Cannes (dpa) -
Clint Eastwood,
Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow: Gleich drei Oscar-Gewinner aus den USA ließen am Montagabend und Dienstag den Rummel der 61. Filmfestspiele in Cannes gelassen über sich ergehen.
Eastwood stellte sein Drama „
The Exchange“ (Der Austausch) mit Angelina Jolie vor. Gwyneth Paltrow spielt neben
Joaquin Phoenix in der Liebesgeschichte „
Two Lovers“ von
James Gray.
Beide Filme schlagen eher leise Töne an und gehören zu den stärkeren Werken im bisherigen Wettbewerb um die Goldene Palme, die am Sonntagabend vergeben wird. Dabei hat der neue Film des 77 Jahre alten Hollywood-Veteranen Eastwood, für den der Jazzfan auch die Musik selbst komponierte, inhaltlich durchaus Bezüge zu seinen alten „
Dirty Harry“-Streifen: Er zeigt den „Kampf gegen eine korrupte Polizeibürokratie und richtet den Blick auf die Opfer“, sagte Eastwood.
„The Exchange“ nach einer wahren Begebenheit setzt ganz auf Angelina Jolie, deren dunkelrot geschminkte Lippen in vielen Szenen die einzige Farbe in die ausgeblichen wirkenden Bilder bringen. Jolie spielt eine allein erziehende Mutter 1928 in Los Angeles, deren Sohn verschwindet. Fünf Monate später präsentiert ihr die korrupte Polizei ein fremdes Kind als großen „Fahndungserfolg“. Die Mutter erkennt sofort, dass das Kind nicht ihres ist. Doch anstatt einen Fehler zuzugeben und weiter nach dem Sohn zu suchen, denunziert die Polizei die tapfere Frau und steckt sie wegen ihrer unbeirrten Fragen in die Psychiatrie - bis herauskommt, dass ein Serienkiller insgesamt rund 20 Jungen entführt und grausam getötet hat.
Für die mit Zwillingen schwangere Angelina Jolie, die nach ihrem Auftritt als Sprecherin in dem Animationsfilm „
Kung Fu Panda“ am Dienstag zum zweiten Mal über den Roten Teppich laufen sollte, hat die Rolle natürlich etwas mit ihren eigenen „Mutterinstinkten“ zu tun. „Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen als ein Kind zu verlieren, vor allem, wenn man nicht weiß, was dem Kind passiert ist“, sagte sie in Cannes. Und Eastwood fügte hinzu: „Verbrechen gegen Kinder sind die bösartigsten Verbrechen, die es gibt.“
Um die Liebe geht es dagegen in James Grays „Two Lovers“. Joaquin Phoenix spielt Leonard, einen Mann Mitte 30, der nach abgebrochener Ausbildung und gescheiterten Hochzeitsplänen wieder bei seinen Eltern lebt. Er ist ein bisschen manisch-depressiv. Seine Eltern wollen ihn mit der attraktiven und sympathischen Tochter von Geschäftspartnern verkuppeln. Leonard geht teilweise auf die Beziehung ein. Doch er verliebt sich in Michelle, die schöne und verwirrte Nachbarin, die auch nicht mit ihrem Leben klarkommt. Gray liefert die präzise Studie eines Mannes, der - wie der Regisseur in Cannes erklärte - vor allem in „eine Fantasievorstellung oder eine Obsession verliebt“ ist.
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