Los Angeles (dpa) - Die Blockbuster-Filme des amerikanischen Regisseurs
Irvin Kershner spielten Millionen Dollar ein. 1980 drehte er im Auftrag von
George Lucas die Science-Fiction-Saga „
Das Imperium schlägt zurück“.
Drei Jahre später gab er
Sean Connery,
Kim Basinger und
Klaus Maria Brandauer in dem Bond-Streifen „Sag niemals nie“ Regieanweisungen. Vor knapp zwanzig Jahren inszenierte er mit dem Science-Fiction-Streifen „Robocop 2“ sein letztes aufwendiges Leinwandspektakel. Der Regisseur, der am Dienstag (29. April) 85 Jahre alt wird, mischt im Filmgeschäft immer noch kräftig mit.
Erst im März machte sich Kershner mit Kollegen vor einem Ausschuss im US-Staat Colorado stark, um durch Steuervergünstigungen die dortige Filmwirtschaft anzukurbeln. 2006 beklagte er eine Altersdiskriminierung in Hollywood, von der er selbst betroffen sei. Mit dem Satz:„Oh je, wir können dich nicht versichern - du bist zu alt“, habe man ihm Regieprojekte verwehrt, sagte Kershner dem Filmblatt „Variety“. „Hey, ich bin erst 83. Was hält mich vom Regie führen ab?“, ärgerte sich der ergraute Filmemacher damals.
Der 1923 in Philadelphia geborene Regisseur kam erst nach langen Umwegen zum Film. Zunächst studierte er klassische Musik, dann Malerei und Fotografie. „Rauschgift“ von 1958 war der erste Spielfilm des Kameramanns, der sein Handwerk als Dokumentarfilmer lernte. Mit einem bescheidenen Budget von 30 000 Dollar drehte er damals im Drogenmilieu von Los Angeles und fiel mit seinem Debüt gleich den Kritikern auf. „Das Glück des Ginger Coffey“ (1964) machte ihn international bekannt.
Als seinen Lieblingsfilm, der unter Kritikern als sein bestes Werk gilt, nennt Kershner „Loving“ aus dem Jahr 1970.
George Segal und
Eva Marie Saint sind die Stars des einfühlsamen Ehedramas. Zwei Jahre später holte er
Barbra Streisand für „Up the Sandbox“ vor die Kamera. Mit
Richard Harris drehte er den Indianer-Western „Der Mann, den sie Pferd nannten II“, mit
Faye Dunaway den Psycho-Thriller „Die Augen der Laura Mars“.
Mit „
Krieg der Sterne“ inszenierte George Lucas 1977 einen Science-Fiction-Kultstreifen, der zu einem der erfolgreichsten Filme Hollywoods wurde. 1980 bot er Kershner die zweite „Star Wars“-Folge an. „Ich dachte, George sei verrückt geworden, als er mich fragte“, erinnerte sich Kershner einmal in einem dpa-Gespräch. Mit seiner Inszenierung von „Das Imperium schlägt zurück“ konnte er den Erfolg der ersten Episode noch übertreffen und Hollywood beweisen, dass er Riesenprojekten gewachsen war. „Ich musste den ganzen Streifen entwerfen und sehr hart arbeiten, aber die Story war wirklich gut.“
Für viele neue Filme mit teuren Spezialeffekten, die zu Lasten einer guten Geschichte gehen, hat Kershner allerdings wenig übrig. Er stehe eigentlich mehr auf „kleine Filme über Leute“. Besonders die deutschen Filme „
Bella Martha“ und „
Nirgendwo in Afrika“ finde er ganz toll, versicherte der Regisseur damals.