfassen der Kritik zu Letzterem freue ich mich natürlich besonders. Entschieden habe ich mich dann schlussendlich für folgenden Film, zu dem morgen noch eine ausführlichere Kritik auf FILMSTARTS.de veröffentlicht werden wird:
Bottoms Up ist eine Möchtegern-Hollywood-Satire ohne jeglichen Biss und Witz. Paris ist zwar nicht ganz so schlimm wie befürchtet, ihr gelangweilt-herablassender Blick hat sogar was für sich, aber in den Dialogszenen agiert sie doch arg hölzern.
Bis zum nächsten Mal,
Euer Christoph Petersen