Düsseldorf (dpa) - Der bedeutende dänische Filmregisseur
Lars von Trier („
Dancer in the Dark“/„
Dogville“) wird erstmals in Deutschland drehen.
Voraussichtlich im kommenden Spätsommer werde der 51-jährige Däne, der als einer der kreativsten europäischen Filmemacher gilt, in Nordrhein-Westfalen sein neues Kinoprojekt „Antichrist“ inszenieren. Dies teilte die Filmstiftung NRW mit, die die Dreharbeiten mit 900 000 Euro unterstützt. Der Film beschäftigt sich mit einem Ehepaar, das den Tod des dreijährigen Sohnes verkraften muss. Die Mutter verfällt aufgrund von Schuldgefühlen in eine lähmende Angstneurose.
„Dass wir Lars von Trier überzeugen konnten, Skandinavien zu verlassen und seinen nächsten Film in NRW zu drehen, hängt sicherlich auch mit dem hohen Niveau der Teammitglieder vor Ort zusammen und vor allem mit den Locations hier, die er Ende 2007 besichtigt hat“, meinte Stiftungs-Geschäftsführer Michael Schmid-Ospach. Der Regisseur werde an insgesamt 25 Tagen in NRW drehen.
Von Trier war Mitbegründer des einem neuen Realismus verpflichteten dänischen „Dogma“-Films. Für „Dancer in the Dark“ mit der isländischen Sängerin Björk erhielt er 2000 die Goldene Palme in Cannes. Der Regisseur trägt unter anderem den Konrad-Wolf-Filmpreis und den Bremer Filmpreis. Trotz langer Vorbereitung lehnte er eine geplante Inszenierung des „Rings des Nibelungen“ für die Festspiele in Bayreuth 2006 ab.