Köln (dpa) - Hochkarätige Gäste wie
Wim Wenders,
Mario Adorf, Dieter Wellershoff und
Hans-Christian Schmid werden zum Internationalen Filmkongress in Köln erwartet.
Im Austausch mit ihnen und anhand von Filmen und Diskussionen werde das aktuelle Klima der europäischen und der deutschen Kinolandschaft beleuchtet, sagte Michael Schmid-Ospach von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, die den Kongress ausrichtet, am Dienstag in Köln. Der Autor Wellershoff und der Schauspieler Adorf wollen mit dem Regisseur
Max Färberböck über die „Inflation Romanverfilmung“ im Kino diskutieren.
Färberböck („Aimée und Jaguar“) werde erste Ausschnitte aus seinem neuen Film „
Anonyma - Eine Frau in Berlin“ zeigen, einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Marta Hiller über die Vergewaltigung einer Frau durch russische Besatzer in Berlin 1945. Eine andere Diskussion mit dem Regisseur Hans-Christian Schmid („
Requiem“) und dem Schauspieler
Jürgen Vogel („
Die Welle“) steht unter dem Titel „Wir sind Deutschland - Was kann die Kunst?“ und fragt nach der gesellschaftspolitischen Aussagekraft von Filmen und nach dem Umgang mit Migration im Film. „Es ist die Bedeutung des Films jenseits der Unterhaltung, die uns da interessiert“, sagte Schmid-Ospach.
Außerdem werden neue digitale Entwicklungen und deren Wirkung auf eventuelle Kinoumrüstungen betrachtet. Auf dem Programm stehen auch Diskussionen über die Wahrnehmung des deutschen Kinos im Ausland und die Möglichkeiten europäischer Koproduktionen. „Deutschland ist ein international anerkannter Partner auf dem Filmmarkt.“ Neben einem Ausblick auf die Zukunft des Genres Kurzfilm stehen Kinopreviews auf dem Programm: Eröffnet wird der Filmkongress am 7. Juni mit dem neuen Film von Wim Wenders, „
Palermo Shooting“, der gerade erst auf dem Internationalen Filmfestival in Cannes lief. Ob auch Hauptdarsteller Campino zur Präsentation kommt, ist noch unklar.
Als „Warm-Up“ wird bereits am 6. Juni „The Boss of It All“ des dänischen Regisseurs
Lars von Trier gezeigt, der damit erstmals eine Komödie präsentiert. Außerdem gibt es Beiträge aus Israel, Argentinien und Frankreich zu sehen, alles Filme, die in oder mit Menschen aus Nordrhein-Westfalen entstanden sind. Der Filmkongress (6. bis 10. Juni) ist Teil des Medienforums NRW (9. bis 11. Juni).