Berlin (dpa) - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sieht den deutschen Film im Aufwind. „Die jüngste Erfolgsstory setzt sich fort“, sagte Neumann bei der Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises in Berlin.
Der deutsche Film finde wieder zunehmend internationale Beachtung. 2007 sei mit einer Oscarverleihung und einer starken Präsenz deutscher Filme bei den Filmfestspielen in Cannes ein außergewöhnliches Jahr gewesen. Auch das Jahr 2008 habe mit einem Oscar für die deutsch-österreichische Koproduktion „
Die Fälscher“ und der Nominierung von zwei Filmen in Cannes einen großartigen Start, betonte Neumann nach einem vorab verbreiteten Redetext.
Auch für die deutschen Kinos gebe es eine positive Entwicklung, sagte Neumann. Mit einer Zunahme der Besucherzahlen um fast 35 Prozent im ersten Quartal 2008 seien alle Erwartungen übertroffen worden. Hierzu habe auch der Film „
Keinohrhasen“ entscheidend beigetragen. „Es ist heutzutage schon eine bestaunenswerte Leistung, mehr als 6 Millionen Zuschauer ins Kino zu bringen und diesen Fröhlichkeit und Freude zu bereiten. Dazu gratuliere ich
Til Schweiger von Herzen.“ Schweigers Film ist aus formalen Gründen nicht beim Deutschen Filmpreis dabei.
Die in diesem Jahr für den Deutschen Filmpreis nominierten Filme markieren nach Ansicht Neumanns „ohne Zweifel die künstlerische Spitze des derzeitigen deutschen Kinos“. Die Zuschauerzahl alleine sei noch kein Grund, einen Filmpreis zu bekommen. „Und, um es ironisch zu formulieren, wenige Zuschauer sind auch kein Qualitätsmerkmal für einen Film.“ Es werde immer wieder kritische Diskussionen wegen der Entscheidungen, die jetzt in den Händen der Deutschen Filmakademie mit ihren 1000 Mitgliedern liege, geben, meinte Neumann. „Als langjähriges Mitglied der Jury des Deutschen Filmpreises weiß ich ein Lied davon zu singen.“