München (dpa) - Der Prozess gegen Adolf Hitler nach dessen gescheitertem Putsch in München im November 1923 wird verfilmt.
Grundlage für das Dokumentarspiel „Hitler vor Gericht“ seien die mitstenografierten Reden und Gegenreden des Prozesses gegen Hitler und weitere Putschisten, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) in München mit. Die Dreharbeiten unter Regie von Bernd Fischerauer laufen noch bis Ende Juli in München und Umgebung sowie in Landsberg, wo der spätere Nazi-Diktator in Haft saß und auch sein Hetzwerk „Mein Kampf“ verfasste. Am 1. April 1924 war er wegen Hochverrats zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, kam aber bereits nach neun Monaten wegen guter Führung wieder frei.
Der BR will den einstündigen Film - mit
Johannes Zirner („Gipfelsturm“) als Hitler und
Alexander Held („
Die Welle“) als Generalstaatskommissar Georg Ritter von Kahr - am 1. April 2009 senden. Für das ARD-Gemeinschaftsprogramm soll eine 45-Minuten-Fassung produziert werden. Im Mittelpunkt stünden die 24 Prozesstage, in denen der offen mit dem späteren Nazi-Diktator sympathisierende Landgerichtsdirektor Georg Neidhardt dem Hochverräter Hitler die Gelegenheit zu mehrstündigen Propagandareden gab, berichtete der BR. Szenische Rückblicke auf den Putsch sowie die Schilderung der politischen Situation sollen den Prozess historisch einordnen.
Hitler wollte am 9. November 1923 mit anderen völkischen Nationalisten die bayerische Regierung und die Reichsregierung in Berlin stürzen. Bei seinem Marsch kam er jedoch nicht weit: Bereits nach wenigen hundert Metern schlugen Landespolizei und Reichswehr den Umsturzversuch vor der Münchner Feldherrnhalle nieder. Dabei starben vier Polizisten und 14 Demonstranten.