Tagebuch eines Filmkritikers: Folge 6 - Wesley Snipes und modernes Theater in der Mongolei...
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| Von FILMSTARTS.de
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Montag, 22. Oktober 2007
Hamburg, den 22.10.2007
Hallo FILMSTARTS.de,
bei den Vorbereitungen für meine kleine Paris-Hilton-Retro habe ich einmal komplett daneben gegriffen: Statt dem Horror-Thriller Nine Lives mit Hilton habe ich mir beim ersten Versuch versehentlich den Actioner Unstoppable mit Wesley Snipes geordert, der in einigen Ländern unter dem Titel „Nine Lives“ auf DVD erschienen ist. Na ja, jetzt war der Film nun mal da, und daher habe ich ihn mir natürlich auch angeschaut.
Es ist wohl kein Geheimnis, dass sich Snipes Karriere auf einem rasant absteigenden Ast befindet. Und Unstoppable macht da keine größere Ausnahme. Der Actioner aus dem Jahr 2004 ist ein durch und durch herkömmlicher Direct-to-DVD-Thriller, der nur auf Grund eines kleinen Kniffs zu unterhalten weiß: Snipes steht den ganzen Film hindurch unter dem Einfluss eines ultrastarken Halluzinogens – während er von CIA-Agenten und bösen Buben durch eine amerikanische Stadt gejagt wird, glaubt der Ex-Special-Forces-Haudegen, er würde sich mitten im Bosnien-Krieg befinden. Eine hanbüchende, aber spaßige Idee, die die Qualität des Streifens zumindest auf durchschnittliches Niveau hievt. Eine ausführliche Kritik zum Film erscheint im Lauf der Woche auf FILMSTARTS.de.
Heute Morgen gab´s dann eine Pressevorführung des mongolischen Dramas Khadak, das am 24. Januar 2008 in unsere Kinos kommen wird. Ich bin wahrlich kein Freund von typischem Ethno-Kino: Filme wie „Mongolian Ping Pong“, die andere Völker als weltfremde Naivlinge vorführen, finde ich ziemlich blöd. Die Regisseure Peter Brosens und Jessica Woodworth haben für „Khadak“ jedoch einen anderen Ansatz gewählt – wo die erste Hälfte noch halbdokumentarisch daherkommt, erinnert die mit Stilmitteln vollgepfropfte zweite an modernes Theater. So ist das Ganze zwar nicht wirklich rund, aber zumindest erheblich interessanter als der übliche Ethno-Kitsch.
A pro pro Pressevorführungen. Sollte sich unter meinen Leser auch einer aus Hamburg, der mit Abstand schönsten Stadt der Welt, befinden, kann derjenige sich gerne mal bei mir per Mail (petersen@filmstarts.de, gilt auch für sonstige Anregungen, Themenvorschläge oder Kritik) melden. Wenn sich ein passender Termin finden lässt, winkt ein PV-Besuch. Alles was Ihr dafür tun müsstet, wäre mir im Anschluss an die Vorstellung ein paar Gedanken über den Film für mein Tagebuch mitzuteilen.
Bis zum nächsten Mal,
Euer Christoph Petersen
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