München (dpa) - Das in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Sozialdrama „Die Klasse“ („
Entre les murs“) über eine Schule in Paris wird seine Deutschlandpremiere bei der Eröffnung des Filmfests München feiern.
Neben dem Regisseur
Laurent Cantet werde am 20. Juni auch der Hauptdarsteller
François Bégaudeau erwartet, sagte Festivalleiter Andreas Ströhl am Freitag in München. Bis zum 28. Juni zeigt das Festival 237 Filme aus 41 Ländern. Als Ehrengast wird die britische Oscar-Preisträgerin
Julie Christie erwartet, die den Cine- Merit-Award erhält. Zum Abschluss zeigt
Peter Schamoni seinen Dokumentarfilm „Botero - Born in Medellin“ über den kolumbianischen Maler und Bildhauer Fernando Botero.
Rainer Kaufmann („
Ein fliehendes Pferd“) ist in diesem Jahr gleich mit zwei neuen Streifen vertreten in der Reihe deutsche Fernsehfilme: Neben der Komödie „Ein starker Abgang“ zeigt er auch den turbulenten Familienfilm „Das Beste kommt erst“ mit
Friedrich von Thun. Jo Baier präsentiert „Liesl Karlstadt und Karl Valentin“, während
Marcus H. Rosenmüller mit seiner Geschichte über den „
Räuber Kneißl“ vertreten ist. Erstmals in Deutschland wird auch
Andreas Dresens Streifen „
Wolke 9“ aufgeführt über die leidenschaftliche Liebesgeschichte dreier alter Menschen, der bei den Filmfestspielen in Cannes hochgelobt wurde. Auffällig sei bei den deutschen Filmen die Hinwendung zum Dokumentarischen, sagte der für die deutschen Reihe Verantwortliche, Ulrich Maaß.
Die Internationale Reihe zeigt unter anderem
Peter Greenaways Rembrandt-Biografie „
Nightwatching“,
Barry Levinson s Porträt „
What just happened“ über einen Hollywood-Produzenten mit
Robert de Niro und
Francis Ford Coppola s Drama „
Jugend ohne Jugend“ mit
Alexandra Maria Lara über einen Professor, der durch einen Blitzschlag seine Jugend zurückerlangt. Interessant dürfte auch „
Waltz with Bashir“ aus Israel von
Ari Folman sein, der einen Dokumentarfilm animiert hat, um der Fantasie mehr Raum zu geben. Auch zahlreiche Independent-Filme laufen in München, darunter „Jimmy Carter - Man from the Plains“ von
Jonathan Demme und „Chelsea on the Rocks“ von
Abel Ferrara.
Neu ist in diesem Jahr die Reihe „Das Jahr des Drachen“ mit Filmen aus China. Außerdem sind in einer Retrospektive alle 28 Filme von Herbert Achternbusch zu sehen.