Köln (dpa) Schauspieler
Jürgen Vogel („
Die Welle“) will mit seinen Filmen nach eigener Aussage „keine pädagogischen Wirkungen“ erzielen. „Ich will den Zuschauer mit Themen konfrontieren, aber nicht die Auseinandersetzung damit vorformulieren, da ich das Publikum nicht entmündigen möchte.“
Dies sagte der 39-jährige Schauspieler und Produzent in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Köln. Vogel ist zu Gast beim Internationalen Filmkongress der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen und spricht am Montag zusammen mit den Regisseuren
Hans Christian Schmid und
Züli Aladag sowie der Schauspielerin Nursel Köse über das Thema „Wir sind Deutschland - Was kann die Kunst? Migration und Film“.
„In der Kunst gibt es keine Grenzen“, sagte Vogel zu dem Thema. „Migration“ empfinde er jedoch als Reizthema, „das politisch ausgebeutet wird.“ Es sei ein Wahlkampfthema. „Das ist jetzt mal kurz wichtig, das wird auch wieder verschwinden.“
Vogel spielte zuletzt die Hauptrolle in dem Film „Die Welle“. Das Jugenddrama unter der Regie von
Dennis Gansel über ein Sozialexperiment zur Verführungskraft diktatorischer Systeme lockte seit dem Filmstart am 13. März rund 2,4 Millionen Zuschauer in die Kinos. Im April lag der Film auf Platz 1 der Kinocharts der Filmförderungsanstalt FFA.
„Ich will mit meinen Filmen jemanden berühren, aber ich kann nicht sagen, wie ich ihn berühren will“, sagte Vogel („
Der freie Wille“). Wie ein Film auf einen Zuschauer wirke, müsse jeder selbst herausfinden. Er finde es aber „toll, dass ein Film, der so ernst ist, es geschafft hat, ein so breites Publikum zu bekommen“. Vogel spielt in „Die Welle“ die Hauptrolle des Lehrers, der mit seinen Schülern das pädagogische Experiment durchführt. „Ich bin froh, dass mittlerweile nicht nur Komödien beim Publikum gut ankommen.“
Nach Vogels Ansicht muss die Filmbranche junge Filmteams nach Erfolgen besser fördern. „Wenn ein Team aus Produzent, Autor und Verleih ein Projekt erfolgreich umsetzen konnte, sollte dieses Team auch für ein Anschlussprojekt zusammengebracht werden“, sagte Vogel. „Da sollte ein System greifen. Stattdessen müssen aber immer alle wieder von vorne anfangen“. Die Filmbranche sei da zu vorsichtig, „voller Bedenkenträger“.