Stuttgart (dpa) - Die Late-Night-Show „Schmidt & Pocher“ hat erneut Ärger. „Man ist ja schon einiges gewohnt. Aber was da passiert ist, war einfach nur noch ordinär“, sagte Therese Wieland, Mitglied im Rundfunkrat des Südwestrundfunks (SWR), den „Stuttgarter Nachrichten“.
In einem Brief an SWR-Intendant Peter Boudgoust und Fernsehdirektor Bernhard Nellessen übte sie scharfe Kritik an der Ausgabe von „Schmidt & Pocher“ vom 24. April und einem Auftritt der Deutschtürkin Reyhan Sahin alias Lady Bitch Ray („
Chiko“). Dabei seien Ausdrücke gefallen, „die sonst nur in der schlimmsten Gosse“ zu hören seien.
„Ich bin nicht prüde, aber das war ekelerregend. So etwas hat bei den Öffentlich-Rechtlichen nichts zu suchen“, sagte Wieland. Mehrere ARD-Sender hätten die sonst übliche Wiederholung der Show in ihren dritten Programmen abgelehnt, schreibt die Zeitung. Der SWR, der bereits 2007 die Verwendung des sogenannten Nazometers in der Show kritisiert und damit heftige Diskussionen ausgelöst hatte, leitete die neuerliche Beschwerde inzwischen an den Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln weiter.