Berlin (dpa) - Spannung vor dem Deutschen Filmpreis: Als Favoriten bei der Verleihung an diesem Freitag in Berlin gelten „
Kirschblüten - Hanami“ von
Doris Dörrie und „
Auf der anderen Seite“ von
Fatih Akin.
Die Moderation der Show (ARD, 21.45 Uhr) übernimmt Barbara Schöneberger. „Ich werde alles geben“, versprach Schöneberger. Nicht erwartet wird
Til Schweiger, der am selben Abend den Kinoerfolg von „
Keinohrhasen“ feiert. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa zeigte sich der Filmemacher nach dem Streit um seine Nicht-Nominierung versöhnlich.
Der Deutsche Filmpreis ist mit fast drei Millionen Euro die höchstdotierte nationale Kulturauszeichnung und wird in 15 Kategorien vergeben. Rund 1500 Gäste werden zu der Gala (19.00 Uhr) im Palais am Funkturm erwartet, neben den nominierten Stars haben sich
Mario Adorf,
Bernd Eichinger,
Daniel Brühl,
Tom Tykwer,
Detlev Buck,
Jessica Schwarz und
Katja Riemann angekündigt. Die Nominierungen für den Filmpreis hatten Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Akademiepräsidentin
Senta Berger Ende März bekanntgegeben.
Dörries Drama, das auch bei der diesjährigen Berlinale lief, ist in sechs Kategorien dabei, Akins Episodengeschichte „Auf der anderen Seite“ in fünf. Der Filmemacher
Alexander Kluge („Abschied von gestern“) wird für sein Lebenswerk geehrt. Neben Akin und Dörrie dürfen sich die Regisseure
Dennis Gansel („
Die Welle“),
Christian Petzold („
Yella“),
Robert Thalheim („
Am Ende kommen Touristen“) und
Ralf Westhoff („
Shoppen“) Hoffnungen auf eine Lola-Statuette für den besten Film machen.
Dörries Film-Ehepaar
Hannelore Elsner (beste Nebenrolle) und
Elmar Wepper (beste Hauptrolle) hat ebenfalls Chancen auf einen Preis. Akins Darstellerin
Hanna Schygulla wurde für „Auf der anderen Seite“ in der Kategorie „beste Nebenrolle“ nominiert. In der Kategorie „beste männliche Hauptrolle“ gehen neben Wepper auch
Matthias Brandt („
[[P82805,Gegenüber“) und
Ulrich Noethen („
Ein fliehendes Pferd“) ins Rennen. Für die „beste weibliche Hauptrolle“ bewerben sich
Nina Hoss („
Yella“), die Niederländerin
Carice van Houten („
Black Book“),
Valerie Koch („
Die Anruferin“) und
Victoria Trauttmansdorff („Gegenüber“).
Die Preisträger werden von den rund 1000 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie in geheimer Wahl bestimmt. Diskussionen gab es dieses Jahr erneut, ob kommerziell erfolgreiche Filme ausreichend berücksichtigt wurden. „Keinohrhasen“ kam wegen formaler Fehler nicht in die Auswahl. Schweiger, der aus Protest zunächst aus der Deutschen Filmakademie ausgetreten und später wieder eingetreten war, feiert nun in einem Club den sechsmillionsten Besucher seiner Komödie. Im dpa-Gespräch sagte er, er wäre sicher gerne beim Filmpreis dabei gewesen - „aber da bleibt kein Stachel“.