Berlin (dpa) - Der Schauspieler und Regisseur
Til Schweiger zeigt sich kurz vor der Verleihung des Deutschen Filmpreises versöhnlich und bereitet für das kommende Jahr einen neuen „Deutschen Publikums- Kinopreis“ vor.
„Der soll einen Glamourfaktor wie Bambi und Goldene Kamera bekommen“, sagte Schweiger in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa bei einem kulturpolitischen Empfang der Unionsfraktion im Bundestag, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (beide CDU) teilnahmen.
Neumann und die Deutsche Filmakademie verleihen an diesem Freitag im Palais am Funkturm den Deutschen Filmpreis, bei dem Schweigers erfolgreiche Filmkomödie „
Keinohrhasen“ wegen formaler Fehler nicht dabei ist. Schweiger, der aus Protest zunächst aus der Deutschen Filmakademie ausgetreten und später wieder eingetreten war, feiert am selben Abend in einem Club in Berlin-Mitte den sechsmillionsten Besucher seines Films, der seit Dezember in den Kinos läuft. „Das habe ich echt nicht erwartet und auch nicht erträumt“, meinte Schweiger. „Dass es so ein Mega-Erfolg wird, damit konnte man nicht rechnen. Da muss man auch den Nerv der Zeit treffen, das Publikum gut unterhalten und emotional bewegen, dann klappt es.“
„Ich schaffe einen Publikumspreis, den es in jedem Land dieser Erde gibt und den es früher auch in Deutschland mal gab“, sagte Schweiger. „Wir wollen den deutschen Film stärken und das Publikum wieder einbinden, es soll mitbewerten und sich angesprochen fühlen. Ich glaube, das wird eine ganz tolle Sache, von der alle profitieren werden.“ Den genauen Namen hat Schweiger noch nicht gefunden, „vielleicht der Deutsche Kinopreis oder so ähnlich, jedenfalls legen wir nächstes Jahr los“.
„Sicher wäre ich beim Deutschen Filmpreis gerne dabei gewesen, aber da bleibt kein Stachel. Ich war auch nicht sauer, dass ich keinen Preis bekomme, sondern nur, weil man uns nicht die richtigen Auskünfte über die formalen Bedingungen gegeben hat. Es ging um die Zulassung zur Vornominierung, die ist mir verwehrt worden. Aber zu sagen, wie oft zu lesen war, "Til Schweiger ist beleidigt, weil er keinen Preis kriegt", ist dumm und ärgerlich.“ Schweiger dreht ab 15. Mai seinen neuen Film, eine Ritterkomödie mit dem Titel „
1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“. Gedreht wird in Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie in Bayern.
Gespräch: Wilfried Mommert, dpa